Ausflugsvergnügen: Roadtrippin' durchs Münchner Hinterland
Es gibt diese Wochen(-enden), an denen man einfach nur Abenteuer will. Raus aus der Stadt, raus aus dem Alltag, rein in die Natur. Und obwohl wir München und sein Umland wirklich lieben, ertappen wir uns immer wieder dabei, wie wir dieselben Seen, Biergärten und Wanderwege ansteuern.
Diesen Sommer wollten wir deshalb etwas Neues ausprobieren: Vanlife auf Zeit. Einfach losdüsen, spontan anhalten, die Türen öffnen und mit Blick auf Wiesen, Berge und Sonnenuntergänge aufwachen. Zusammen mit Hinterland haben wir dabei Orte entdeckt, die wir ohne die Plattform vermutlich nie gefunden hätten. Statt klassischer Campingplätze stehen die Stellplätze auf privaten Grundstücken, Bauernhöfen oder besonderen Naturorten – mitten im Grünen, oft mit nur wenigen Nachbarn und ganz viel Ruhe.
Unser Roadtrip führt uns ins Münchner Hinterland – und zu zwei Übernachtungsplätzen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
"Aufwachen mit Blick über das Murnauer Moos"
Unser erster Stopp führt uns zu Bettina, ihrem Sohn Basti und deren Gestüt am Rand des Murnauer Mooses. Schon bei der Ankunft ist klar: Das hier ist einer dieser Orte, an denen man eigentlich sofort einen Tag länger bleiben möchte.
Auf dem Hof gibt es drei Stellplätze (einer davon kann aber nur mit einem 4x4 Antrieb erreicht werden). Die sind übrigens weit genug voneinander entfernt, dass man so und so das Gefühl hat, komplett allein zu sein – angenehm ruhig und richtig persönlich. Wer möchte, kann hier sogar reiten oder einfach den Pferden beim Grasen zuschauen. Achtung: Auch die auf dem Hof ansässigen Wuffies oder Hühner statten euch gerne mal einen Kuschel-Besuch ab. Das eigentliche Highlight wartet aber am Abend: Wenn die Sonne langsam hinter den Bergen verschwindet und das Murnauer Moos in goldenes Licht taucht, versteht man sofort, warum viele diesen Ort nicht mehr verlassen wollen. Mit etwas Glück zeichnet sich sogar die Zugspitze am Horizont ab. Für uns ein Ort voller Magie und guter Energie.
Wir haben den Abend vor dem Van ausklingen lassen, den Sonnenuntergang beobachtet und am nächsten Morgen mit genau diesem Panorama gefrühstückt. Überall auf dem Hof verteilt gibt es außerdem richtig cute Kaffee-Ecken – lieben wir! Viel mehr braucht es manchmal nicht. Und wenn ihr zum Start in den Tage eine Abkühling braucht, habt ihr einen Schwimmteich auch noch direkt vor eurer Vantür.
Übernachten auf einem Flugplatz
Von Pferden ging es für uns direkt weiter in die Luft. Unser zweiter zweites Ziel "Besuch auf dem Segelflugplatz" liegt auf dem Flugplatz Ohlstadt – und schon die Anfahrt macht neugierig.
Anders als bei vielen Naturstellplätze gibt es hier sogar Sanitäranlagen (inklusive Toiletten, Dusche, einem Spüli-Becken, Müll- & Grauwasserentsorgung und Strom). Vom örtlichen Segelflugverein gibt es ein Vereinshaus und ihr könnt sogar einen Denkmalgeschützten eingestürzten Bauernstadel bewundern. Leckeren Kaffee und Kuchen (sonntags sogar Brunch, auch in vegan!) bekommt ihr bei Zum Segelflieger mit Blick auf die Start- und Landebahn. Das eigentliche Abenteuer wartet aber direkt neben dem Camper: Wer mutig ist, kann hier nämlich ganz einfach selbst abheben.
Natürlich konnten wir nicht widerstehen und haben einen Rundflug gemacht. Bei uns hat das Wetter leider nicht ganz mitgespielt, da wurde aus einem geplanten Segelflug ganz schnell ein Flug mit einem kleinen Zwei-Mann-Propellorflugzeug. Für gerade einmal 120 Euro fliegt euch Pilot Martin in knapp 30 Minuten einmal die Zugspitze aus der Vogelperspektive bewundern. WOW. Schon beim Start setzt das berühmte Bauchkribbeln ein. Wenige Minuten später liegen Seen, Wälder und Berge unter uns, während die Zugspitze plötzlich zum Greifen nah scheint.
Das absolute Highlight: Wir durften sogar selbst einmal ganz kurs ans Steuer. Und noch eine Steilkurve um den Berg herum – wir sagen nur so viel: "Flugzeuge im Bauch!" Ein Moment, den wir so schnell sicher nicht vergessen werden.
Unser Ausflugstipp rund um Murnau
Wer in der Region rund um das wunderschöne Örtchen Murnau unterwegs ist, sollte unbedingt auch einen Abstecher in die Waldschlucht bei Bad Kohlgrub machen. Die Location liegt direkt an einem kleinen See, umgeben von Wald, und fühlt sich ein bisschen an wie ein geheimer Treffpunkt mitten in der Natur. Knapp 15 Minuten lauft ihr vom Parkplatz aus durch den Wald, bis euch das alte Bauernhaus komplett überrascht. Bekannt ist die Waldschlucht vor allem für private Veranstaltungen wie Hochzeiten (es gibt auch genügend Schlafmöglichkeiten und sogar einen Zeltplatz), verschiedenste Feste und ihr Festivalprogramm. Aber auch ganz ohne Event lohnt sich ein Besuch.
Jeden Sonntag ist die Waldschlucht geöffnet, oft gibt es Live-Musik, Getränke und (vegane) Kuchen. Besonders angetan haben es uns die Rosmarin-Pommes – die Fans vom Café Lozzi in München sofort wiedererkennen werden. Genauso wie den Weg zur Toilette, der ganz verwunschen durch eine Schranktür führt. Dieser Ort ist für uns etwas ganz besonders – fast schon verwunschen. Der perfekte Spot, um nach einer Wanderung einzukehren oder einfach einen entspannten Sonntagnachmittag am Wasser zu verbringen.
Fazit: Das perfekte Sommer-Abenteuer
Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um Neues zu entdecken. Zwischen Pferdehof, Segelflugplatz, Bergblick und Waldschlucht haben wir Orte im Münchner Hinterland kennengelernt, die sich überraschend weit weg vom Alltag anfühlen – und dabei nur eine gute Stunde von München entfernt liegen. Wer also diesen Sommer Lust auf ein kleines Abenteuer hat, dem können wir einen Roadtrip durchs Hinterland nur ans Herz legen. Van schnappen, Lieblingsmenschen einpacken und einfach losdüsen. Die schönsten Orte liegen manchmal näher, als man denkt.
Wir wurden von Hinterland für zwei Nächte eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.
Anika Baxmeier