Vegan, vietnamesisch & deftig: Buddhistische Küche im SOY

Text: Tasnim Rödder

Wer bisher vegan und vollwertig nicht zusammendenken konnte, dem legen wir ein Besuch im SOY ans Herz. Dort stillen marinierter Tofu auf Pfannkuchen, deftige Erdnuss-Suppen und Reis im Tontopf jeden Appetit. Vegetarier und Veganer freut die Auswahl besonders, aber auch alle anderen werden hier nichts vermissen – schon gar kein Fleisch!

Im August eröffnete das SOY seine Türen in der Theresienstraße. Ein vietnamesisches Lokal mit veganer Karte. Für die Besitzer ein Experiment: Ein veganes Restaurant in der Stadt des Leberkäs, der Weißwürste und sonstigen fleischigen Köstlichkeiten. „Die meisten Menschen in Bayern essen gerne Fleisch, genauso wie die Vietnamesen. Es gibt aber auch Regionen und Gruppen in Vietnam, die sich vegan ernähren, wie Buddha es lange getan hat. Daran haben wir uns ein Beispiel genommen“, sagt Pham Hung, Leiter des SOY in München.

© SOY Restaurant
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© Tasnim Röder

Buddhistische Küche mitten in München

Wir vermuten direkt mal, dass Buddha hier auch gerne gegessen hätte. Silberne Samtsessel, Hängepflanzen an Holzstriemen und die goldene Bar laden zum Genießen ein. An der Wand werfen Lampen mit Schablonen geschwungene Muster an die Wand. Unser Abend startet mit einem würzig-asiatisch interpretiertem Cocktail, Hanoi Mule, und die Atmosphäre ist perfekt.

An sich ist Vegetarismus – geschweige denn Veganismus – im Buddhismus keine Pflicht. Die buddhistischen Rezepte unterscheiden sich daher von der traditionell vietnamesischen Küche in Würze und Zutaten. Im Gegensatz zu den meisten vietnamesischen Restaurants in München, die sehr fleisch- oder fischlastig sind, ist das SOY das erste Restaurant der Stadt, das nur vegane Speisen anbietet und sich dabei an eben dieser buddhistischen Küche orientiert. Das Konzept gibt es schon seit einigen Jahren unter dem gleichen Namen in Berlin – höchst erfolgreich!

© SOY Restaurant
© Tasnim Röder
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Und auch in München läuft es gut: Der Laden ist voll. Zurecht. Die pflanzliche Ernährung trifft den Nerv der Zeit – eine Zeit, in der sich die erste Veggie-Mensa etablierte, Menschen mit wiederverwertbaren Bechern an der Kaffeetheke stehen, und freitags Grundschüler mit ihren Tupperdosen auf die Straße gehen.

Asiatische Tapas & deftige Suppen

Zum Einstieg serviert das SOY asiatische Tapas: mit Tofu und Seitan gefüllter Pfannkuchen, verschiedene Salate mit Papaya, Seetang oder Mango, Teigtaschen oder Sommerrollen. Zum Hauptgang gibt es allerlei deftige Suppen – besonders zu empfehlen ist My Quang, eine Reisbandnudelsuppe mit Kokosmilch, diversen Pilzen, Erdnüssen und Sesam-Reis Chips.

Reis wird unter anderem mit geschmortem Tofu im Tontopf oder mit in Seetangblätter gewickelten Austernpilzen und Tofu kombiniert. Spätestens nach dem Nachtisch, Klebereis mit Banane oder Mango, Erdnüssen und Kokosmilch, sollten alle satt sein. Lohnenswert ist auch der Rosenblüten Tee mit echten Knospen und Agavendicksaft.

© SOY Restaurant
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© Tasnim Röder

Das SOY hat also nichts mit Verzicht zu tun, wie es viele Menschen suggerieren, wenn es um Veganismus geht. Ganz nach dem Konzept von SOY: Der Buddhismus, so ist es auf der Webseite zu lesen, sei nämlich keine Glaubensreligion, sondern eine Erkenntnisreligion. Demnach solle die Umstellung der Ernährung durch Einsicht erfolgen und nicht durch Verbote oder Vorschriften. Im SOY steht der Veganismus keinesfalls für Verzicht – sondern für leckere Üppigkeit!

Unbedingt probieren // My Quang, eine zentralvietnamesische Reisbandnudelsuppe mit Kokosmilch, diversen Pilzen, Erdnüssen und Sesam-Reis Chips.

Vegetarisch // Alles ist vegan. Und jeder wird satt!

Mit wem gehst du hin // Mit Freunden, Feinschmeckern und Familie.

Für Fans vom // Hippie Chay.

Preise // Hauptspeisen kosten zwischen 13 und 18 Euro, Tapas ab 5 Euro.

Besonderheit des Ladens // Die deftige vegane Küche, die jeden Magen zufrieden stimmt.

SOY | Theresienstraße 93, 80333 | Montag – Freitag: 11.00–14.30 & 17.00–23.00 Uhr, Samstag: 17.00–23.00 Uhr, Sonn-& Feiertag: 14.00–23.00 Uhr | Mehr Infos

Wir wurden vom Café eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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