Kleine, geile Firmen #50 – Nachhaltige Mode von ThokkThokk

© Julia Sturm

ThokkThokk ist eine unserer kleinen geilen Firmen, die sich über München hinaus einen Namen gemacht haben. Wie schön, dass die minimalistisch verspielten ThokkThokk-Prints mittlerweile in Läden in ganz Europa zu finden sind. Und wie schön, dass sie immer noch hier in München ausgetüftelt werden. Mit Herz und Stil vom circa zehnköpfigen ThokkThokk-Team.

Shirt für Shirt hat sich ThokkThokk in den letzten zwölf Jahren hochgearbeitet. Angefangen hat Gründer Vinzenz mit Siebdruck auf Bio-T-Shirts im eigenen Keller, heute ist das Münchner Label eine der bekanntesten deutschen Fair Fashion Marken. Und jetzt wird ThokkThokk für uns Münchner auch endlich noch greifbarer. Im neuen Showroom und Office in der Baaderstraße kann man in Zukunft die ganze nachhaltige Kollektion anfassen und anprobieren. Oder man stöbert einfach ein bisschen durch den wunderschönen Showroom und lässt sich inspirieren von Mode in ihrer authentischsten Form.

Andi ist Betriebsleiter und gibt uns einen kleinen Einblick in die ThokkThokk-Welt.

ThokkThokk KGF
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Bei Fair Fashion trifft das schnelllebige, trendorientierte Modebusiness auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit – wie schafft ihr den Spagat?

Andi: Ich glaube, man muss aktuell in der Mode nicht mehr unbedingt das Must-Have der Saison tragen. Wir sind mit T-Shirts groß geworden und an unserem bestverkauften T-Shirt-Schnitt wird seit zehn Jahren nichts verändert, außer Farben und Aufdrucke. Und darauf bauen wir auf. Wir haben einige Prints, die wir seit vielen Jahren immer wieder verwenden, das wird nicht langweilig. Die funktionieren immer wieder gut. Es geht uns eben genau nicht darum, dass der Kunde jede Saison neu kaufen muss.

Das ThokkThokk Design hat Wiedererkennungswert und einen eigenen Stil. Ist eure Mode Kunst?

Andi: Ja wir hoffen doch. Da müsste man sich die Definition von Kunst anschauen. Wir geben uns auf jeden Fall viel Mühe beim Kreativen. Von daher würde ich schon sagen, dass sie mit Kunst verbunden ist.

ThokkThokk KGF
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Wir geben uns auf jeden Fall viel Mühe beim Kreativen. Von daher würde ich schon sagen, dass unsere Mode mit Kunst verbunden ist.
ThokkThokk KGF
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Was macht euch zur fairen Modelinie und wie produziert ihr?

Andi: Unsere Produktionen sind hauptsächlich in Indien und alles zertifizierte Produktionsstätten. Wenn wir mit Baumwolle arbeiten, ist es mit GOTS (Global Organic Textile Standard Anm. d. Red.) und zum Großteil auch mit dem Fairtrade-Siegel zertifiziert. Im Herbst waren wir vor Ort. Durch das, was wir in diesem Besuch an Erfahrungen mitgenommen haben, finden wir, dass sich Indien in der Hinsicht extrem positiv entwickelt hat. Sehr viel wird mittlerweile vom Staat reguliert. Die Zertifizierer wie Fairtrade und GOTS sind dort sehr bemüht, besuchen die Fabriken regelmäßig. Unseren Hauptproduzenten besucht GOTS einmal pro Woche. Außerdem achten wir auch strikt darauf, keine Schafswolle und Daunen zu verwenden, also alles was vom Tier kommt. Und sind zum Beispiel auch extrem kulant und kundenorientiert, weil wir einfach wollen, dass es fair ist. Fair in alle Richtungen, nicht nur zum Produzenten, sondern auch fair zum Endverbraucher und fair im Team.

Wir wollen einfach in alle Richtungen fair sein. Nicht nur zum Produzenten, sondern auch fair zum Endverbraucher und fair im Team.

Aus was besteht die ThokkThokk Kollektion?

Andi: Groß geworden sind wir rein mit T-Shirts, irgendwann sind dann Jogginghosen und Pullover dazugekommen. In den letzten zwei Jahren haben wir ausgeweitet. Röcke, Kleider, Tops, auch Webstoffmaterialien und jetzt Strick. Vor kurzem haben wir die ersten Hemden gelauncht. So können wir jetzt echt eine ganze Kollektion zeigen.

ThokkThokk KGF
© ThokkThokk
ThokkThokk KGF

Und was hat es mit euren innovativen Kapok Jacken auf sich?

Andi: Unsere ersten Kapok Winterjacken haben wir vor zwei Jahren auf den Markt gebracht, eine ganz tolle Geschichte. Kapok ist ein natürliches, rein pflanzliches Füllmaterial, in Verbindung mit recyceltem Polyester aus Plastikflaschen und recyceltem Nylon aus kaputten Fischernetzen. Hält richtig warm, ist stabil und funktionell. Eine eine 100% nachhaltige Jacke. Die Leute sind super happy damit, das freut uns extrem.

150 Handelspartner in Deutschland und Europa, immer wieder Kooperationen und jetzt der eigene Showroom im Glockenbach - Wie ist ThokkThokk dahin gekommen?

Andi: Vinzenz hat, glaube ich, einfach zur richtigen Zeit angefangen auf Bio T-Shirts zu drucken. Der grüne Gedanke war bei ihm einfach früh vorhanden. Wenn man damals, vor über zehn Jahren, jemanden nach einem Bio T-Shirt gefragt hat, hat der wahrscheinlich gar nicht verstanden, was gemeint war. Anfangs ging es gar nicht so sehr um die Marke ThokkThokk, sondern eher um den Siebdruck. Vinzenz war immer handwerklich begabt, er hat sich irgendwann selber einen Rahmen gebaut und einfach mal ausprobiert. Erst ganz crazy und bunt, dann schlichtere Kreise und Punkte. Er hat gesehen, das kommt gut an. Dann hat er Freunde, Künstler, Bekannte gefragt, die immer wieder mal Designs gemacht haben. So kamen dann die Koops zustande. Und es ist wirklich etwas Besonderes, dass ThokkThokk es geschafft hat, so eine Größe zu erreichen. Die Wahrscheinlichkeit ist vielleicht 1:100 000.

ThokkThokk KGF
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Wo gibt’s ThokkThokk zu kaufen?
Andi: Ja, unbedingt auf thokkthokkmarket.com unserem eigenen Onlineshop. Da ist die komplette Kollektion zu haben. Dann gibt es Händler, deutschland- und europaweit, die in ihren Shops ThokkThokk Produkte verkaufen. In München zum Beispiel Dear Goods. Und ab jetzt haben wir dann eben unsere eigene Fläche hier in der Baaderstraße 33, wo die Leute die ganze Kollektion sehen und anprobieren können.

ThokkThokk Showroom | Baaderstraße 33, 80469 München | Montag & Mittwoch – Samstag: 12.00–19.00 Uhr | Mehr Info

München legt gern selbst Hand an. Fast jede Woche gründet sich hier eine neue Firma, wird ein neues Label vorgestellt oder neues Produkt lanciert. Wir stellen euch die kleinen, geilen Firmen der Stadt vor. Die Bedingungen sind simpel. Klein müssen sie sein, das heißt weniger als zehn Mitarbeiter und natürlich: Geil.

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