35 Jahre P1: Ein Stück Münchner Geschichte feiert Geburtstag

© P1

Wenn man als Münchner auf die Stadt angesprochen wird, sind da meistens drei Dinge, die auf der ganzen Welt bekannt sind: das Oktoberfest, der FC Bayern und das P1. Die Meinung der Münchner über alle drei Institutionen sind dabei allerdings so verschieden, dass schon Familien auseinander gebrochen sind, Stichwort 1860. Man kann sich streiten, diskutieren, empören. Man kann diese drei Dinge verachten, sich beschweren und ihr Ende herbeiwünschen – aber trotzdem oder genau deswegen, weil sie eben ein Thema sind, gehören sie zu München.

Sie sind nicht mehr wegzudenken und prägen die Stadt. Ob man nun will oder nicht. So verhält es sich vor allem mit dem P1 – dem Club überhaupt, wenn man von außen auf die bayerischen Landeshauptstadt guckt. Wir kennen zwar niemanden, der hier feiern geht, aber in einer Münchner Parallelwelt ist er ein Wert, ein abendliches Ziel und hat immer noch eine gewisse Coolness. Zum 35. Geburtstag können wir deshalb nicht viel sagen über "des Oansa", wie es heute ist, aber die Geschichte von Münchens berühmtesten Club – die kann man mal nachlesen.

Vom gehobenen Offiziersclub zu dem am schlechtesten bewertenden Club der Stadt.

Das P1 gibt es eigentlich schon viel länger – nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Location bereits 1949 als Club für die amerikanischen Besatzungstruppen eröffnet, damals einfachheitshalber nach der Adresse "P-One" genannt. 1984 übernahm Michael Käfer und der Name P1 war zum ersten Mal offiziell – nach diesem Datum feiert der Club heute auch seinen 35. Geburtstag. Damals zog das "Oansa" in den Keller vom Haus der Kunst – der Ruf des Clubs war aber auf dem absoluten Höhepunkt. Denn kein Club passte besser in das Bussi-Bussi-Monaco-Franze-München der 80er Jahre.

Heute könnte man die Entwicklung so zusammenfassen: vom gehobenen Offiziersclub zu der am schlechtesten bewertenden Diskothek der Stadt. Das P1 wird gehasst für sein Schickimicki-Image, seine knallharte Tür und seine Gäste, die immer zwischen 16 und 76 waren, was sie allerdings nicht davon abhielt miteinander rumzumachen oder sich zumindest Drinks auszugeben. Man könnte die große Altersspanne auch als Zeichen der Offenheit betrachten, wären das große Überthema nicht "Geld" gewesen. Aber das P1 wird auch gelobt – für seine gute Anlage, für die schön gelegene Location, die gute Pizza und für Oliver Kahn.

Es ist eben genau wie mit der Wiesn und dem Fußball: Nur all das zusammen macht unser München, wie wir es kennen und lieben.

Überhaupt die FC Bayern-Partys hier – wenn die auch noch nach der Wiesn stattfanden, gab's eine echte Münchner Matrix, denn dann kamen alle drei typischen Monaco-di-Bavaria-Dinge an einem Abend zusammen. Das P1 steht wie der FC Bayern irgendwie für Siegertypen – und das ist es wahrscheinlich, was es so unsympathisch macht. Denn wer hipp sein möchte, wendet sich ab vom FC Bayern, vom P1 und auch vom Oktoberfest. Wenn überhaupt, geht man dann auf die Oide Wiesn auf die Terrasse von der Goldenen Bar.

Auch wenn wir nicht im P1 feiern gehen und es zumindest kein Teil von unserem München ist, wünschen wir alles Gute zum 35. Geburtstag. Denn der Club ist ein echtes Stück München Geschichte. Hier haben schon die Rolling Stones gefeiert, Puff Daddy, Jennifer Lopez und Lady Gaga. Es ist eben genau wie mit der Wiesn und dem Fußball: Nur all das zusammen macht unser München, wie wir es kennen und lieben.

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