ARTVERGNÜGEN #2 – Unsere 11 Kunsttipps für den März

Im März dreht sich die internationale Kunstszene etwas schneller. In New York findet Anfang des Monats die legendäre „The Armory Show” statt und auf der anderen Seite, in Dubai, macht das Künstlerherz während der „Art Dubai” Luftsprünge. Aber: München liegt mal wieder in der goldenen Mitte und hat keinerlei Grund, sich mit seinem Kunst- und Kulturangebot verstecken zu müssen. Im Gegenteil, wir folgen gleich zwei Trends und verbinden in der Landeshauptstadt die Werke lokaler Größen mit denen namhafter Kreativer aus aller Welt. Und zwischendurch lassen wir noch ein paar Schmetterlinge fliegen, denn der Frühling steht ja vor der Tür.

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Artvergnügen März

© Moritz Partenheimer Moritz Partenheimer New York – American Dream

1979 in München geboren, lebt Moritz Partenheimer nicht nur den Traum eines jeden aufstrebenden Fotografens, sondern in seinen Werken in der Ausstellung „New York – American Dream” auch den Amerikanischen Traum. Bereits seit über zehn Jahren sind die Fotografien des ehemaligen Studenten der Bauhaus Universität Weimar deutschlandweit und in den USA zu betrachten. In der Galerie Jordanow sieht der Besucher Werke, die von den USA-Aufenthalten des Fotografens aus den letzten drei Jahren erzählen und die Facetten und Interpretationen des Amerikanischen Traums widerspiegeln. Die Ausstellung umfasst insgesamt 35 Bilder und Exponate, darunter Fotos aus Moritz Partenheimers erster Monographie, aus „Westbeth” und erstmals auch gesammelte Gegenstände, die, gruppiert und gerahmt, selbst zum Bestandteil der Bilder werden.

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Artvergnügen März

© Rita Verma Tropische Schmetterlinge

Alter Falter: Papillon, mariposa, farfalle – selbst das Wort butterfly setzt den Zauber dieses zumeist bunten, flatternden, sommerstimmungs-bringenden Insekts besser in Szene als unser lautmalerisch grenzwertiger Begriff Schmetterling. Aber, wenn wir uns auf das –ling konzentrieren, das Schmettern ignorieren und die tropische Schmetterlinge-Ausstellung im Botanischen Garten besuchen, holt uns die Magie der Falter mit ihren Farben und Mustern wieder ein. 400 exotische Schmetterlinge aus über 50 verschiedenen Arten fliegen frei im Wasserpflanzenhaus (Haus 4 der Schaugewächshäuser) herum und zeigen sich in all ihrer natürlichen Schönheit. Das Personal vor Ort beantwortet gerne Fragen zur faszinierenden Metamorphose – von der Raupe über das Stadium Miniaturdrachen bis hin zum Schmetterling.

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Artvergnügen März

© Portraitexperiment Milicevic Hobis et Amicis

Hobis werden angehende HolzbildhauerInnen genannt. Und was diese jungen Menschen in Anlehnung an das Motto „Nobis et amicis”, das von den Gründungsvätern des Künstlerhauses geprägt wurde, gestaltet haben, ist noch bis zum 25. März zu betrachten. Die Auszubildenden der Berufsfach- und der Meisterschule für das Holzbildhauerhandwerk des Städtischen Beruflichen Schulzentrums Thomas Wimmer gehen dem Sinn des von Prinzregent Luitpold von Bayern im Jahr 1900 eingeweihten Münchner Künstlerhauses auf den Grund. Mit Zeichnungen, experimenteller Kalligraphie und Lithografien, die in der Werkstatt des Hauses entstanden sind, machen die Künstler diesen Ort erneut zu einer Begegnungsstätte zwischen Gesellschaft und Künstlern. Und zu einem Sammelplatz und Mittelpunkt für Frohsinn, Rat und erste Tat, wie es die Urkunde, die zur Grundsteinlegung verlesen wurde, besagt.

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Artvergnügen März

© Wolfgang Stahl Hamish Fulton “Walking without a Smartphone”

Können wir überhaupt noch mit den eigenen Augen sehen, wahrnehmen, begreifen und unser Umfeld wertschätzen? So ganz ohne Filter und ohne live stories, die vielmehr von unseren Fans, Followern und Freunden als von uns selbst erlebt werden? In Hamish Fultons “Walking without a Smartphone” wird das Handy zur Seite gelegt und in der Galerie Häusler Contemporary mit den Werken Fultons Raum für die bewusste, physische Wahrnehmung von Bewegung und Landschaft kreiert. Den individuellen, konzeptuell basierten Wanderungen (Walks), die Fulton auf allen fünf Kontinenten unternommen hat, folgen die Besucher virtuell und werden dadurch Teil des Netzwerkes von Schritten, das zahlreiche Länder dieser Erde umspannt. Das Gehen und aktive Wahrnehmen werden in den Mittelpunkt gestellt – ohne dabei einen Sucher scharf stellen zu müssen. Die Ausstellung zeigt eine persönliche Auswahl des Künstlers, speziell an die Räumlichkeiten der Galerie angepasst und um aktuelle Papierarbeiten ergänzt.

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Artvergnügen März

© Landspersky & Landspersky 2017 what remains gallery: Analog Retweet of @aiww

Was hat Bestand? Fragt man sich in der „what remains gallery”, die von dem Künstlerduo Rene und Christian Landspersky ins Leben gerufen wurde. Seit 2009 sammeln die Cousins das von Kunstwerken und Ausstellungen übriggebliebene Material, dem sie – unabhängig von seiner inhaltlichen Vorprägung – eine neue Bedeutung, basierend auf dem eigentlichen Rohprodukt, geben. Im Falle dieser Ausstellung wurden aus einer Auswahl von Instagram-Motiven des chinesischen Künstlers Ai Weiwei rund 80 Gemälde geschaffen. Die Bilder selbst hat Ai Weiwei in den vier Jahren nach seiner Inhaftierung aufgenommen. Kreiert wurden die Bilder - Öl auf Leinwand – in einer chinesischen Malerwerkstatt. Das Projekt nimmt sich der neuen Medienwelt und ihrer Kommunikationskanäle an und befasst sich zudem mit den zahlreichen Facetten der Kopierkultur.

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Frida Kahlo Filmmuseum

© Flickr | libby rosof unter CC BY 2.0 ArtNight Frida Kahlo

Die Idee ist einfach super: Man trifft sich bei Musik, Drinks und Snacks, umgeben von einer kreativen Atmopshäre, und kann sich mit Pinsel und Farben verwirklichen. Das Thema der ArtNight am 30. März ist: Frida Kahlo! Frida war nicht nur die Frau des berühmten Künstlers Diego Rivera, sondern selbst eine angesehene Malerin, die die volkstümliche Entfaltung des Surrealismus wesentlich prägte. Egal, ob Du bereits Erfahrung mit dem Malen hast oder Dich zum ersten Mal an einem Kunstwerk versuchst, Corinna Naumann, freischaffende Künstlerin aus München, steht mit Rat, Tat und motivierenden Worten zur Seite. Die Materialien werden von ArtNight gestellt, Getränke können in der Location erworben werden. Und als Bonus gibt es noch viele Gleichgesinnte dazu, mit denen man sich zu Kunst, Frida Kahlo und natürlich allen anderen Themen austauschen kann!

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Artvergnügen März Donnerstag, 09.03. Half a pound of art – størpunkt

© Mark Gleason "Tigerboy" HALF A POUND OF ART

Es kommt nicht immer auf die Größe an. Auch in der Kunst nicht. Selbst wenn wir von den imposanten Meisterwerken, die uns in Form monumentaler Bauwerke, Leinwänden, die ganze Museumsräume ausfüllen und abstrakter Kunst wie der von Rothko schwer beeindruckt sind, so haben kleinere Bildausmaße ebenfalls ihren Reiz. In der zweiten Ausgabe der Ausstellung HALF A POUND OF ART kann sich das Auge auf Formate von rund 50 x 50 cm fokussieren. Dabei ändern wir nicht nur unser Bewusstsein, mit dem wir Kunst wahrnehmen, sondern schärfen auch den Blick für Qualität, Details und technisches Können. Unter anderem sind Werke von Frank Krüger, Josephine Kaiser, Kazuhiro Hori und Alina Grasmann ausgestellt.

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Artvergnügen März

© Daniel Karmann Facebox Ausstellung Pressefotos Bayern 2016

Seid ihr auch lieber etwas früher am Flughafen? Man weiß ja nie … und wo man auf seinen Flieger wartet, ist ja eigentlich auch egal. Jetzt könnt ihr sogar während der Wartezeit etwas für Euer Kulturkonto tun – einfach zum Terminal 2 zur Ebene 04 gehen und im südlichen Check-in-Bereich die Ausstellung Pressefotos Bayern 2016 betrachten. Zum 17. Mal hat der Bayerische Journalisten-Verband zur Einsendung von Fotos und Fotoserien, die in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet werden, aufgerufen. Aus über 900 eingeschickten Bildern erzählen hier nun rund 90 der besten Pressefotos bewegende Geschichten aus dem Jahr 2016.

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Artvergnügen März

© Lorli & Ernst Jünger Private Confessions – Die Zeichnungen der Schmuckkünstler

Und zuerst war die Zeichnung. Ausdruck des kreativen Impulses, Einblick in den Künstlercharakter anhand seines individuellen Schriftbildes. Dass sich eine Schmuckausstellung nur am Rande und als Resultat des vorhergehenden Prozesses mit den eigentlichen Objektarbeiten beschäftigt, ist ein Novum. Und ein sehr persönliches Zugeständnis der Künstler, diesen bisher verborgenen Teil ihrer Arbeit einem Publikum zu offenbaren. Die Ausstellung umfasst rund 400 Zeichnungen, ausgewählte Schmuckstücke, Installationen und Skizzenbücher von 36 internationalen, zeitgenössischen Schmuckdesignern, die sich häufig auch als Maler oder Zeichner verwirklichen. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Zeichnungen – von kleinformatigen, minimalistischen Skizzen über barock anmutende Opulenz bis hin zu aufwendigen Collagen, die dem eigentlichen Schmuckstück künstlerisch in nichts nachstehen.

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Artvergnügen März

© Herbert Wenling München – Ein Spaziergang durch Stadt und Zeit –

Die Kombination München, Fotografie und Historie erfreute sich bereits in der letzten Fotografie-Ausstellung MÜNCHEN großer Beliebtheit. Ab dem 17. März wird das Thema mit „München – Ein Spaziergang durch Stadt und Zeit” in der Galerie Gerhard Grabsdorf fortgesetzt. Ausgestellt werden die Fotografien Herbert Wenlings, der als Jugendlicher nach München zog und bis zu seinem Tod 1970 in der Landeshauptstadt lebte. Sowohl als Berufsfotograf aber auch in seiner Freizeit von der Leidenschaft zur Fotografie erfüllt, hielt er Stadtviertel- und Straßenszenen fest und schuf außergewöhnliche Fotoserien über das Leben in München zwischen den 30er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Seine Spaziergänge nehmen den Betrachter auf eine Zeitreise in die Au mit – sie erzählen Geschichten, die Erinnerungen wecken und das Damals aufleben lassen. Die Ausstellung ist ein persönlicher Einblick in selbsterlebte Geschichte und zeichnet gleichzeitig ein Bild Münchens, das – vielleicht – in Vergessenheit geraten ist.

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Artvergnügen März

© Die Neue Sammlung (A. Laurenzo) KOREA: DESIGN + PLAKAT

Dass Korea für technischen Fortschritt steht, beweisen mitunter Unternehmen wie Hyundai, Kia und natürlich Samsung. Dass diese Firmen in der westlichen Welt so erfolgreich sind, basiert zudem auf ihrer speziellen Designphilosophie. Design bedeutet in Korea Extreme, spannt den Bogen vom Kunsthandwerk zur Gestaltung von Industrieprodukten. Das sogenannten K-Design, das mit K-Pop, K-Style und K-Film einhergeht, ist auf ein filigranes Porzellanobjekt ebenso wie auf eine abgefahrene Lampe oder ein superstylishes Handy übertragbar. Die Neue Sammlung zeigt erstmals Design, Kunsthandwerk und Plakate aus Südkorea – von den 1980er Jahren bis zur Gegenwart. Der besondere Stil von Werken aus Korea, der für viele Designer auch ohne den Hinweis Made in Korea erkennbar ist, wurde bereits vielfach ausgezeichnet – einige dieser dekorierte Werke sind Teil der Sammlung.

Titelbild: © Portraitexperiment Milicevic

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