Kleine, geile Firmen #11 – Männermode von GOODBOIS

© Stefanie Witterauf

Kai Stiebel und Danny Schmidt gründeten 2007 zusammen das Modelabel GOODBOIS. Sie haben sich beim Körbewerfen kennengelernt. Es soll um mehr gehen als um das Produzieren von Textilwaren. Geprägt von ihrer Jugend in der sie Basketball gespielt, Hip Hop gehört und mit dem Skateboard durch ihre Heimat, das Allgäu, gerollt sind, wollen sie diese Einflüsse in ihrer urbanen Lifestyle-Marke auf eine eigene, positive Art widerspiegeln und ihren Kunden eine inspirierende Identifikationsmöglichkeit bieten.

Wir haben uns mit dem Gründer Kai im aktuellen GOODBOIS Pop-Up Shop im The Storey im Oberpollinger in München getroffen und uns mit ihm über ein paar spannende Gründer- und Lifestylethemen unterhalten.

Warum wolltest du dein eigenes Modelabel gründen?

GOODBOIS ist vor zehn Jahren während meines Studiums entstanden. Ich hatte das Bedürfnis meine eigene Version von unserem Lebensgefühl zu erzählen, die sich aus vielen Einflüssen unserer Jugend zusammensetzt. Zu größten Teilen aus dem Basketballsport, der Hip Hop Musik und dem Skateboarding. Wenn man stark beeinflusst von einer Popkultur aufwächst, dann empfindet man eine Dankbarkeit für die Identität und den Halt, den sie einem während der Jugendjahre gegeben hat und möchte irgendwann die Inspiration weitergeben. Außerdem träumt man natürlich auch davon, die Kultur selbst mitzuformen.

Kleine, geile Firmen GOODBOIS
© Stefanie Witterauf
Kleine, geile Firmen GOODBOIS
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Was ist das Besondere an GOODBOIS?

In erster Linie bekommst du bei uns ein gutes Produkt. Es hat einen identifikationsbietenden, nicht nur funktionalen Mehrwert. Wir versuchen unsere täglichen Inspirationen und Ideen in der Lifestyle-Marke umzusetzen. Unsere Textilien werden nicht aus Luxus in Europa produziert, sondern weil wir eine ehrliche Hochwertigkeit garantieren wollen. Es geht uns dabei vor allem um gute Stoffe. Gute Textilfertigung kann man auch in Asien bekommen.

Wer trägt eure Kleidung?

Das kann man gar nicht so eindeutig kategorisieren. Es sind vor allem Konsumenten, die bewusst gute Qualität kaufen wollen und gleichzeitig hohe Modeansprüche haben. Außerdem können sie sich mit GOODBOIS identifizieren. Wir sehen unsere Marke nicht als reine Textilmarke. Man bekommt bei uns auch einen ganzen Lifestyle mit aufwendig kreierten Inhalten dazu. Das fängt bei unseren detailverliebten Fotoshootings an, geht über die vielen Zusammenarbeiten mit Künstlern bis hin zu unseren Events, die wir organisieren wie zum Beispiel der Soulection Pool Party letzten Sommer in Berlin und unzähligen, unterstützten Konzerten. Alle diese Inhalte bieten dem Kunden die Möglichkeit, die Kultur zu erleben und sich davon inspirieren zu lassen. Diesen Mehrwert muss man verstehen, wenn man unser Produkt wertschätzen möchte.

Kleine, geile Firmen GOODBOIS
© Stefanie Witterauf
Kleine, geile Firmen GOODBOIS
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Welche Stories über euer Produkt bekommt ihr immer wieder zu hören?

Wir bekommen oft von Müttern gesagt, dass unsere Kleidung sich gut waschen lässt. Sie verzieht sich in der Waschmaschine nicht, wie es bei billigen Kleidungsstücken der Fall sein kann. Das hören wir echt oft und es freut uns, da es eines der schönsten Komplimente ist. Das ist der Grund, warum wir in Europa produzieren, damit wir diese Hochwertigkeit garantieren können. Wir arbeiten sehr eng mit dem Produktionsagenten zusammen. Der ist regelmäßig vor Ort und schaut, dass alles sauber und nach unseren Standards abläuft.

Wo bekomme ich eure Kleidung?

In unserem Onlineshop und bei grob 40 selektierten Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit Anfang Dezember letzten Jahres sind wir auch mit einem exklusiven Pop-Up Store im Oberpollinger in der neuen Streetwear- und Sneakerabteilung The Storey im Untergeschoss vertreten. Es wird auch noch mal ein Überraschungsevent stattfinden!

Was denkst du über München und Mode?

Münchner sind total stolz darauf Münchner zu sein. Sie sind heimatverbunden. Und das ist auch gut so. Aber ich finde es manchmal schade, dass sie nicht so offen sind. Es wäre schön, wenn sie ab und zu ein bisschen mehr über ihren Tellerrand blicken würden und generell offener für andere Einflüsse wären. Münchner sind schon ein bisschen engstirnig. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber ich würde mich auch selbst gar nicht immer davon ausnehmen, haha!

Kleine, geile Firmen GOODBOIS
© Stefanie Witterauf
Kleine, geile Firmen GOODBOIS
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Eure aktuelle Kollektion ist farblich ziemlich homogen geworden. Mögt ihr keine Farben? 

Ich habe unseren Designer beim Sport kennengelernt. GOODBOIS ist eine saubere und sportliche Marke und das spiegelt sich auch in unseren meisten Designs wider. Bei uns finden sich selten trashige oder zu verschnörkelte Designs, unsere Linien sind immer klar und sauber, unsere Schnitte praktisch und unkompliziert. Wir haben selten Produkte im Sortiment, die richtig „fancy“ sind. Es bleibt immer praktisch und möglichst funktional.  Dieses Jahr kommen auch wieder mehr Highlight-Farben in Mode. Die neuen Muster haben wir final bearbeitet und momentan geht es wieder in die nächste Orderrunde.

Was ist dir an GOODBOIS am wichtigsten?

Um es auf den Punkt zu bringen: Wir legen viel Wert auf gute Qualität, was aber nicht heißen soll, dass wir Abschnitte in der Mode machen. Es muss kein Kompromiss sein. Mit etwas mehr Mühe und Liebe für ein hochwertiges, langlebigeres Produkt sind gute Qualität und zeitgemäße Mode durchaus möglich. Klar, ist es anstrengend, wenn man sich Stoffe wünscht und in Europa dann weniger Vielfalt aber dafür Hochwertigkeit bekommt. In Asien bekommt man alle chemisch oder nicht chemisch bearbeiteten Stoffe, die man sich erträumen kann an jeder Straßenecke - aber der Anspruch an Qualität ist ein anderes Thema. Wir sind einfach eine Streetwear Marke, die zeigen will, dass Anspruch an gute Qualität und zeitgemäße Mode kein Gegensatz sein muss. Dafür kostet das Produkt auch naturgemäß einen anständigen Preis. Diesen bezahlt nicht jeder. Unsere Stammkunden haben das jedoch verstanden und geben uns Recht! Wer billig kauft, kauft doppelt.

München legt gern selbst Hand an. Fast jede Woche gründet sich hier eine neue Firma, wird ein neues Label vorgestellt oder neues Produkt lanciert. Wir stellen euch die kleinen, geilen Firmen der Stadt vor. Die Bedingungen sind simpel. Klein müssen sie sein, das heißt weniger als zehn Mitarbeiter und natürlich: Geil.

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