11 vergnügte Fragen zur Kommunalwahl 2020: Thomas Niederbühl – Rosa Liste

© Tibor Bozi

Am 15. März 2020 ist Kommunalwahl – wer wird in den nächsten Jahren darüber entscheiden wie München sich in Zukunft entwickelt? Eine wichtige Wahl für uns alle, also tragt euch den Wahltermin schon mal rot und fett im Kalender ein! Wenn ihr am 15. März nicht in der Stadt seid, habt ihr die Möglichkeit hier ganz flott die Briefwahl zu beantragen. Damit euch das Setzen der Kreuzchen am Wahlsonntag ein bisschen leichter fällt, haben wir den Spitzenkandidat*innen der größten Parteien 11 vergnügte Fragen zu Themen, die uns und euch wirklich interessieren, gestellt!

Der 59-jährige Thomas Niederbühl ist ein Mann mit vielen Talenten: Er ist nicht nur seit 1991 Geschäftsführer der wichtigen Münchner Aids-Hilfe, sondern auch Mitglied im Kultur-, Gesundheits- und Kommunalausschuss, im Philharmonischen Rat, im Politischen Beirat des NS-Dokumentationszentrum und an vielen anderen Stellen im Münchner Stadtleben aktiv. Im Jahr 2017 konnten er und sein Partner als eines der ersten homosexuellen Paare in München heiraten und wurden von Oberbürgermeister Dieter Reiter getraut. Die Rosa Liste steht für soziale und kulturelle Vielfalt und das gemeinsame Miteinander in München.

1. Wie kommen Sie morgens zur Arbeit?

Mit dem Fahrrad.

2. Wo kennen Sie den/die Kellner/in mit Namen und was bestellen Sie?

In meinem Stamm-Café Kustermann in der Lindwurmstraße bestelle ich fast täglich bei der Besitzerin Katharina meinen Kaffee.

3. Womit geben Sie an, wenn Sie von München sprechen?

Mit der queeren Erfolgsgeschichte unserer aktiven Community, an der ich als Rosa Liste-Stadtrat auch beteiligt bin. Welche Stadt hat zum Beispiel eine Trans-Inter-Beratungsstelle, ein Regenbogenfamilien-, ein Schwulen-, ein Lesben- und ein LGBTI-Jugendzentrum?

4. Autofreie Innenstadt finde ich…

...prima.

5. Seien Sie mal unrealistisch: Was ist Ihre größte Utopie für München?

Dass lesbische, schwule, trans* und inter* Menschen immer und überall selbstbestimmt und diskriminierungsfrei leben können.

6. Was wird in fünf Jahren die München-Schlagzeile des Jahres sein?

„Trans*Inter*Zentrum eröffnet“ wäre meine Schlagzeile. Es braucht nämlich städtische Räume, in denen trans* und inter* Menschen sich geschützt und selbstbestimmt treffen, vernetzen, Aktivitäten planen und umsetzen können.

7. Mit welchen Themen wollen Sie sich in fünf Jahren nicht mehr beschäftigen?

Mit all den rosa Erfolgen, die dann erreicht und abgehakt sind: zum Beispiel geschützte Unterkünften für queere Geflüchtete oder Wohnprojekte für LGBTI-Senior*innen.

8. Diskriminierung & Rechtsruck: Wie passen „Mia san Mia“ und „München ist bunt“ zusammen?

Wunderbar geht das zusammen. Schließlich machen all die Münchner*innen mit ihrer vielfältigen Herkunft, mit ihren verschiedenen Lebensperspektiven und kulturellen und sozialen Hintergründen unser buntes München aus. Da kann ich gegen Rechts nur sagen: „Mia san mia, mia san queer – gewöhnt Euch dran!“

9. Wenn Sie allmächtig wären: Mit welchen Maßnahmen würden Sie den Wohn- und Mietwahnsinn bekämpfen?

Keine Ahnung, ich war noch nie allmächtig. Aber vielleicht wäre ein Mietenstopp ein guter Anfang.

10. Wir schenken Ihnen 100.000 Euro – welche subkulturellen Projekte würden Sie davon unterstützen?

Das wäre das Startkapital für ein eigenes, queeres Museum! Die Archivierung, Aufarbeitung und Darstellung unserer LGBTI*-Geschichte gehört einfach ins Langzeitgedächtnis der Stadt.

11. Sie bekommen für eine Woche eine Plakatwand am Marienplatz. Welcher Satz oder welches Wort von Ihnen sollte dort stehen?

„Gegen Hass. Bunt, gemeinsam, stark!“ Das ist auch das CSD-Motto 2020.

Alle Interviews findet ihr hier!

Und hier geht's zum Wahlprogramm der Rosa Liste in München!

Beitragsbild: © Tibor Bozi

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