Viertel Hoch Drei – Pasing

© Simone Mauer

Wir fragen drei Leute nach ihren liebsten Orten – Cafés, Parks, Kneipen, Läden, Restaurants, was auch immer ihnen in den Sinn kommt. 3 Menschen, 3 Orte, 1 Viertel. Diesmal waren wir in Pasing unterwegs.

Einst weit, weit vor den Toren der Stadt, gehört Pasing mittlerweile als sehr westlich gelegener Stadtteil zu München. Wenn man sich mal an die Grenzen des dritten MVV-Rings begibt, merkt man recht schnell, dass das hier eine andere Nummer ist als am Gärti. Pasing scheint zwei Gesichter zu haben und der erste Eindruck vom Pasinger Bahnhof ist zugegebenermaßen nicht der beste. Aber gut, Bahnhöfe sind eh eine Kategorie für sich. Daran soll Pasing aber nicht gemessen werden, auch wenn der Pasinger Bahnhof tatsächlich ein sehr wichtiger Verkehrsknotenpunkt für München ist.

Pasing ist irgendwie ein bisschen verschlafen, ein bisschen außer-städtisch und hat seinen ganz eigenen Charme. Der reicht von einem zunehmend urbanen Bild, bis hin zu romantischem, fast ländlichem Flair entlang der Würm. Es gibt viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, aber Nightlife? – eher fehl am Platz. Vielleicht zieht es deswegen die jungen Wilden erstmal in die Innenstadt, bevor sie zum Kinder kriegen wieder zurück nach Pasing kehren. So müssen wenigstens keine Bars schließen, weil Pauline um Punkt 20 Uhr ins Bett muss.

Frank, arbeitet seit über einem Jahr in Pasing

Viertel Hoch Drei Pasing
© Simone Mauer

Frank kann man einen Großgastronom aus Leidenschaft nennen. Seit mehr als 30 Jahren sorgt er dafür, dass uns Speis und Trank nicht ausgehen. Zu seinen Spitzenzeiten betreute er gemeinsam mit seiner Frau an die zehn verschiedenen Lokale, hauptsächlich in Berlin und München. Seit fast eineinhalb Jahren leitet er das Meisterstück in Pasing und hier kann man ganz klar erkennen, was der Stadtteil anderen Flecken Münchens voraus hat: Viel, viel Platz und Grün. Frank findet, Pasing ist über die Jahre hinweg recht vielseitig geworden. Die eingesessenen Pasinger kann er in seinem Restaurant genauso oft begrüßen, wie viele junge internationale Leute. Denn Pasing wächst und viele große Firmen haben sich drum herum niedergelassen.

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Meisterstück Pasing

© Simone Mauer Selbstgemachte Würstl probieren im Meisterstück

Besitzer Frank arbeitet mit vielen verschiedenen regionalen Betrieben rund um München zusammen, von denen er Lebensmittel, Fleischwaren, Bier oder Wein bezieht. Eine Metzgerei in Haidhausen hat eigens für das „Meisterstück“ eine Wurst kreiert, die man sich hier zusammen mit einem Bier schmecken lassen kann. Apropos Bier: an die 190 verschiedenen Biersorten kann man sich im lauschigen und sehr großflächigen Biergarten gönnen, in dem ab dieser Saison auch Jazzveranstaltungen und Co. stattfinden sollen.

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Würminsel

© Simone Mauer Auf der Würminsel die Seele baumeln lassen

Die Würm gehört als fester Bestandteil zu Pasing, fließt sie doch einmal quer durch den Stadtteil. Der fast 40 Kilometer lange Fluß entspringt im Starnberger See und endet dann bei Dachau in der Amper, schlängelt sich also nur durch den äußerst westlichen Teil der Stadt und wird daher oft vergessen, wenn es um München geht – die Isar ist einfach zu präsent. Und doch bezaubert dieses schnellfließenden Gewässer mit wahnsinnig schönen Uferabschnitten, die Dorf-Romantik aus vergangenen Tagen mit sich bringen. Ruhig und einfach lauschig – so wie eben auch auf der kleinen, feinen Wüminsel im Herzen Pasings.

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Pasinger Fabrik

© Pasinger Fabrik Kultur genießen in der Pasinger Fabrik

In vergangenen Tagen diente das Gebäude den Pasingern als Produktionsstätte für Schuhe, heute ist die Pasinger Fabrik für Kunst und Kultur bekannt. Von Theaterstücken, über Lesungen, Kabarett und Konzerten ist alles mit dabei. Das hauseigene Restaurant mit Bar, die „Cantina Pasing“, versorgt die Besucher mit Leckereien wie gebratenen Risottobällchen in Bärlauchsauce oder Piccata vom Rotbarsch auf Tomatenpasta.

Miriam (29), gebürtige Pasingerin

Viertel Hoch Drei Pasing
© Simone Mauer

Miriam ist in Pasing geboren und aufgewachsen und ihrem Viertel seitdem treu geblieben. Wenn es sie ins Nachtleben zieht, dann muss sie Pasing natürlich verlassen, da bietet Münchens gemütlicher grüner Stadtteil nicht viel. Je nach Uhrzeit kann die Rückkehr in den Westen Münchens sich auch wie eine kleine Weltreise anfühlen. Aber das ist okay, im Sommer ist man mit dem Radl in unter einer halben Stunde in der Stadt. Sehr verwurzelt ist Miriam auch mit dem Tsg Pasing – in diesem Verein tanzt und turnt sie schon seit Kindertagen. Wenn ihr neben ihrem Job dann noch Zeit bleibt, schreibt Miriam eigene Songs und bastelt an ihrer Gesangskarriere.

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Pasinger Stadtpark

© Rufus46 | Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 Sonnen, radln und picknicken im Pasinger Stadtpark

Grün, grüner, Pasing! Ja, da macht dem sympathisch verschlafenen Stadtteil im Westen Münchens, den manch „Zuagroaster“ eventuell noch nicht mal mehr beim Namen kennt, so schnell keiner was vor. Weite Felder und Wiesen und eben der sehr ansehnliche Stadtpark, in dem im Winter gerodelt werden und im Sommer in der Würm ein Bad genommen werden kann.

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Pasinger Viktualienmarkt

© Simone Mauer Über den Pasinger Viktualienmarkt schlendern

Klein aber fein ist die Pasinger Variante des original Viktualienmarkts im Stadtzentrum. Zumindest laufen einem hier nicht so viele Touris über den Weg, der Pasinger mag es eben manchmal auch gerne bescheiden. Schön und vielseitig ist es hier ja trotzdem und 1A-Produkte aus der Umgebung kann man genauso gut erwerben. Bei Banandis Deli beispielsweise gibt es Feinkost und Delikatessen, wie frische Tortellini mit Feige oder Schweizer Wurstsalat.

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Miriams Lieblingsbank

© Simone Mauer Die Ruhe am Stadtrand genießen

Das ist das schöne an einem Stadtteil wie Pasing am Rande der Stadt. Man findet Plätze in denen der Blick ganz weit in die Ferne schweifen kann, wie bei dieser sehr ansehnlichen schlichten Bank. Ein schöner Platz um zu sinnieren und sich vom schönen, aber auch manchmal ganz schön anstrengenden München zu erholen.

Zahra (30), arbeitet seit fünf Jahren in Pasing

Viertel Hoch Drei Pasing
© Simone Mauer

Zahra unterrichtet regelmäßig als freiberufliche Tanzlehrerin in Pasing. Mit dem Stadtteil hat sie neben ihrer beruflichen Tätigkeit heutzutage nicht mehr so viel am Hut, wie sie selbst sagt. Und dennoch kennt sie das Viertel gut, ist hier aufs Gymnasium gegangen und trifft dort regelmäßig alte Freunde und Bekannte. Pasing ist für sie also mit einem nostalgischem Gefühl verknüpft, mit nach der Schule im Park abhängen, Eis essen gehen und mit jugendlicher Unbeschwertheit in den Tag hineinleben. Neun Jahre die Schulbank drücken verbinden eben sehr mit einem Stadtteil.

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© Pexels | Beqa Tefnadze Holzofenpizza im Ristorante da Ugo schlemmen

Was wäre ein richtig gutes italienisches Restaurant ohne frischgemachte Holzofenpizza? Im Da Ugo, etwas abseits vom Verkehrsknotenpunkt Pasinger Bahnhof gelegen, schreibt man die Kunst der ofenfrischen, handgemachten und hauchdünnen Pizza noch ganz groß und deswegen ist dieses gemütliche Lokal in der Nähe des Stadtparks ein Geheimtipp. Sich erst die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und sich dann den selbigen mit lecker Pizza voll schlagen… kann man machen!

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Portofino

© Simone Mauer Eiskaffee schlürfen im Portofino

Es gibt Orte, die einen an Sommertage mit den Schulfreunden erinnern und gefühlt schon immer existieren. Das Portofino in Pasing ist so ein Ort. Hier gibt es Kaffee, Kuchen und selbstverständlich auch Eis – und zwar leckeres, aber ganz gewöhnliches Eis, das ohne Weißwurst- und Biergeschmack oder Basilikum auskommt.

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Thai Fresh Cuisine

© Simone Mauer Papaya Salat essen im Thai Fresh Cuisine

Sehr praktisch direkt am Pasinger Bahnhof gelegen ist das eine gute Lösung für alle, die schnell, gut und günstig essen und ihrem Magen nicht schon wieder fettige Burger und Co. antun wollen. Im Thai Fresh Cuisine gibt es schnörkelloses, aber solides und leckeres Thai Food und die Preise sind auch was für den schmalen Geldbeutel. Suppen ab 4,20 und Curry Gerichte ab 6,50 Euro – kommt einem sehr entgegen, wenn man zuvor in den Pasing Arkaden aus Versehen zu viel Geld gelassen haben sollte.

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