Lederhosentraining: "Das muss hart. Sonst bringt's ja nichts."

© Lederhosentraining

Es ist kurz vor 19.00 Uhr im Englischen Garten. Auf der Wiese gegenüber vom Japanischen Teehaus tummeln sich hunderte Menschen. Der Anblick wird dominiert von Leggings, bunten Sportschuhen und Funktionsshirts, bei denen sich der Schweiß schon gar nicht mehr aus den Poren traut, so schnell wird er abtransportiert.

Die Menge bildet einen Halbkreis um einen jungen Mann in Lederhosen. Er rückt sein Headset zurecht: „Wow, schön, dass so viele gekommen sind. Fangen wir doch gleich mal an und hüpfen locker auf der Stelle.“ Willkommen beim Lederhosentraining.

Wo sind die Lederhosen?

Auf den ersten Blick wirkt der Name Lederhosentraining ein wenig irreführend, denn der Einzige, der hier Lederhosen trägt, ist Trainer Klaus. „Das ist entstanden, als ich vor einigen Jahren mit Freunden auf dem Oktoberfest war und dann direkt zu einem Kunden musste. Ich hatte leider keine Zeit zum Umziehen und so fragte er mich, ob wir denn heute Lederhosentraining machen.“

Lederhosentraining
© Lederhosentraining

Klaus ist Personal Trainer und war gleich begeistert, wie locker die Stimmung damals mit seinem Kunden beim ersten „Lederhosentraining“ war. Da entstand auch die Idee, solch ein Workout für viele Menschen zugänglich zu machen. Seit knapp sechs Jahren gibt es die Kurse im Englischen Garten.

Die Teilnehmerzahl hat sich jedes Jahr verdoppelt und so ist es nicht ungewöhnlich, dass über 600 Leute auftauchen und zusammen trainieren. Es gibt auch ein Training in Regensburg. Langfristig soll das Konzept in ganz Bayern etabliert werden.

Lederhosentraining München
Fun, Fun, Fun © Linda Göhl

Zum Aufwärmen starten wir mit Hampelmännern – easy. Dachte ich zumindest bis zur Ansage: „Die Beine gehen auf, zu, zu, auf und die Arme kreisen gegengleich.“ Ja, genau. Es ist gut zu sehen, dass ich nicht die Einzige bin, die davon einen Knoten im Kopf bekommt – und in den Beinen.

Klaus setzt in der kommenden Stunde den Fokus auf Kräftigungsübungen für Schultern, Oberschenkel, ein bisschen Bauch und Rücken. Wir stehen auf einem Bein, hüpfen in die Luft, machen Kniebeugen und jede Menge Liegestützen.

Wir machen nicht jedes Mal das gleiche Programm, sondern versuchen zu variieren.

Das Training ist nicht unbedingt etwas für Anfänger, absoluter Fitnessfreak muss man aber auch nicht sein, um durchzuhalten. Klaus sorgt auf jeden Fall für eine lockere Stimmung und ein vielseitiges Programm, auch wenn er zwischendurch mit seiner Reihenfolge durcheinander kommt. Egal, er ist Profi und kann improvisieren.

Lederhosentraining
© Lederhosentraining

Nach dem Training gibt es noch ein kleines Stretching. Ich bin erschöpft, aber nicht restlos ausgepowert. Am nächsten Tag spüre ich meine Beine. Es hat auf jeden Fall gewirkt und vor allem gut getan. Ich bin ganz froh darüber, dass man keine Lederhosen tragen muss.

Ob ich beim speziellen Trachtentraining am Montag vorm Wiesnanstich – da wird dann tatsächlich in Lederhosen und Dirndl trainiert – mitmache, weiß ich noch nicht. Zur Leggings-Version komme ich aber definitiv wieder!

Lederhosentraining // Wiese am Japanischen Teehaus, Englischer Garten // jeden Montag und Donnerstag ab 19.00 Uhr // das Training ist kostenlos // Handtuch als Unterlage mitbringen // Alle Infos gibt es hier

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