11 tolle Toiletten in München, in denen ihr mal vorbei schauen solltet

Text: Birgit Bulla von Pinkelbelle

Lieben wir: lange Nächte, tolle Gespräche, leckere Drinks. Lieben wir nicht so sehr: der Pinkeldrang, der sich nach 1 bis elf Wodka Sodas einstellt. Ab jetzt ist alle halbe Stunde der Gang auf die Toilette fällig. Mindestens. Und wirklich spannend ist es auf den meisten stillen Örtchen ja nicht gerade. Semi saubere Kloschüsseln, semi witzige Sprüche an den semi aufregenden Kacheln an der Wand. Klar, dass wir da so schnell wie möglich wieder weg wollen. Aber Obacht: Es gibt in München tatsächlich auch ein paar Toiletten, die mindestens einen Besuch wert sind – egal, ob Pinkeldrang oder nicht.

Für diesen besonderen Guide haben wir uns Birgit Bulla ins Boot – oder die Schüssel – geholt. Sie ist nämlich nicht nur Pinkel-Expertin durch ihre kleine Blase, sondern hat auch ein Buch darüber geschrieben. In „Noch ganz dicht? Alles Wissenswerte über die Blase“ erklärt sie alles rund um das Organ, dem wir oft nur in dringenden Notfällen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Dabei geht's um Blasenentzündungen, unseren ständigen Klodrang und noch vieles mehr, von dem wir zu wenig Ahnung haben. Deshalb hat die Autorin für uns ihre liebsten, schönsten und außergewöhnlichsten Toiletten der Stadt zusammengestellt. Die Bucket List der etwas anderen Art:

1

© Birgit Bulla Mehr Fokus auf die inneren Werte bei den Shotgun Sisters

Nach dem Gang zur Toilette, Hände waschen nicht vergessen – sollte man davor übrigens auch machen. Bakterien und so. Und was tut man da als normal eitler Mensch in der Regel? Genau, sich im Spiegel begutachten. Oder besser gesagt: kritisieren. Genau das wollen die Shotgun Sisters verhindern. Auf ihrer Toilette findet ihr nämlich keinen Spiegel, sondern nur eine Postkarte mit der Aufschrift „Du bist schön“. Richtig so! Und wetten, wir verlassen alle mit einem Lächeln die Toilette?

2

© Birgit Bulla Im P1 von Toilette zu Toilette ratschen und knutschen

Die Toiletten im P1 sind berühmt berüchtigt. Genauso wie der dazugehörige Club eben. Früher konnten sich Männer und Frauen hier während dem Händewaschen berühren und so den ein oder anderen Flirtversuch starten. Mittlerweile geht das nicht mehr – beziehungsweise nicht zwischen Frauen- und Männertoiletten. Bei den Girls schon. Sogar während ihr auf der Toilette sitzt. In jeder Kabine gibt es ein kleines Fenster, das man bei Bedarf öffnen kann, um mit seiner Freundin zu ratschen, knutschen oder als Klopapier-Durchreiche zu benutzen. Auch das Männerklo kann sich sehen lassen. Statt normalen Männerpissoirs stehen hier nämlich Bäume. Man(n) pinkelt hier also wirklich wie im Wald. Naja, so mach einer geht schließlich danach auch auf die Jagd.

3

© Birgit Bulla Auf der Alten Utting in Seelenruhe pinkeln

Auf der Utting wird Ausschiffen (Bootssprache für: wenn Passagiere von Bord gehen) zum Abenteuer. Get it? Hier pinkelt ihr in düsteren Stahltoiletten in Kajüten-Optik. Stilecht mit Türen, die ihr mit sperrigen Stahlverschlüssen verriegelt und Bullaugen, die ihr in jeder Kabine findet. Ziemlich einzigartig. Und das Beste daran: Hier wird einem nicht schwindelig, wie üblicherweise beim Toilettengang auf hoher See. Naja, zumindest nicht während der ersten beiden Spaßgetränke.

4

© Birgit Bulla Sich Zeit nehmen und fancy fühlen im Bayerischen Hof

Fancy pinkeln könnt ihr wohl nirgendwo besser als im Bayerischen Hof. Und dafür müsst ihr euch nicht mal ein Zimmer nehmen. Die Toiletten befinden sich im Keller des Hotels und bestehen aus Marmor, Gold und edlem Holz – geräumiger als so manche zwei Zimmer Wohnungen in München. Die großen Spiegel mit den gepolsterten Poufs laden dazu ein, sich länger als eigentlich vorgesehen auf der Toilette aufzuhalten. Aber das kann man sich ja auch schon mal gönnen: kurz wie Tom Cruise, Jennifer Lopez oder all die anderen Stars und Sternchen zu fühlen, die sich hier schon lange vor uns die Näschen gepudert haben.

5

© Birgit Bulla Im Andaz Hotel Ästhetik pur genießen

Kein anderes Klo hat es wohl schon so oft in den Feed von diversen Influencer*innen geschafft, wie das im Andaz Hotel. Aber klar, mit den vielen runden Spiegeln, dem edlen Look und modernen Ambiente ist die Toilette ja auch extra instagrammable. Egal ob ihr hier für schicke Selfies oder einfach fürs simple Pinkel-Business hinmüsst, eine ästhetische Freude ist der Besuch allemal.

6

© Birgit Bulla Knast-Vibes im Sperrgeschoss am Isartor

Ihr fühlt euch beim öffentlichen Pinkeln beobachtet und könnt deshalb nicht? Dann ist die öffentliche Toilette der Isartor S-Bahn eine gute Anlaufstelle für euch. Von außen umzäunt und nur durch ein schweres Drehkreuz betretbar, schreckt sie unerwünschte Besucher*innen schon mal ab. Hier pinkelt ihr wie in einem Hochsicherheitstrakt und braucht keine Angst vor langen Toilettenschlangen oder nervigen Zwangsgesprächen zu haben. Diese Toilette betritt man nämlich wirklich nur wenn es ganz arg drückt.

7

© Birgit Bulla Auf dem Männerklo im Café Kosmos die Zeit vergessen

Draußen ist es gerammelt voll, stickig und laut. Wie toll ist da bitte das große, geräumig und plötzlich so ruhige Klo im Café Kosmos? Endlich Ruhe, etwas Zeit für sich und genug Platz, um seinen ganzen Kram abzulegen und auch mal die Beine auszustrecke. Herrlich! Das Männerklo ist zwar nicht ganz so geräumig, hat aber dafür ein ziemlich cooles Gadget: Auf dem Pissoir ist ein Screen angebracht, sodass man beim Pinkeln Fernsehen kann. Warum gibt's das bei den Mädels nicht?

Im Café Kosmos müsst ihr euch noch ein bisschen Gedulden, bis ihr hier wieder entspannt pinkeln, trinken und fernsehen könnt. Aber die Crew arbeitet schon daran, bald wieder ihre Türen zu öffnen!

8

© Birgit Bulla Beste Unterhaltung im Valentin Stüberl

Langweile beim Pinkeln? Nicht im Valentin Stüberl! Hier ist die komplette schlauchförmige Kabine mit Oldschool-Comics, Ausschnitten von alten Werbungen oder witzigen Zeitungsartikeln tapeziert. Absolut sehens- und lesenswert. Aber Obacht: Hier ist die Schlange komischerweise immer ein bisschen länger als anderswo... Genug Zeit einplanen lautet also die Devise!

9

© Mit Vergnügen München Im La Bohème mit außergewöhnlich viel Street Credibility pinkeln

Die Toilette im La Bohème wirkt wie eine coole Autogrammkarte: besonders, edel, aber mit ordentlich viel Street Credibility. Die Wände sind glänzend schwarz und mit zahlreichen weißen Unterschriften und Tags verschönert. Das wirkt überhaupt nicht dreckig oder ranzig, sondern absolut gewollt und individuell.

10

© Mit Vergnügen München In der Robinson Kuhlmann Bar ein Klo-Selfie schießen

Um auf die Toilette der Robinson Bar zu kommen, muss man sich erst mal die enge, dunkle Treppe hinunterschlängeln. Hat man das unfallfrei hingekriegt, knallt es gewaltig im Kopf: Die komplette Kabine ist nämlich ordentlich hell und je nach dem, in welcher Stimmung die Besitzer sind, mal rot, mal pink oder türkis! Klar, dass auch hier das ein oder andere Insta-Foto geschossen werden muss. Gehört ja schließlich zum guten Ton.

11
Enter The Dragon

© Nina Vogl Im Enter the Dragon in knallroten Tiefen pinkeln

Im Enter the Dragon könnt ihr ausgefallen essen und trinken, euch als Karaoke-Sänger*innen versuchen, versteckt in den Katakomben des Dragon Dungeons abfeiern – und mega stylish auf die Toilette gehen. Wie alles im und am Dragon, ist auch die Toilette Interior-technisch ein Knaller. Und zwar wortwörtlich. Die Frauentoilette ist knallrot mit glänzenden Kacheln gefliest und auch die Pissoirs bei den Männern bleiben in Erinnerung. Hier landet der Strahl nämlich nicht in einer 0815-Keramikschüssel, sondern in einem weit geöffneten Mund mit roten Lippen. Kann man cool finden, muss man aber nicht.