ARTVERGNÜGEN #12 – Unsere 11 Kunsttipps für den Januar 2018

Kaum hat 2018 begonnen, wird kunst- und kulturtechnisch schon ordentlich Gas gegeben. Wer also nur den Hauch eines „Kulturvorsatzes“ für dieses Jahr gefasst hat, muss sich gar nicht besonders anstrengen, um tolle Ausstellungen, Vernissagen und Events zu finden. Und für alle, die nicht einmal auf die Suche gehen möchten, servieren wir euch einen coolen Kunstjanuar mit Tipps, die die Messlatte für die kommenden Monate schon ganz schön hochlegen - darunter: Herr Maier, der das Selfie (vielleicht) erfunden hat, abgefahrene, biotechnische Installationen, eine finnische Partynacht, künstlerische Selbstversuche, 55 Wohnzimmer und ein Rückblick in den Sommer 1968, der beweist, dass man auch im Januar 2018 Blumen im Haar tragen kann!

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Artvergnügen Januar 2018

© Unsplash Herr Maier – Erfinder des Selfies

Wir alle kennen es, machen es und präsentieren es – unser Selfie. Gerne mit Star an der Seite für noch mehr Likes. Doch wer kam eigentlich auf die Idee, sich derart ins Rampenlicht zu stellen? Ein Anwärter könnte Herr Maier sein. Herr Maier hat eine Sammlung von über 100.000 Schnappschüssen, die in über 560 Mappen chronologisch sortiert sind. Seines Zeichens Autogrammjäger und meist beschäftigter Statist des deutschen Films und Fernsehens, macht er seit 1972 Selfies mit bekannten Persönlichkeiten. Eine Auswahl der Fotos sowie das Katalogbuch mit Beiträgen von z.B. Christian Ude gibt es im GUARDINI90 zu sehen.

  • Stadtkulturzentrum GUARDINI90
  • Guardinistr. 90, 81375 München
  • bis 12. Januar 2018 | Montag bis Freitag 9-12 Uhr, Montag bis Donnerstag 17.00–19.00 Uhr (und nach Vereinbarung; in den Schulferien geschlossen)
  • Eintritt frei
  • Mehr Info
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© Thomas Feuerstein, VG Bild-Kunst, Bonn Thomas Feuerstein – Prometheus Delivered

Die Werke des Künstlers Thomas Feuerstein vereinen Erkenntnisse aus Philosophie, Kunstgeschichte und Literatur mit Biotechnologie, Ökonomie und Politik. Die Schnittstelle und Basis von angewandter und theoretischer Wissenschaft ist in dieser Ausstellung eine klassizistische Marmorskulptur von Prometheus, die sich durch steinfressende Bakterien, die Marmor zu Gips verwandeln, zersetzt. Im weiteren Prozess werden sie selbst zur Nahrung menschlicher Leberzellen. Der Prometheus-Mythos wird in einem biochemischen Prozess, der in Pump- und Schlauchsystemen durch die gesamte Ausstellung führt, dargestellt. Forschung, Science-Fiction und Kunst – der Inbegriff eines abgefahrenen naturwissenschaftlichen Kunstwerkes.

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Futuro Satellit

© Sabrina Hasenbein FUTURO. SATELLIT – 2. Finnische Disko

Das Futuro-Haus des finnischen Architekten Matti Suuronen steht schon seit einiger Zeit im Außenbereich der Pinakothek der Moderne. Doch seine ursprüngliche Funktionalität als Ski-Hütte hat bis dato noch niemand überprüft. Das ändert sich am Mittwoch, 24. Januar, wenn hier zu finnischer Tanzmusik Après-Ski und After Work stattfinden. Glögi, finnischer Glühwein, und die finnische Plattensammlung des BR Zündfunk-Moderators Achim 60 Bogdahn sorgen für beste Partylaune und heizen bei hoffentlich niedrigen Temperaturen ordentlich ein!

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© VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Gabriele Münter im Lenbachhaus

Diese Ausstellung ist wirklich ein Muss für alle, die sich mit Kunst beschäftigen. Rund 200 Werke der in Berlin geborenen und in Murnau am Staffelsee gestorbenen Malerin sind hier zu sehen. Das Besondere: Die Exponate umfassen auch Fotografien, zu denen Münter während ihrer USA-Reise 1899/1900 inspiriert wurde. Der Blick durch den Sucher der Fotokamera prägte ihre Arbeit als expressionistische Malerin, durch die sie vor allem in Zusammenhang mit dem Blauen Reiter geschätzt wurde. Erstmals wird dieser Facettenreichtum aus all ihren Lebens- und Schaffensphasen in einer Ausstellung präsentiert.

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© Courtesy of Yoshiko Isshiki Office, Tokio Araki. Tokyo – Fotoausstellung

Der japanische Fotograf Nobuyoshi Araki gewährt uns einen sehr privaten Einblick in sein persönliches Leben und gleichzeitig einen anonymen Ausblick auf den Alltag in der Megametropole Tokyo. So bildet er fast tagebuchartige Fotografien von sich und seiner verstorbenen Frau ebenso ab wie reportagehafte Bilderserien von Japans Hauptstadt und ihrer Architektur. Seine Fotografien verkörpern Gegensätze – anonym und vertraut, bekleidet und nackt, Innen- und Außenwelt. Traum und Realität. Araki gilt als einer der produktivsten als auch provokativsten Fotokünstler der vergangenen und gegenwärtigen Jahrzehnte.

  • Pinakothek der Moderne
  • Barer Straße 40, 80333 München
  • bis 4. März 2018 | täglich außer Montag, 10.00–18.00 Uhr, Donnerstag 10.00–20.00 Uhr
  • Eintritt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro (Sonntagseintritt 1 Euro)
  • Mehr Info
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Artvergnügen Januar 2018

© Gert Weber und Andreas Schulze | Galerie Max Weber Six Friedrich 55 – Wohnzimmer: Gert Weber with old friends

Die Galerie feiert in diesem Jahr ihr 55-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums werden Möbel des Architekten und Designers Gert Weber sowie Exponate verschiedener Künstler der vergangenen Jahrzehnte präsentiert.

  • Galerie Max Weber Six Friedrich
  • Amalienstraße 45, 80799 München
  • 26. Januar bis 17. März 2018 (Vernissage 25. Januar 2018, 18.00–21.00 Uhr) | Dienstag bis Freitag, 12.00–18.00 Uhr, Samstag, 12.00–15.00 Uhr
  • Eintritt frei
  • Mehr Info
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Annegret Soltau - Selbst

© Annegret Soltau | transgenerativ – Mutter/Vater/Tochter/Sohn Annegret Soltau – Selbst

Die Künstlerin sagt selbst über ihre Kindheit, dass diese von Mangel geprägt war. Ihre Erfahrungen und vor allem ihre Einsamkeit spiegeln sich heute in ihrer Kunst wider. Annegret Soltau steht sich dabei selbst zum Modell, da sie mit sich am Weitesten gehen kann – und das auch in physischer Hinsicht, denn körperliche Prozesse bezieht sie in ihre Arbeit möglichst immer ein.

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expeditions-exhibitions-antarctica-as-a-project

© Gustav Düsing Filmscreening, Diskussion und Zelt aus gefrorenem Material: Antarctica as a project

Der Abend beginnt mit einem Screening des Films A Journey That Wasn’t von Pierre Huyghe, setzt sich mit einer englisch/deutschen Diskussion mit Gustav Düsing (Architekt und Teilnehmer der Antarctic Biennale), Marie-France Rafael (Kunsthistorikerin und Schriftstellerin) sowie Nadim Samman (Co-Kurator der Antarctic Biennale) fort und ermöglicht dann den Besuchern, den architektonischen Beitrag Gustav Düsings zur Antarctic Biennale zu betrachten: ein Zelt, das aus gefrorenem Material gefertigt wurde und für einen Abend in München aufgebaut wird. Die Antarctic Biennale wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal ins Leben gerufen – ein Aufruf an junge Künstler verschiedener Genres, während einer Expedition Kunst zu schaffen, ohne, dass diese am Zielort verbleiben würde. Ein innovatives Projekt, das während des Abends traditionelle Vorstellungen von Kunst neu definieren dürfte.

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Galerie der Künstler

© Galerie der Künstler "dann drei, dann vier" - Mitglieder des Berufsverband Bildender Künstler stellen aus

Insgesamt werden in diesem Jahr 204 Exponate von Mitgliedern des Berufsverbandes Bildender Künstler München und Oberbayern e.V. in der Galerie der Künstler gezeigt. Genau so unterschiedlich, wie die Philosophien und Schwerpunkte der Schaffenden, sind auch deren Werke.

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Artvergnügen Januar 2018

© Tobias Melle Offene Ateliertage in der whiteBOX im Werksviertel Mitte

Es ist wieder so weit, Kunst- und Kulturfans können in der whiteBOX hinter die Ateliertüren und über die Schultern von Künstlern gucken. Drei Tage lang wird ein breites Spektrum präsentiert: Bildhauerei, Malerei, Fotografie, Videokunst, Graffiti, Grafik und experimentelle Filme. Zur Eröffnung legt das DJ-Duo "Hase liebt Mören" auf. Weitere Highlights während der offenen Ateliertage sind das Flurfest und das Eismusikkonzert mit Wintersongs.

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Stefan Moses Blumenkinder

© Stefan Moses Fotoausstellung: Stefan Moses – Blumenkinder

Der Januar kann auch bunt und vor allem mit FlowerPower! Die 1968er Bewegung wird in diesem Jahr 50 Jahre alt – und selbst, wenn wir diese Zeit nicht selbst miterlebt haben, so können wir uns alle etwas unter dem Begriff Blumenkinder vorstellen. Der Münchner Fotograf Stefan Moses feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag und in seiner Ausstellung – mit zumeist unbekannten Bildern – die Tage, die von einer ganz eigenen Lebenseinstellung und Scott McKenzies Song „San Francisco“ geprägt waren.

  • Literaturhaus München
  • Salvatorplatz 1, 80333 München
  • bis 25. Februar 2018 | Montag bis Mittwoch und Freitag 11.00–19.00 Uhr; Donnerstag 11.00-21.30 Uhr; Samstag, Sonntag & Feiertage 10.00–18.00 Uhr
  • Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
  • Mehr Info
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