11 Orte, an denen du Münchens Subkultur erleben kannst

Der Stadt München und ihren Bewohnern wird ja oft nachgesagt, dass hier mehr oder weniger alles gleich ist. Geldig, arrogant und verwöhnt sind angeblich die Leute und sowieso hat München mit Subkultur und dergleichen nichts am Hut. Okay, wir geben zu, mit einer Stadt wie Berlin können wir diesbezüglich nicht ganz mithalten… Wenn man sich jedoch mal die Mühe macht genauer hinzusehen, wird man feststellen, dass München sehr wohl Ecken und Orte hat, an denen die Menschen nicht nur dem Mainstream und dem Cash huldigen und musikalisch wie kulturell Einiges auf die Beine stellen.

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Subkultur

© Metropolico.org | Flickr | CC BY-SA 2.0 Den Münchner Underground erleben im Kafe Marat

Eine Location wie das Kafe Marat gibt es in Monaco di Bavaria wohl kein zweites Mal und ist eher untypisch für die Stadt. In der Punk-Szene noch am ehesten bekannt, versteht sich das Kafe Marat als selbstverwaltetes Zentrum, welches von verschiedenen sogenannten Kafe-Gruppen betrieben wird, beispielsweise durch das Hip Hop Kafe, das Antifa Kafe oder das Queer Kafe. Man merkt also, an diesem Ort fühlen sich die unterschiedlichsten Menschen und Gruppen wohl, die gerne abseits des Mainstreams agieren. Im Kafe Marat wird man mit vegetarischem und veganem Essen, sowie Getränken zum fairen Preis verköstigt. In regelmäßigen Abständen finden Konzerte, Vorträge oder auch Infoveranstaltungen statt. Wer es gerne sympathisch abgeranzt mag und wissen will, was der Münchner Underground so kann, sollte hier mal vorbeischauen.

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Subkultur

© Flex Billard und Kicker spielen im Flex

Das Flex hat erst Anfang April diesen Jahres sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Der Kellerclub Nähe Goetheplatz hat seit seiner Eröffnung stets die Münchner angelockt, die sich nicht so recht einordnen mögen und sich mit den meisten Bars und Clubs im Glockenbach eher weniger identifizieren können. Wenn man die Treppen zur Bar hinunter schlappt, hat man gleich einen wohlig-modrigen Boazn-Geruch in der Nase. Die Wände sind in orange gehalten und sporadisch bemalt, wer mag kann Billard oder Kicker spielen. Ist ja auch nicht mehr so gang und gäbe in einer Bar.

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Subkultur

© Tumult Ska, Punk und Rockabilly im Tumult

Mitten im Uni-Viertel findet man eine Bar, die einen schönen Kontrast zum Rest der Maxvorstadt bildet. Das Tumult ist eine unkomplizierte Kellerkneipe, die durch viel Kunst im Oldschool-Tattoo Stil und ihre robusten Gewölbedecken ins Auge sticht. Hier treffen sich Punks, Rockabillys, Psychobillys und mittendrin auch ganz brav angezogenen Studenten auf ein Feierabendbier. Aufgelegt wird Mitunter Ska, Punk, Hardcore und alles was man so unter dem Begriff "Rock" vereinen kann. Die Dichte an Frisuren, die nicht den momentanen Style-Vorschriften entsprechen, Tätowierungen, Piercings und Klamotten, die irgendwo selbst beschriftet sind, ist hier für die bayerische Landesmetropole besonders hoch.

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Subkultur

© Import Export Lesungen, Konzerte, Theater und Drinks im Import Export

Das Import Export auf dem „Schwere Reiter – Tanz, Theater, Musik“ – Gelände ist ein Paradebeispiel für eine funktionierende Plattform für die verschiedensten Formen von Subkultur. Es finden Diskussionsrunden, Lesungen, Konzerte und Workshops für Kinder und Erwachsene statt und man kann sogar Filmvorstellungen und Theaterstücke bewundern. 2014 wurde das Projekt „Culture Kitchen“ ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist Neu-Münchner und Münchnerinnen, also Menschen unterschiedlichster Herkunft, gemeinsam kochen zu lassen und an einen Tisch zu bringen. Von Mittwoch bis Freitag kann man diese kulinarischen Köstlichkeiten beim Mittagstisch probieren.

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Subkultur

© Substanz Livemusik lauschen im Substanz

Das Substanz lässt sich schwer nur einer Subkultur oder einem Musikstil  zuordnen, ist aber einfach irgendwie anders. Ein bisschen Indie-Charme, ein bisschen Hippie-Style und irgendwie schummrig, studentisch, abgefuckt kommt der Kneipenclub in der Ruppertstrasse daher. Im Repertoire hat das Substanz Life-Acts, Poetry-Slam und beliebte Fußball-Partys. In den gut 25 Jahren, in denen das Substanz schon existiert, haben über 1000 Konzerte im Club stattgefunden, was ihn zu einer der beliebtesten Livebühnen der Stadt macht. In den 90ern ging es hier recht Grunge-lastig zu, später wurde mehr Punk und Indie aufgelegt.

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Subkultur

© Bugs Alternative Mode shoppen bei Bugs

Der kleine kunterbunte Laden in der Thalkirchner Straße schräg gegenüber vom Pimpernel dürfte all denjenigen, die Totenköpfe, Nieten, Creepers, plüschige Leo-Fell Taschen oder sämtliche Kleidungsstücke im Tartan-Muster lieben, bekannt sein. Das Bugs gibt es schon lange und wer hier einkauft, dem sind die aktuellen Trends und Mode-Tipps herzlich egal. Hier wird Kleidung noch als Ausdruck der eigenen Gesinnung verstanden. Schon die Schaufensterauslage verspricht viel bunten, außergewöhnlichen Krimskrams und abgefahrene Accessoires. Ein zeitloser Liebhaberladen, der nicht aus der Mode kommen kann, weil er ja nie in Mode war.

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Subkultur

© Nerodom Die Gothic-Szene feiern im Nerodom

„Der einzige rein schwarze Club in München und Umgebung“ heißt es auf der Homepage des Nerodoms. Mag sein, dass sich der ein oder andere alteingesessene Münchner überhaupt nicht in der Goth-Szene auskennt und denkt: „Ja mei, hams do wirklich ois schwoaz o’gmalt?“ Ja, München ist nicht gerade bekannt für seine ausgeprägte Gothic-Szene. Die findet man dann doch eher in Städten wie Leipzig, Dresden oder Berlin. Umso schöner, dass München wenigstens einen schwarzen Club hervorgebracht hat, wo sich alle tummeln können die Tageslicht und Farben vielleicht selbst nicht so mögen, aber durch ihr Erscheinungsbild die Stadt doch ein bisschen bunter machen. Und davon leben interessante Orte nun mal.

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Subkultur

© Peppermint Lounge Die 50er aufleben lassen in der Peppermint Lounge

Frauen mit rotem Lippenstift, Tellerröcken, akkurat frisiertem Haar und High Heels, sowie Männer mit ihren Oldtimern, tätowierten Oberarmen und oftmals einer formschönen Haartolle – das waren die 50er Jahre und so lieben es alle Rockabillies noch heute. Da die Peppermint Lounge in Trudering eine Bar ist, die so durchaus auch schon vor 60 – 70 Jahren existiert haben könnte, fühlen sich alle 50ies-Fans hier besonders wohl. Musikalisch ist das Ganze natürlich auch an die guten alten Zeiten angepasst.

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Blumentopf

© Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt Auf die Nachbarschaft anstoßen in der Glockenbachwerkstatt

Wenn man sich den Veranstaltungskalender des Bürgerhauses Glockenbachwerkstatt ansieht, kommt man zu dem Schluss, dass das Programm kaum bunter und kontrastreicher sein könnte. Von Folk Jam Sessions, bei der irische auf arabische Musik trifft, über eine Party für Liebhaber des guten alten Punkrocks bis hin zu einer Benefizveranstaltung für "Ingenieure ohne Grenzen" ist alles dabei. In der Glockenbackwerkstatt ist also jeder willkommen. Neben Veranstaltungsräumen, Werkstätten und dem Cafe Stadtteiltreff, gehört ein sehr gemütlicher Biergarten und Bolzplatz zum Bürgerhaus in der Blumenstraße.

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Subkultur

© Kafe Kult Musikalisches Kontrastprogramm im Kafe Kult

Where your heart is happy and your soul finds rest“ ist das Motto des Kafe Kult. Der Veranstaltungsort wird seit 1999 ehrenamtlich betrieben und sieht seine Wurzeln und Anfänge selbst irgendwo im Bereich Hardcore und Punk. Sogar Green Day sollen neben zahlreichen Bands hier mal aufgetreten sein. Das Motto „Do it Yourself“ hatte beim Kafe Kult schon großen Stellenwert, bevor überall DIY-Blogs aus dem Boden geschossen sind, die einem erklären, wie man sich niedliche, plüschige Einrichtungsgegenstände selber basteln kann. DIY steht beim Kafe Kult  für persönliches Engagement und vor allem beim Thema Musik einfach mal machen: selbst Musik aufnehmen, Platten-Covers gestalten oder Konzerte und Touren buchen.

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Subkultur

© Stattpark Olga Alternatives Wohnen im Stattpark Olga

Eigentlich ist der Stattpark Olga nichts anderes als eine etwas andere Wohngemeinschaft, die seit 2011 durch München tingelt. Immer auf der Suche nach neuen Standplätzen, auf denen umgebaute LKWs, Busse und Wohnwägen ein Zuhause finden. Dazu kommen dann noch Hochbeete und jede Woche donnerstags gibt es eine "Platzkneipe" mit günstigen Getränken und vegetarischem Essen gegen eine Spende. Außerdem laden die Bewohner immer wieder dazu ein, den Stattpark Olga zu besuchen und bieten zusätzlich verschiedene Workshops rund um ihr alternatives Wohnprojekt an. Zurzeit findet ihr sie in Obersendling.

Titelbild: Metropolico.org | Flickr unter CC BY-SA 2.0

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