Das Milla Walky Talky-Straßenfest: Ein Interview mit den Macherinnen

© Anja Schauberger

Ein besonderes Schmankerl in diesem Sommer: Wir freuen uns euch zusammen mit der Milla, den Jungs von Hauskonzerte und M94,5 am 18. Juni zum Milla Walky Talky-Straßenfest im Glockenbach einzuladen.

Ab 17 Uhr werden in sämtlichen Läden, Cafés, Bars und Restaurants entlang der Westermühlstraße Münchner Bands spielen – von Keno bis zum syrischen Flüchtlingschor. Ab 20 Uhr finden dann Konzerte in der St. Maximilians Kirche und im Milla statt. Es wird ein Fest: Insgesamt 30 Bands in 15 Locations!

Wir haben Conni und Mira, die die Veranstaltungen in der Milla machen, zu einem kurzen Gespräch getroffen – sie erklären uns das Programm und verraten, worauf sie sich am meisten freuen.

Was passiert beim Milla Walky Talky?

Conni: Beim Walky Talky begegnen sich über 30 Künstler – Musiker, Autoren, Tänzer – entlang der Westermühlstraße. Sozusagen von der Milla zur Isar ziehen sie in Paaren durch die teilnehmenden Läden und performen kurz. Es sind etablierte Münchner Künstler dabei, wie z.B. Keno, der Frontmann von Moop Mama und Neu-Münchner, wie z.B. Jisr, ein Trio aus Syrien oder Fightal Hope, ein Hiphop-Projekt mit geflüchteten Jugendlichen. Es geht um Begegnung, miteinander sein und sich ausdrücken.

Ab 20 Uhr wandert das Ganze dann von draußen nach drinnen: zum Einen in die große St. Maximilians Kirche an der Isar. Dorthin haben unsere Freunde von Hauskonzerte.com eine ganz tolle Künstlerin aus Kapstadt mit sechsköpfiger Band eingeladen. Und im Milla Club wirds wild mit den Skeletons aus New York City und mit White Wine, einer nordamerikanischen Band die gerade in Leipzig lebt. Beides Artrock, würde ich sagen, mit ziemlich spannendem Songwriting.

Bei all den vielen Konzerten – gibt es denn ein großes Highlight?

Conni: Ein Highlight ist in jedem Fall das Konzert von Alice Phoebe Lou in der St. Maximilianskirche. Es freut uns sehr, dass die Kirche ihre Türen öffnet und wir in dieser Kulisse ein Konzert veranstalten können. Hauskonzerte.com bespielen seit Jahren ungewöhnliche Locations in der Stadt mit internationaler Musik und die Atmosphäre in der Kirche wird mit mit Sicherheit extrem außergewöhnlich.

Mira: Ich freue mich vor allem auf das Experiment auf der Straße und in den verschiedenen Läden. Das sind ja keine Konzertbühnen sondern Cafés, Bars, Restaurants, Werkstätten und die Künstler spielen komplett unplugged. Das heißt zum Beispiel für jemanden wie Keno, dass er seinen Ghettoblaster dabei haben wird. Dass das Konzept so beweglich ist, gibt den einzelnen Musikern hoffentlich viel Freiraum für spontane Aktionen. Und naja, in Bezug auf die Nacht: Ich denke White Wine sind eine fantastische Band und man sollte ihren Auftritt auf keinen Fall verpassen!

Auf dem Straßenfest spielen nur Münchner Bands. Welche habt ihr euch da ausgesucht?

Mira: Bei dem Fest geht es tatsächlich auch ums Viertel und es soll auch fürs Viertel sein. Wir haben uns bei den Vorbereitungen Sachen gefragt wie: Wie wollen wir eigentlich leben? Wie kann so ein Miteinander in der Stadt denn aussehen? Was gibt es denn für Konzepte diesbezüglich und was müsste noch erprobt werden? Dann lag es schon fast auf der Hand, dass wir unterschiedlichste Künstler und Musiker aus der Stadt auf eine Begegnung, oder eben ein Experiment einladen: Wiebke Puls aus dem Ensemble der Münchner Kammerspiele nimmt teil, auch Veronica Burnuthian, die das Magazin „München ist Dreck“ miterfunden hat, ist mit dabei. Diamme aus Syrien sind ein Trommelquartett, zu ihrer Musik wird die zeitgenössische Tanzgruppe Quadrischepps einige Läden tanzend zweckentfremden und derlei mehr. Uns gehts ums Experiment, um Begegnung und Offenheit. Die Gäste und die Künstler sollen Unvorhersehbares erleben.

Die coolen Girls Conni und Mira von der Milla, vor der Milla © Anja Schauberger

So eine Veranstaltung wie das Walky Talky hat München noch nie gehabt. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Conni: Die Ursprungsidee war mal die Straßen und das Viertel rund um die Milla mit Musik zu bespielen und ein großes Treiben zu veranstalten. Zu zeigen, dass das Glockenbachviertel nach wie vor ein buntes, offenes Viertel und mehr als Investorenmekka und überteuertes Trendviertel ist. Genau wie Mira schon sagte, es ging uns von Anfang an um Begegnung und Austausch und daraus entwickelte sich die Idee, dass wir die unterschiedlichsten Künstler, egal welcher Herkunft, welchen Musikstils, welchen Alters zusammenbringen wollen.

Wir haben innerhalb der 30 Acts mit viel Gespür Zweierpaare zusammengestellt und sind megagespannt auf das, was da passiert. Zum Beispiel trifft Angela Aux von Aloa Input auf die Experimental- und Filmmusikerin Verena Marisa, der Syrische Friedenschor begegnet Beatprotest, einer relativ jungen Brass Band aus der Stadt, allein in dieser Gruppe sind es einfach mal 20 Personen, die zusammen umherziehen und in die Läden steppen.

Auf welche Acts freut ihr euch persönlich am meisten?

Conni: Ich bin sehr gespannt, auf die Hiphop-Projekte mit geflücheteten Jugendlichen, die wir dabei haben. Zum Beispiel ist das Monaco Freshprinz & die Newcomer. Wenn ich mir da so vorstelle, wie sie zusammen mit der Weltuntergäng abhängen, das ist schon sehr cool. Und auf die Autoren freu ich mich, Fabienne Pakleppa zum Beispiel, sie schreibt wunderbare Haiku und Kurzgeschichten. Naja und dann natürlich die großen Konzerte in der Kirche und in der Milla....White Wine!

Mira: Ich freue mich sehr auf Pacifico Boy, das ist der Sänger der Band Das weiße Pferd – er wird auf dem Milla Walky Talky gemeinsam mit seinem Freund aus dem Jemen, Murad Al Aqrabi performen. Und auf den syrischen Friedenschor freue ich mich – ich mag Chöre einfach so gern! Und naja, Conni hat total recht: White Wine! Uh!

Was wünscht ihr euch von dem Fest? 

Conni: Ich wünsche mir ein ausgelassenes Miteinander. Spontane Jamsessions, Experimente, neue Klänge, Marching-Paraden und ein gemütliches Treibenlassen. Ein Fest der Inspiration und Offenheit mit ein paar Überraschungen!

Mira: Da kann ich mich nur anschließen! Wir freuen uns, wenn ihr kommt!

Sags deinen Freunden: