Mathilde Westend: großes Theater auf 15 Quadratmetern

Heute mal wieder eine Kultur-Empfehlung von Herzen: das Mathilde Westend. Diese Entdeckung ist eine, bei der uns mal wieder auffällt, wie vielfältig das kulturelle Angebot in München eigentlich ist und was dabei rauskommt, wenn sich Kreative einfach mal was trauen! Kanntet ihr noch nicht? Wir auch nicht. Also stellen wir euch dieses kulturelle Schmankerl mal vor:

Das Mathilde Westend ist zwar womöglich das kleinste Theater Münchens, zählt aber auf jeden Fall zu den Größten. Dank dem Mix aus einer wahnsinnig talentierten Theresa Hanich, die seit Mai 2015 Energie in ihr Herzensprojekt steckt und die Stücke  (vor allem von Literatinnen) mit dem Gespür einer Sommelière auswählt. Und natürlich wegen der intimen Atmosphäre auf diesen 15 Quadratmetern. Von der Bühne lässt sich das Feedback der maximal 15 Zuschauer direkt von deren Gesichtern ablesen – egal, ob jemand gähnt, lacht oder aufmerksam zuhört.

Mathilde Westend
© Miriam Worek
Mathilde Westend
© Miriam Worek

Bespielt werden eine Empore, eine Leiter und zwei verschiebbare Podeste. Theresa macht mit etwas Unterstützung von Kolleginnen alles selbst und profitiert hier von ihrer kreativen Ader und einer Begeisterung für Mode. Chapeau, denn dass das viel Arbeit bedeutet, ist klar. Theresa baut Regale, schneidet Tonaufnahmen, bastelt Requisiten, füttert die Presse und inszeniert und spielt nebenbei noch in Filmen mit.

Ein eigenes Theater birgt ein Maximum an künstlerischer Freiheit

Schon damals im Pfarrtheater in Laim hieß es "Mei die Resal wird a mal Schauspielerin". Die Entdeckung, dass bereits ihre Oma vor dem Krieg schon auf der Bühne stand, bestärkte sie noch mehr eine Theaterkarriere anzusteuern. Nach dem Abi wechselte Theresa auf die Schauspielschule und performte als freie Schauspielerin auf Gastspielen und Tourneen, bis sich beide Theater auflösten. Der hohe Raum in der Gollierstrasse 81 war ursprünglich als Büro gedacht, dann als Ort, um Hörspielen zu lauschen und wurde letztendlich ihr eigenes kleines Theater – benannt nach ihrer Oma Mathilde.

© Miriam Worek

Ich war bei der letzten Aufführung der Inszenierung von Vita und Virginia, um diese kleine Bühne für euch zu testen und ging maximal entzückt wieder nach Hause. Selten habe ich bei einem Theaterstück so mitgefiebert und mitgefühlt, wie an diesem Abend. Deshalb: Ab  9. November läuft ein neues Stück, mit dem Namen "Der Hals der Giraffe". Wir legen euch wärmstens ans Herz: Sichert euch Karten und schleppt eure Liebsten in dieses kleine, ganz spezielle Theater!

Und weil man soviel Emotionen und Input besser bei einem Bier verarbeitet, empfehle ich euch davor oder danach  auf einen Schweinsbraten mit Tillmans Bier zum Ederwirt nebenan zu pilgern.

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