Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe übernachten im Chalet Stern

Als wir im Chalet Stern ankommen, haben wir schon eine wilden Ritt durch Südtirol hinter uns. Aber wie das nun mal so ist mit den Bergen, kommen wir hier sofort zur Ruhe. Nach einer zehnminütigen Fahrt mit der Kabinenbahn den Rosskopf hinauf, werden wir an der Talstation von einem der Mitarbeiter des Chalet Stern abgeholt – mit dem Schneemobil, denn hier oben ist noch alles weiß, auch wenn die Skisaison Ende März an diesem sonnigen Berg in Südtirol endet.

Dann macht auch Tom sein Chalet zu und fährt erst einmal in den wohlverdienten Urlaub, bis er am 25. Mai 2019 sein kleines Hotel wiedereröffnet. Die Sommersaison geht dann bis zum 20. Oktober 2019. Der Gastronom betreibt nicht nur seit achtzehn Jahren die Sternhütte, die ein beliebter Treffpunkt für Skifahrer ist, sondern seit zwei Jahren auch die wunderschönen sieben Chalets direkt daneben. Eines luxuriöser als das andere und noch ein echter Geheimtipp – für ruhesuchende Stadtmenschen.

Samstag, 16 Uhr: Ankunft im Chalet Stern

Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
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Als Inhaber und Betreiber Tom uns unsere Unterkunft für die Nacht zeigt, bleibt fast unser Herz stehen – ein 86 Quadratmeter großes, zweistöckiges Chalet mit Regendusche, freistehender Badewanne, elektrischem Kamin, Smart TV, eingebauter Küche, Boxspringbetten, einem Balkon und einer Terrasse. Die Planung bis zur Umsetzung hat er selbst übernommen – und dabei heimische Holze mit luxuriösen Stoffen sowie den Bauernschrank von der Oma mit modernen Designerstühlen kombiniert.

Und diese Kombination ist absolut gelungen. Man möchte sofort seine Schuhe ausziehen, den Schrank einräumen, sich aufs Sofa fläzen und einen Kaffee in der Küche machen. Man kommt direkt an und dazu gibt es auch noch dieses wahnsinns Ausblick auf die österreichischen Alpen und Dolomiten. Hier fühlt man sich seit langem mal wieder richtig verbunden mit der Natur. All die Alltagsprobleme und Stressgedanken bleiben unten im Tal. Hier oben weht einem der Wind den Kopf frei. Es ist so schön hier, dass wir gar nicht mehr fahren wollen, aber das müssen wir ja zum Glück auch erst mal nicht.

Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
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Samstag, 18 Uhr: Sauna, Jacuzzi und Bergblick

Wir schmeißen uns in die Bademäntel und hüpfen rüber in den Spa-Bereich, der direkt neben den Chalets liegt. Nach dem Saunagang schlafen wir in dem gemütlichen Ruheraum sofort ein. Hier warten Obst, Tees und hausgemachter Sirup neben bequeme Korb-Liegen und Heu-Betten mit Leinenüberzug. Im Chalet Stern stimmt wirklich jedes Detail. Alles ist durchdacht, hochwertig und mit Liebe gemacht.

Nach dem kleinen Nickerchen werden wir dank dem Jacuzzi wieder schnell wach. Mittlerweile ist es dunkel geworden, alle Skifahrer sind unten, der letzte Lift geht um 17 Uhr und wir sind die einzigen Gäste. Während der Sternenhimmel langsam aufzieht, massiert uns die Whirpool-Düse den Rücken und das Leben ist gerade ganz schön gut.

Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
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© Anja Schauberger
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Samstag, 20 Uhr: Abendessen in der Sternhütte

Tom hat insgesamt neun Angestellte, die ihm bei den Zimmern und in der Küche vom Chalet Stern und der Sternhütte helfen. Heute Abend steht er mit einem Mitarbeiter selbst in der Küche. Doch zuerst bringt er uns die Karten an den gedeckten Tisch. Das Abendessen ist im Gegensatz zum Frühstück nicht im Zimmerpreis mit inbegriffen. Wir sind wirklich überrascht von den Preisen – dafür, dass wir hier auf fast 2000 Metern Höhe essen und jede Banane ja erst einmal den Berg hoch gebracht werden muss, isst und trinkt man günstig bei Tom.

Das Knödeltris gibt's für 10,80 Euro, den Cappuccino für 2,70 Euro. Selbst der Zwiebelrostbraten, der in München schon gerne mal 25 Euro aufwärts kostet, steht hier für 17 Euro auf der Speisekarte. Und als wäre das nicht schon gut genug, kocht Tom und sein Team auch noch so wahnsinnig gut, dass es uns echt die Schuhe auszieht.

Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
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© Anja Schauberger

Wir teilen uns eine Flasche Südtiroler Wein, essen frittierte Gnocchi mit Steinpilzen aus der Region. Tom stellt mir ein Dreierlei aus Schlutzkrapfen und Ravioli zusammen, weil ich mich nicht entscheiden kann. Wir probieren unsere erste Weißweinsuppe, die überraschend wunderbar schmeckt und teilen uns zum Nachtisch ein Schoko- und ein Buchweizentörtchen. Alles schmeckt ganz fantastisch und wir fallen satt, ein bisschen betrunken und glücklich ins Bett.

Sonntag, 8 Uhr: Aufwachen mit Bergblick

Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
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Wir schlafen mit dem Mond ein – tatsächlich sehen wir ihn vom Bett aus direkt an – und wachen mit der Sonne auf. Die scheint nämlich direkt auf unsere Gesichter und Terrassen. Als wir früh morgens die Balkontüre öffnen, hören wir absolut nichts. Nur die Vögel und – wenn man es hören könnte – den Himmel, die Berge und den Schnee. Wer in der Stadt wohnt, kennt diese Ruhe nicht. Sie ist einzigartig und holt einen total runter. Wer hier oben gestresst ist, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Kein Mensch ist auf dem Berg, nur ein paar Skitouren-Geher kraxeln gegen acht Uhr schon langsam den Rosskopf hinauf, ansonsten fühlen wir uns wie die Einzigen hier oben. Sind wir ja auch fast. In den Chalets gibt es zwar WLAN, aber wir sind hier oben nicht viel an unseren Handys. Lieber die Berge angucken als auf Instagram abhängen. Bevor es für uns schon wieder runter ins Tal und nach Sterzing geht, hat Tom noch ein ausgiebiges Frühstücksbuffet für uns vorbereitet.

Samstag, 9 Uhr: Hausgemachtes Frühstück

Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
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© Anja Schauberger

In der kleinen Stubn in der Sternhütte warten selbstgemachte Marmeladen, guter Käse, Südtiroler Speck, frischgepresste Säfte, hausgemachtes Brot und vieles mehr. Eierspeisen und echten italienischen Kaffee gibt's auf Bestellung. Wir frühstücken in aller Ruhe und sehen der Sonne dabei zu, wie sie immer weiter aufgeht und immer wärmer wird. Auch, wenn wir nur eine Nacht hier waren, fahren wir viel entspannter, als wir gekommen sind.

Wir planen schon unseren Aufenthalt in der Sommer-Saison, die ab Mai beginnt – denn dann kommt auch der Grill, die Yoga-Wiese und das Schlafzimmer im Freien zum Einsatz. Richtig gelesen: Hier könnt ihr auf einer Plattform im Freien übernachten, Vorhänge gibt's allerdings. Und wem's doch zu kalt wird, der zieht sich in sein Chalet zurück. Wirklich schade, dass das Chalet Stern einer dieser Geheimtipps ist, die man einfach nicht für sich behalten kann.

Ausflugsvergnügen: Auf 1946 Meter Höhe im Chalet Stern übernachten
© Anja Schauberger
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Mountain Chalet Stern | 39049 Sterzing, Bozen, Italien | Junior Bergsuite für zwei Personen ab 244 Euro, Comfort-Bergsuite für zwei bis fünf Personen ab 305 Euro, Comfort-XL-Bergsuite für vier bis sechs Personen ab 498 Euro pro Nacht – Frühstück und Kabinenbahnfahrt inklusive | Chalets können vom 25. Mai bis 20. Oktober 2019 gebucht werden und dann wieder im Winter | Mehr Infos

Anfahrt: Mit dem Auto oder der Bahn bis nach Sterzing, dann zur Rosskopf Bahn (Parkplätze sind vorhanden), mit der Kabinenbahn circa zehn Minuten, von der Station holt euch im Winter das Schneemobil ab. Ansonsten kann man auch laufen.

Der IDM Südtirol hat uns zu dieser Reise eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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