Wunderschöne Dinge im siebenmachen Galerieladen in Obergiesing

© Miriam Worek

Ihr sucht ein Geschenk oder habt das Bedürfnis, euch selbst eines zu machen? Dann spart euch Karstadt, Zara Home und all die anderen phantasiebefreiten Quellen der immer gleichen Mitbringsel: Im siebenmachen Galerieladen werdet ihr garantiert fündig. Nach erfolgreicher und inspirierender Suche lässt es sich übrigens wunderbar durch den gegenüberliegenden Ostfriedhof spazieren.

Aus der Tram an der Bonifatiusstraße ausgestiegen, steht man fast schon vor dem Altbaugebäude mit den zwei großen Schaufenstern. In den hellen Räumen herrscht kein Kaufzwang und zwischen den vielen schönen Dingen lässt es sich stundenlang stöbern. Der rechte Teil der Ladenfläche ist für häufig wechselnde Ausstellungen reserviert. Aktuell: Siebdrucke, Illustrationen und Gigposter von Señor Burns aus Haidhausen. Auf den Fotos seht ihr die vorherige Ausstellung von Concept Designer und Illustrator Jompitz  (Julian Opiz).

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Der inhabergeführte Einzelhandel befindet sich buchstäblich im Kampf – mit Amazon, steigenden Mieten und Baustellen vor dem Schaufenster. Dass es auch anders geht zeigt das Konzept hinter dem siebenmachen. Hier heißt es "Sharing and Caring". Die ausstellenden Künstler- und Designer*innen teilen sich Miete, Betreuung und Gestaltung des Ladens. All das anteilig und fair.

Female Future Force im Einzelhandel

Die Idee entstand im Jahr 2012. Damals schlossen sich sieben Frauen zusammen, die allesamt keine Lust mehr hatten, die Vermarktung ihrer Produkte alleine zu stemmen. Vision war ein vielfältiger Galerieladen, offen und einladend für alle. Ziel war es auch, eine dauerhafte Verkaufsfläche und Raum für Vernetzung zu schaffen. Das Team von siebenmachen sucht alle Stücke persönlich aus und das Angebot reicht von schönen Kleinigkeiten bis hin zu extravaganter Kunst – auch individuelle Anfertigungen sind möglich.

Keramikmeisterin und Mitgründerin Elena Krafft mit Schmuckdesignerin Angela Lenk
© Miriam Worek
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Keramikermeisterin und Gründungsmitglied Elena Krafft strahlt: „Zu siebt zu sein ist sehr spannend, jede kennt andere Leute und es kommen immer wieder neue Künstler*innen und Labels dazu“.

Auch die Kund*innen schätzen die individuelle Expertise und die Chance, immer wieder neue Produkte kennenzulernen. So tummelt sich im Laden eine Mischung aus Laufkundschaft und Stammkund*innen. Unentschiedene können auch Gutscheine kaufen und alle mit wenig Budget finden garantiert etwas unter zehn Euro.

© Miriam Worek
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Im Gespräch erfahre ich allerhand Hintergrundinfo über Ursprung und Herstellung der Produkte. So wird jede einzelne der wunderschönen Porzellantassen von Elena Kraft drei bis viermal glasiert und gebrannt. Hinter dem edlen Kräutersalz steckt ein echter Koch und die geschmackvollen gewebten Kissen werden in den südbayerischen Werkstätten für Blinde und Sehbehinderte aus Wollen und Resten von Stoffen, die in der Verarbeitung der Textilindustrie übrig bleiben, produziert.

Auf der Website und natürlich vor Ort könnt ihr euch selber schlau machen. Am besten einfach gleich rauf auf Giesing's Höhen und rein in den siebenmachen Galerieladen!

© Miriam Worek
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siebenmachen Galerieladen | St. Bonifatiusstraße 20 | 81541 München | Dienstag, Mittwoch, Freitag 13.00–19.00 Uhr; Donnerstag: 13.00–20.00 Uhr & Samstag: 11.00–19.00 Uhr | Mehr Infos

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