Artvergnügen – Unsere 11 Kunsttipps für den Juli 2018

Das Gute am Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018 ist, dass diejenigen, die sich ganze Nachmittage und Abende im Kalender geblockt haben, nun über eine Fülle an neu gewonnener Freizeit verfügen. Mit ihnen jubeln diejenigen, die regelmäßig Zeit für Kunst einplanen. Wenn das kein Match, keine glückliche Fügung, kein Volltreffer ist! Wir liefern euch Ideen für euer Kultur-Date: Der Juli hat jede Menge Perspektivenwechsel im Angebot, Poeten auf Tour, einen Phönix, der abhebt, Dachhasen, die auf dem Boden bleiben und einen Künstler, der in fremde Kleider schlüpft – und damit vielleicht eine neue Identität annimmt.

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MD Papierfabrik Artvergnügen

© Outer Circle Festival 2017 Selbst kreativ werden beim Outer Circle Festival 2018

Der ehemalige Holzlagerplatz der MD Papierfabrik in Dachau darf ins Scheinwerferlicht: In einem Teil der Halle steht eine Musikbühne, der andere Teil beheimatet eine Kunstausstellung. Im Außenbereich findet ihr Gastronomie und Stände mit Kunsthandwerk sowie Skulpturen, Wände und Fassaden zum Bemalen und Skateobjekte. Dabei leisten nicht nur das Asimba Soundsystem und rund 20 Künstler einen Beitrag zum Festival – ihr könnt selbst aktiv werden, denn Interaktion ist unbedingt erwünscht!

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Artvergnügen Juli 2018

© Transparent Festival 2017 5000 Zimmer Küche Bad: Das etwas andere Kunstfestival

80 Räume auf fünf Stockwerken, Open Air Bereich und Bunker – vollgepackt mit Musik, Kunst, Media-Art, Musik und Theaterperformances. Klingt nach Umland und „wer trinkt heute Abend nicht und fährt“? Von wegen! Die Eventlocation ist mitten in München. Ein Teilkomplex des ehemaligen Telekomgebäudes, das die STRABAG zur Zwischennutzung zur Verfügung stellt. Drei Tage lang treffen hier rund 50 Ausstellende und Performance-Künstler sowie etwa 20 Bands und DJs zusammen und zeigen, was Münchens Kunst- und Kulturszene zu bieten hat. Mit dabei sind unter anderem FloFilz, COEO, Mindsight und T.U.R.F. Wer das verpasst, ist selbst schuld.

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© AusARTen | Tasnim Baghdadi Mal die Perspektive wechseln und AusARTen

Das diesjährige Motto des AusARTen Festivals ist „Zu Wort kommen“. Verschiedene Künstler drücken sich auf unterschiedliche Weise, in Form von Kunstwerken, Musik und Workshops aus und geben so ihrer Meinung eine Stimme, die gehört und gesehen werden kann. Vom Schreib-Workshop über Kreativ ART und Calligraffiti-Workshop bis zu Comedy und dem Panel „We don’t integrate, we recreate“ könnt ihr die Gelegenheit nutzen, Kunst selbst aus einer anderen Perspektive zu erleben. Das Festivalende wird mit Hip Hop von DSDNG gefeiert.

  • MFI München
  • Hotterstraße 16
  • noch bis 8. Juli 2018 | 6. Juli ab 18.30 Uhr, Workshops am 7. Juli ab 10.00 Uhr, Abendprogramm ab 18.30 Uhr
  • kostenlos
  • Mehr Info
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Artvergnügen Juli 2018

© Philip Metz Fußball mal anderes entdecken bei The Mimicry Games 2018

Ja, wir sind uns bewusst, dass die WM 2018 ein ganz heikles Thema ist. Aber für alle, die über das Ausscheiden der deutschen Mannschaft hinweg sind (oder – Skandal – die es nur am Rande interessiert hat), ist diese Ausstellung von Philip Metz die Möglichkeit, das Thema aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. The Mimicry Games sind ein internationales Kunstprojekt, das am Beispiel der Fußballweltmeisterschaften 2014 und 2018 sowie der Europameisterschaft 2016 den Zusammenhang von Politik, Geschichte und Kultur in drei Episoden ausarbeitet. Neben Videos, Fotos und Installationen wird es auch Liveschaltungen aus Russland geben, bei denen Fans vor Ort interviewt werden.

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Artvergnügen Juli 2018

© Alexa von Arnim Den Flug des Phönix bestaunen im MUCA

Im MUCA könnt ihr in Bildern erleben, was nur eine begrenzte Anzahl von Menschen bisher live und in Farbe gesehen hat: den Flug des Phönix. Eine dynamische Skulptur, die sich konstant in der Luft verändert. Die Künstlergruppe super+ führt diese Performance seit 2015 unter anderem im Englischen Garten, dem Kunstarealfest, in der Pinakothek der Moderne, vor dem Eiffelturm in Paris und zuletzt im Februar auf Mauritius auf. Hier ist auch eine Videoarbeit entstanden, die im MUCA auf eine 20 x 6 Meter große Leinwand projiziert wird. Der Phönix, eine silbrig glänzende, dünne Satellitenfolie, sieht aus wie eine schwebende Welle aus flüssigem Quecksilber und erzeugt das Rauschen eines Wasserfalls – beeindruckend und meditativ. Unser Tipp: Am 5. Juli 2018 sind die Künstler zur Vernissage anwesend!

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Simon Freund

© Simon Freund In fremde Kleider schlüpfen bei Simon Freunds Selbstportrait

Des Künstlers neue Kleider – Simon Freund tauscht für sein Werk Selbstportrait mit 100 Menschen das Outfit. Er selbst zieht die Kleidung verschiedener Frauen und Männer an und lässt diese seine eigene, charakteristische Uniform tragen. Das Ergebnis sind 200 Portraits, doch eine Frage bleibt offen: Die nach dem Individuum und inwiefern wir uns unterscheiden, wenn wir alle – zumindest bis auf das Gesicht – das gleiche Erscheinungsbild haben. Sind es wirklich Hose, Hemd & Co., die uns zu dem machen, was wir sind oder ist es unsere Ausstrahlung, die unser Aussehen in den Hintergrund rücken lässt? Übrigens sind Nina und Lilli Teil des Projekts – die ganze vergnügte Bande wird also mal vorbeischauen und das Kunstwerk bestaunen.

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Artvergnügen Juli 2018

© Gregor von Glinski Im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen

Die Organisation kennen wir alle, einen Blick hinter die Kulissen von Ärzte ohne Grenzen könnt ihr Ende Juli auf dem Odeonsplatz werfen. Im Rahmen der Freilichtausstellung zeigen ProjektmitarbeiterInnen vor Ort, wie genau die Hilfe im Fall von Kriegen, Naturkatastrophen und zum Beispiel dem Ausbruch von Epidemien in rund 70 Ländern dieser Welt aussieht. An verschiedenen Stationen mit Originalausstattungen und Zelten berichten Mediziner von ihren Erfahrungen während eines Einsatzes in Krisengebieten.

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© Muffatwerk Auf der Abschlussausstellung des Studiengangs Kunst und Multimedia neue ART entdecken

Die Studenten des neunten Jahrgangs „Kunst und Multimedia“ an der LMU zeigen, wie Kunst und Informatik in der heutigen Zeit zusammenfinden. Außerdem geht es auch darum, wie diese beiden den Begriff und die Wahrnehmung von ART neu definieren. Neben klassischen Kunstformen wie Film, Fotografie oder Malerei, gibt es interaktive Installationen, Apps, Virtual und Augmented Reality Anwendungen zu entdecken.

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© Martin Fengel München meets Japan auf der Insel der Dachhasen

Oder: eine japanisch-bayerische Begegnung. Tomoya Kato aus Kyoto und Martin Fengel aus München zeigen ihre Werke: Gemeinwesen, Geheimwesen und lebhafte Umschreibungen. Die gemeinsame Basis ist Tomoyas Atelier in einem Kato-Haus, welches das Wortgebilde Licht-Hase-Dach trägt. Hier stand auch der Münchner Martin Fengel und ließ sich inspirieren. Die Ergebnisse: neue, raumgreifende Installationen, die im Lothringer13 zu sehen sind. Die Location lässt ausreichend Platz für Interpretationen und kurbelt die Fantasie weit über den Weißwurstäquator und die Sushiplatte hinaus an.

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© Lilli Wermuth Durch die Gateways von Sbagliato mal eben nach Italien abkürzen

München ist die nördlichste Stadt Italiens – so ungefähr lautet wohl auch das Motto der italienischen Künstlergruppe Sbagliato. Die haben zusammen mit Air Dolomiti etwas ganz besonderes kreiert. An fünf Locations – Schauburg, Blitz, Awi, Gisela-Gymnasium und am Hans-Mielich-Platz – könnt ihr euch seit einer Woche nach Italien schleichen. Im übertragenen Sinn. Hier hängen großflächige Fotografien, die wie Plakate an die Wände gekleistert wurden. Das Konzept dahinter: urbane Räume durchbrechen. Man muss teilweise schon zwei Mal hinschauen, um zu verstehen, dass die Durchgänge nur plakatiert sind.

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The Lovelace Bar Bank

© The Lovelace Auf der Poetentour von Worten verzaubern lassen

Von Weimar nach Wien mit Zwischenstopp in München. Das ist die Lesetour zweier Poeten. Marius Tölzer liest Gedichte, Oliver Mörchel trägt Märchen-Nachdichtungen vor – beide Präsentation werden von Wortzauber und sprachlichem Glanz begleitet. Und von Musik: Milena Wilke spielt Violine, Silvia Brenner Gitarre. Der 10. Juli könnte einer dieser Abende werden, an dem man beseelt nach Hause geht und denkt: schön. Einfach schön. Sollte man öfter machen.

Titelbild: © Lilli Wermuth

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