Pasta in der Papierfabrik: Das neue Mangfallblau am Tegernsee

© Mangfallblau

Einfache Küche. Nichts besonderes. Wenn einem eine Werbeagentur diesen Slogan für ein Restaurant vorschlagen würde, wäre das vermutlich eher ein K.O.-Kriterium. In diesem Fall stammen die Worte aber vom Chef himself – und ja, besser hätte man das Konzept hinter dem neuen Restaurant in Gmund am Tegernsee nicht beschreiben können. Wer die Region mit all den fancy Restaurants, teuren Hotels und dem Schickeria-Charme kennt, der weiß, dass das Mangfallblau damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal geschaffen hat. Genau wie mit der Tatsache, dass es Teil einer großen Papierfabrik mitten in der oberbayerischen Idylle ist.

Aber eins nach dem anderen: Gmund ist nicht nur der Ortsname der kleinen Gemeinde am Tegernsee, sondern auch der Firmenname des seit 1829 ansässigen Papierherstellers. Die ganze – gar nicht so unspannende – Geschichte des Unternehmens sparen wir uns an dieser Stelle zwar, aber bereichern euch mit folgendem Fun Fact: Hier wurde schon das spezielle Goldpapier der Umschläge und Gewinnerkarten für die Oscar-Verleihung produziert. Aber auch abgesehen davon verstehen die Gmundner ihr Handwerk und beliefern viele große Firmen auf der ganzen Welt mit ihren Produkten. Im fabrikeigenen Shop findet ihr aber auch tolle Papeterie für den Otto-Normalverbraucher.

Mangfallblau Restaurant Tegernsee
© Nina Vogl
Mangfallblau Restaurant Tegernsee
© Nina Vogl

So, und was hat das jetzt mit einem Restaurant zu tun? Nicht so viel ehrlich gesagt, aber auch ein Traditionsunternehmen muss sich heutzutage immer mal neu erfinden. Schon seit Längerem bietet die Papierfabrik zum Beispiel Firmenevents in ihren Räumlichkeiten an und hat mit dem Mangfallblau nun einen Ort geschaffen, an dem auf der einen Seite große Kunden im "Whitelab" beraten werden und auf der anderen die Mitarbeiter sitzen und Mittag essen. Dabei ist alles – von der Einrichtung bis zur Karte – möglichst minimalistisch gehalten. Sogar die Öffnungszeiten, denn zur Zeit könnt ihr als Besucher nur von Freitag bis Sonntag einkehren.

Die Karte im Mangfallblau: Butterwaffeln und Brotzeitteller

Vermutlich interessiert euch aber seit dem ersten Absatz, was ihr hier so zu euch nehmen könnt und was es nun mit dieser vermeintlich einfachen Küche auf sich hat. Beim Blick auf die Karte würden wir ja eher von klassisch, als unbedingt von einfach sprechen. Da gibt es hausgeräucherte Forelle zur Vorspeise, einen gscheiden Brotzeitteller und als eine Art Signature-Gericht die hausgemachten Mangfallnudeln. Die bestellt ihr mit Büffelmozzarella, Rinderlende, Saibling oder auch Kalbsfilet mit Pfifferlingen. Dazu ein paar typische Salate und zur Nachspeise Butterwaffeln oder wechselnde Kuchen.

Mangfallblau Restaurant Tegernsee
© Mangfallblau
Mangfallblau Restaurant Tegernsee
© Mangfallblau/Nina Vogl

Das alles zu fairen Preisen, begleitet von verdammt günstigen und trotzdem guten Weinen sowie dem hauseigenen Quell- aka Mangfallwasser. Die Namenspatin fließt nämlich direkt vor der Tür. Bei der Zubereitung der Gerichte verkünstelt sich hier niemand. Schmecken soll es. Satt machen soll es. Gesund sein soll es. Zu einfach und klassisch gesellt sich also noch ein weiteres Adjektiv: ehrlich! Die Produkte kommen so weit wie möglich aus der näheren Umgebung und von kleinen Lieferanten, die man persönlich kennt. Dass das oft mit Mehraufwand und Lieferengpässen einhergeht, nimmt das Team in Kauf.

Wir sind ja gerne am Tegernsee unterwegs. Mit dem Zug ist man in nicht mal einer Stunde da, wandern geht ganz wunderbar und man weiß ganz einfach, woran man ist. Ist dann auch nicht schlimm, dass es gefühlt nur unbezahlbare Wellness-Hotels gibt, weil man kann ja easy am Abend wieder heim fahren. Umso mehr freut es uns, dass wir unser Tegernsee-Repertoire um einen weiteren kulinarischen –und weitesten Sinne kulturellen – Punkt erweitern können. Und selten fanden wir nichts Besonderes so besuchenswert!

Mangfallblau Restaurant Tegernsee
© Mangfallblau/Nina Vogl
Mangfallblau Restaurant Tegernsee
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Unbedingt probieren // Die hausgemachten Mangfallnudeln in Kombination mit dem Grünen Veltliner.

Vegetarisch // Ziemlich viel – Kürbissuppe, Mangfallnudeln mit Büffelmozzarella, Raviolone mit dreierlei Käsefüllung oder ganz simpel einen der Salate.

Mit wem gehst du hin // Mit den Freunden nach dem Wandern oder mit der Firma zu einem Special-Event samt Fabrikbesichtigung.

Lärmfaktor // Belebt, aber der Schall verteilt sich gut im großen Raum.

Preise // Mangfallnudeln mit Büffelmozarella 12,90 Euro, Rinderlende 21,90 Euro, offene Weine 0,2l ab 3,90 Euro.

Besonderheit // Fabrikrestaurant im ehemaligen Stall und direkter Anschluss zur Papierfabrik Gmund.

Mangfallblau | Mangfallstraße 5, 83703 Gmund am Tegernsee | Freitag & vor Feiertagen: 15.00–21.00 Uhr, Samstag, Sonn- & Feiertage: 09.00–21.00 Uhr | Mehr Info

Mangfallblau Restaurant Tegernsee
© Mangfallblau

Wir wurden vom Restaurant eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unser ehrliche Meinung.

Die Fotos zu diesem Artikel sind mit der Sony Alpha 7ii enstanden.

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