Wochenvorschau: Clubsterben, CSD-Umzug & Wiesn-Plakat-Kritik

© daydisco

Worüber diskutiert die Stadt in dieser Woche, was sind die großen Themen und was ist los in München? Wer mitreden will, muss up to date bleiben. Doch auch wir wissen: Das ist manchmal gar nicht so einfach. Genau darum liefern wir euch jede Woche einen kleinen Überblick. Hier kommt die Wochenvorschau für Kalenderwoche 9 ( 23. Februar bis 01. März 2026):

Das Blitz sperrt zu

Es ist offiziell und es tut weh: Das Blitz auf der Museumsinsel wird im September 2026 den Betrieb einstellen. Nach fast einem Jahrzehnt, in dem der Club das Münchner Nachtleben international relevant gehalten hat, konnten sich die Betreiber und das Deutsche Museum nicht auf eine Verlängerung des Pachtvertrags einigen.

Das Team hat angekündigt, bis zum letzten Tag im Sommer 2026 das gewohnt hohe Level beim Booking zu halten. Wer also noch einmal diesen speziellen Vibe im komplett schwarzen Mainfloor oder im helleren Plus-Floor erleben will, hat dafür noch gut ein halbes Jahr Zeit. Es soll übrigens ein Nachfolgeporjekt an einem anderen Standort geben!

© Blitz Club

Standortwechsel für CSD

Es gibt einen weiteren Standortwechsel – und war für den CSD 2026.Wer beim CSD in den letzten Jahren versucht hat, sich durch die Kaufingerstraße oder am Marienplatz vorbei zu schieben, weiß: Es wurde kuschelig. Zu kuschelig. Deshalb zieht das CSD-Straßenfest dieses Jahr um und erobert die Ludwigstraße.

Statt sich durch die engen Gassen der Altstadt zu drängen, wird am 21. und 22. Juni 2026  zwischen Odeonsplatz und Siegestor gefeiert. Das bedeutet: Mehr Platz für Stages, mehr Infostände und vor allem mehr Raum für die Community. Die Polit-Parade am Samstag behält zwar ihre gewohnte Route durch die Stadt, aber das große Finale und das zweitägige Fest finden nun auf der Prachtmeile statt.

So 90ies. Keep rolling. © Horst Middelhoff

Neue Ladesäulen für E-Autos

Wer in München ein E-Auto fährt und keine eigene Garage hat – oder mal wo parken muss – kennt das Spiel: Die Suche nach einer freien Ladesäule ist super ärgerlich. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadt hat den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur neu ausgeschrieben und zwei neue Anbieter an Bord geholt.

Bisher war das Laden im öffentlichen Raum vor allem Sache der Stadtwerke (SWM). Jetzt kommen Wirelane und Qwello dazu. Das Ziel ist sportlich: Bis 2026 sollen insgesamt 3.000 neue Ladepunkte im Stadtgebiet entstehen.

© Michael Marais | Unsplash

Kritik am neuen Wiesnplakat

Über das diesjährige Wiesn-Plakat wird heftig diskutiert. Denn das Siegermotiv sieht für viele verdächtig nach Künstlicher Intelligenz aus – und das kommt in der Stadt, die so viel Wert auf Tradition und echtes Handwerk legt, nur mäßig gut an. Die Stadt und die Jury verteidigen die Wahl. Es gehe um Modernität und den Mut, neue Wege zu gehen. Doch der Protest aus der Grafik- und Design-Szene ist laut: Wenn selbst das größte Volksfest der Welt auf austauschbare Algorithmen setzt, wo bleibt dann noch der Raum für echte, menschliche Kreativität?

© Florian Huber

Open Stage am Montag

Die "Open Stage" im Lost Weekend ist zurück. Am Montagverwandelt sich der vegane Buchladen-Café-Hybrid an der Schellingstraße wieder in eine der wohl charmantesten Bühnen der Stadt. Es ist die klassische Wundertüte: Von Singer-Songwritern, die ihre ersten Akkorde testen, über Stand-up-Newcomer*innen bis hin zu Poetry-Slams ist alles dabei. Das Schöne im Lost: Das Publikum ist unfassbar dankbar. Hier wird niemand ausgebuht – wer sich traut, wird gefeiert.

Open Stage Lost Weekend
© Lost Weekend

Podiumsdiskussion am Dienstag

Clubsterben, Platzmangel und steigende Mieten – wer in München Kultur machen will, braucht einen langen Atem – und ein super dickes Fell. Am Dienstagwird es im Backstage konkret: Bei der Podiumsdiskussion „Kultur fragt Politik“ treffen Kulturschaffende auf die Stadtpolitik. Hier könnt ihr direkt hören, was Leute wie David Süß (Grüne), Leo Agerer (CSU) und Julia Schönfeld-Knor (SPD) eigentlich planen, um Münchens Vielfalt zu erhalten. Es geht nicht um steife Reden, sondern um den echten Austausch zwischen denen, die die Regeln machen, und denen, die die Stadt bunt machen.

Backstage Nachtbiergarten
© Backstage

Pizza und Bier am Mittwoch

Wer Giesinger Wirtshäuser liebt, landet früher oder später in der Saletta. Am Mittwoch  gibt es dort einen besonders guten Grund für einen Abstecher: "Bier & Pizza" geht in die zehnte Runde. Das Konzept: Eigentlich ganz simpel, aber sehr nice umgesetzt. Es gibt spezielle Pizza-Kreationen und dazu passende Biere, die es so nur an diesem einen Abend auf der Karte gibt. Wenn der Teig aus ist oder das Fass leer, ist's auch vorbei. Los geht's um 17 Uhr.

Equal Pay Day am Donnerstag

Dass Frauen in Deutschland im Schnitt immer noch deutlich weniger verdienen als Männer, hat sich auch im Jahr 2026 nicht geändert. Der Equal Pay Day am 27. Februar markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch umsonst gearbeitet haben. München geht dafür schon am Donnerstag auf die Straße – genauer gesagt auf den Marienplatz. Zu sehen gibt es Reden, Performances und Mitmachaktionen.

© Ramona Dinauer

Konzert am Freitag

Wenn ihr am Freitagabend eure Stimme richtig heißer schreien wollt, solltet ihr euch in Richtung Isar aufmachen. Die Jungs von Milliarden bringen ahren ungeschönten Deutsch-Punk-Pop in die Muffathalle. Es dürfte schwitzig, emotional und ein bisschen destruktiv auf die beste Art und Weise werden. Ben Hartmanns Stimme und Texte kratzen genau da, wo es gut tut – und das bereits seit zehn Jahren! Also schaut unbedingt beim Jubiläumskonzert vorbei.

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T-Shirt-Pop-up am Samstag

Wer auf handgemachte Streetwear mit dem gewissen Etwas steht, kennt Barons of Trails. Doch jetzt heißt es Abschied nehmen – zumindest von ihrem Pop-up-Konzept. Am Samstag öffnen sie zum allerletzten Mal ihre Türen für einen großen Abverkauf. Hier geht also alles raus, was noch im Lager ist. Perfekt für alle, die keine Lust auf Fast-Fashion-Stangenware haben, sondern lieber lokale Labels unterstützen.

Anmelden für kreatives Projekt bis Sonntag

Habt ihr kreative Ideen im Kopf, die endlich mal raus in die Welt (oder zumindest nach Giesing) müssen? Die Färberei und Kösk suchen für ihr Projekt "Dösenöffner 2026" wieder junge Talente, die Lust haben, den öffentlichen Raum mit Kunst, Performance oder Workshops zu beleben. Ob ihr schon Profis seid oder im stillen Kämmerlein werkelt, ist egal – wichtig ist der Mut zum Ausprobieren. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am Sonntag könnt ihr eure Konzepte einreichen und mit etwas Glück eure Visionen verwirklichen. Und dann gestaltet ihr gemeinsam mit anderen von 19. Juni bis 08. August 2026 die Wände und Pfeiler unter der Brudermühlbrücke neu!

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