Die Zukunft der Fahrradhelme: Hövding, der Airbag für das Fahrrad

München hat einen wunderschönen Vorteil gegenüber einigen Großstädten, denn eigentlich sind alle Distanzen radelbar. Immer wieder entscheiden wir uns trotzdem dagegen, weil uns der Münchner Stadtverkehr, Tramschienen und radweglose Straßen schon morgens vor der Arbeit ungewollte Abenteuer bereiten. Einen Helm aufsetzen um sich sicherer zu fühlen? Wäre eine Option. Aber mal ehrlich: Wer von euch trägt noch den guten alten Fahrradhelm? Und bei wem siegt doch die Eitelkeit?

Mittlerweile gibt es eine super Lösung für das ewige Dilemma zwischen Schutz und perfektem Scheitel: den Hövding, einen Airbag für Fahrradfahrer! Was auf den ersten Blick ein bisschen an eine schwarze Halskrause erinnert, ist unserer Meinung nach die Zukunft der Fahrradhelme.

© Ida Heinzel

Das Prinzip des Hövdings klingt simpel: Man trägt einen Airbag zusammengerollt um den Hals, bei einem Sturz geht der auf und schützt so Kopf und Nacken. Im Grunde funktioniert’s auch genau so. Allerdings steckt dahinter eine ausgeklügelte Technologie.

Durch Sensoren und Algorithmen erkennt der Hövding das Bewegungsmuster des Fahrradfahrers. Kommt es zu einem Sturz, öffnet sich der Airbag innerhalb von 0,1 Sekunden und schützt Kopf und Genick. Laut einer Untersuchung der Stanford University bietet der Hövding so einen acht Mal besseren Schutz als ein herkömmlicher Fahrradhelm!

In 0,1 Sekunden auf maximale Sicherheit

Was macht den Hövding so sicher? Der Airbag ist im aufgeblasenen Zustand dicker und weicher als ein normaler Fahrradhelm und umschließt Kopf und Nacken. So wird das Risiko einer Gehirnerschütterung und bleibender Schäden deutlich minimiert. Mittlerweile wurden bereits 150.000 Hövdings verkauft, die mehr als 3700 Radfahrer bei Unfällen geschützt haben. Hier könnt ihr sehen, wie ein Sturz aussehen würde:

Aber jetzt ganz von vorne: Bevor ihr den Hövding benutzen könnt, müsst ihr ihn mit dem beigelegten USB-Kabel aufladen. Die Ladedauer beträgt circa drei Stunden, der Akku hält um die neun Stunden. Die Zwischenzeit nutzt ihr am besten gleich, um euch sorgfältig die Bedienungsanleitung durchzulesen, die übrigens sehr gut verständlich und bildlich aufbereitet ist. Mit im Paket findet ihr noch einen Überzug. Den könnt ihr wenn nötig einfach in der Waschmaschine waschen, so ist der Hövding vor Wasser und Schmutz geschützt.

© Ida Heinzel
© Ida Heinzel

Step by Step den Hövding anlegen

Das Anlegen des Radl-Airbags ist gar nicht so kompliziert: Ihr legt den Gurt um den Hals, sodass der Reißverschluss in einer Linie mit eurem Kinn ist und die Spitze auf eurem Rücken Richtung Boden zeigt. Dann schließt ihr den Reißverschluss.

Am Reißverschlussbändchen befindet sich ein kleiner Druckknopf, damit aktiviert ihr den Hövding. Ein Piepton und ein grünes Licht signalisieren, dass der Hövding jetzt zum Schutz bereit ist. Achtung: aktiviert ihn erst, wenn ihr wirklich losfahrt. So vermeidet ihr, dass der Airbag beispielsweise beim Überziehen eines Pullis oder einer Tasche aktiviert wird.

Ist die Fahrt vorbei, löst ihr als erstes den Druckknopf und öffnet den Reißverschluss. Wieder ertönt ein „Biep“, der Airbag ist jetzt ausgeschalten. Praktisch: Der Hövding lässt sich zusammenrollen und so easy in eine Tasche packen. Ihr braucht also keinen sperrigen Fahrradhelm mehr mit euch rumtragen oder zuhause liegen haben.

Ride safe, feel free!

Natürlich haben wir für euch getestet, wie das Ganze im täglichen Gebrauch funktioniert. Es gibt nämlich ein paar Dinge, die ihr unbedingt beachten solltet: Der Hövding ist für urbane Radfahrer (einschließlich E-Bikes bis 25 km/h) und darf nicht beim sportiven Rennradfahren, Kunstradfahren, Mountainbiken, Offroad- bzw. Downhill-Fahren oder bei Spezialrädern, wie BMX-Rädern, verwendet werden. Anfangs ist das Gefühl einen Gurt um den Hals zu haben etwas ungewohnt, bei der zweiten Fahrt hat man sich aber eigentlich schon daran gewöhnt. Fühlt sich gut an, sicher zu radeln und dabei den Kopf frei zu haben.

Hört sich top an das gute Ding, oder? Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. Für 299 Euro könnt ihr euch den Hövding im Onlineshop bestellen. Sicher gibt es Fahrradhelme, die günstiger sind, aber auch welche die sich in der gleichen Preiskategorie befinden. Und wenn wir an einer Stelle nicht sparen sollten, dann ist es doch bei einem heilen und gesunden Kopf.

© Ida Heinzel

Wir schenken euch einen Hövding!

Bleibt noch eine Frage: Was passiert, wenn der Airbag einmal aufgegangen ist? Leider kann der Hövding dann nicht nochmal verwendet werden. Wenn ihr euch aber innerhalb der ersten drei Monate nach dem Kauf für das Crash Replacement Programm anmeldet und den Kaufbeleg aufhebt, erhaltet ihr Rabatt für einen Neuen!

Falls ihr noch unsicher sein solltet und den Hövding selber ausprobieren wollt, bekommt ihr jetzt die Chance einen zu gewinnen! Wir verlosen einen Fahrrad Airbag an euch. Schreibt uns einfach bis zum 19. August 2019 eine Mail mit dem Betreff "Sicherheitsvergnügen" an [email protected] und erzählt uns, was euer Lieblingsspot ist, den ihr nur mit dem Rad erreicht.

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