Von München um die Welt: Lea Rieck und ihr Motorrad
Wie kamst du auf die Idee eine Weltreise mit dem Motorrad zu machen?
Ich wollte schon immer eine längere Reise machen, und seit ich vor zwei Jahren meinen Motorradführerschein bestanden habe, hat sich die Idee für eine Weltreise auf zwei Rädern immer mehr in meinen Gedanken festgesetzt. Ich muss zugeben, dass ich eine Weile gebraucht habe, um den endgültigen Entschluss zu fassen. Als ich dann soweit war, sind die ganzen Bedenken verschwunden – ich hatte Sorge wegen dem Geld, war mir nicht sicher, ob ich meine süße Wohnung meinen Job für ein Hirngespinst aufgeben sollte, von dem ich ja nicht einmal wusste, ob es mir wirklich Spaß macht. Jetzt nach knapp zwei Monaten kann ich aus vollem Herz sagen, dass es wirklich die richtige Entscheidung war.
Wie verläuft deine Route? Wo bist du gerade?
Ich bin gerade in Osh in Kirgistan. Grob verläuft meine Route von Osteuropa über Russland, Kazakhstan, Uzbekistan, Tajikistan, China bis nach Thailand. Von Südostasien möchte ich mein Motorrad und mich dann nach Südamerika fliegen und von Patagonien bis in die USA fahren, um von dort nach Marokko zu fliegen und den Heimweg anzutreten.
Wie lange wirst du unterwegs sein?
Ich plane insgesamt mit einem Jahr, möchte aber flexibel bleiben. Ein oder zwei Monate mehr oder weniger spielen bei so einer langen Reise dann auch keine Rolle mehr.
Was war bisher der schönste Moment auf deiner Reise?
Mein absolutes Highlight war bis jetzt Tajikistan und der Pamir Highway dort. Man reist ohne Internet, warme Dusche oder fließend Wasser durch abgelegene Gegenden und die schönste Berglandschaft, die man sich vorstellen kann. Und auch, wenn die Menschen dort sehr wenig haben, ist die Gastfreundschaft unfassbar groß.
Und wer macht eigentlich die ganzen tollen Fotos von dir?
Die Bilder mache ich entweder auf einem Stativ selbst oder ich frage Menschen, wenn welche in der Nähe sind. Letztens hatte ich das Glück einen Tag gemeinsam mit einem Jeep zu reisen, da habe ich den Beifahrer gebeten, ein paar Bilder aus dem Fenster zu schießen.
Du bist ja alleine unterwegs. Gab's schon Situationen, in denen du dich unwohl gefühlt hast?
Bedroht habe ich mich bis jetzt nie gefühlt. Der Großteil der Menschheit scheint viel netter und gastfreundlicher zu sein, als man das vielleicht denken würde. Ich finde die Situation, in die ich mich hier hinein manövriert habe auch nicht ungut – eher herausfordernd. Das Motorradfahren kann dich gerade in abgelegenen Gebieten und auf schlechtem Fels und Schotterstraßen gerne mal an deine körperlichen und psychischen Limits bringen. Aber als ich zum Beispiel in Tajikistan im Schlamm stecken geblieben bin, hatte ich das Glück, von ein paar anderen Motorradfahrern aufgesammelt zu werden. Bis jetzt ist also alles gut gegangen – ich hoffe natürlich, dass das so bleibt.
Kommst du danach zurück nach München? Oder wie ist dein Plan?
Ich möchte auf jeden Fall meine Reise in München beenden, da dort bis jetzt meine Heimat war. Wohin es mich danach verschlägt, steht aber noch in den Sternen. So lange Berge in der Nähe sind, zu denen ich ab und zu einen Motorradausflug machen kann, bin ich relativ offen.
Mehr tolle Fotos von Leas Weltreise gibt es auf ihrem Blog got2go.de oder in ihrem Instagram-Account. Gute Reise noch, liebe Lea!