11 Dinge, die du immer im Schlachthofviertel machen kannst

Wir haben immer wieder das Problem, dass unser Verständnis der Viertel in München sich mit der offiziellen Umgrenzung nicht ganz versteht. Man könnte sicherlich sagen, das Schlachthofviertel geht bis ins Glockenbach und schließt das Dreimühlenviertel mit ein, wir haben uns die Gegend um den Schlachthof aber nun mal ganz frech separat herausgenommen. Denn das Viertel ist nicht nur Paradebeispiel für Gentrifizierung, hier passiert auch kulinarisch jede Menge – zum einen natürlich, weil Fisch, Fleisch und Gemüse hier so frisch wie möglich ankommen, zum anderen, weil die Ecke mit seinen roten Backsteingebäuden und Graffitiwänden für München überraschend spannend aussieht.

Das Schlachthofviertel hat aber auch deswegen einen festen Platz in unseren Herzen, weil es so nicht München ist – und es sind gerade diese kuriosen Kontraste, die eine Stadt besonders machen. Düst also mit dem Radl die Isar entlang und kehrt in der Hood ein, um die Seele baumeln zu lassen und euch Inspiration zu holen. Besonders das Bahni samt Atelierpark laden immer wieder aufs Neue ein, versteckte Kunstwerke zu entdecken. Wenn im Herbst 2021 dann endlich das neue Volkstheater öffnet, explodiert das Kultur-Barometer geradezu. Auf den kleinen Kulturschock dann ein frisch gezapftes Bier und das Leben ist schön.

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Alte Utting

© Nina Vogl Sonne bis zum Schluss auf der Alten Utting genießen

Am 26. Juli 2018 (jetzt schon historisch) wurde die Alte Utting eröffnet – und seitdem könnt ihr unschlagbare Abende auf, in und rund um das Schiff auf der Brücke erleben. Neben Bar-Betrieb und Kleinkunst, hat die Alte Utting an verschiedenen Food-Ständen auch kulinarisch etwas zu bieten. Unter der Woche öffnen sie ab 16 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr. Von der Brücke hat man weite Sicht über die Großmarkthalle, das Schlachthofviertel und Co. und weil man dort über den Dingen thront, kann man auch Abendsonne bis zum bitteren Ende genießen. Danach sind die Gruam und der Bahnwärter nicht fern. Die sommerliche Abendplanung für dieses Viertel steht also!

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© Christian Schmid Eine Boazntour vom Valentin Stüberl in die Gruam machen

Man kann nur verliebt sein in das Valentin Stüberl mit seinem ordentlichen Herrengedeck, den Fußballabenden und netten Menschen hinter der Bar – vollkommen fernab der Schickeria. Früher durfte man hier nur mit einem Schlüssel, den es im gegenüberliegenden Bavarese gab, rein. Heute ist das Stüberl zum Glück für alle da und nachdem man hier ein paar erste Bier getrunken hat, lässt man den Abend am besten in der Gruam ausklingen (wo sonst?). Dem einzigen Ort, wo man auch um 8 Uhr morgens niemanden stört – mitten im Nirgendwo, unter der Eisenbahnbrücke bei der Thalkirchnerstraße.

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Le Hygge Dreimühlenviertel

© Ida Heinzel Ein Refugium der Kunst: Das Café Le Hygge im Dreimühlenviertel

Das Café LeHygge ist ein Ort, wie das Dreimühlenviertel selbst: Charmant, bodenständig, heimelig und anders. Außen Graffiti. Innen eine urgemütliche Mischung aus bunten Möbelstücken, freigelegten Wänden und Kuriositäten.⁠ Das Le Hygge soll vor allem eines sein: ein Ort für Kunst. Ein Zufluchtsort für die vielen Künstler*innen Münchens, an dem sie sich frei bewegen und kreativ austoben können – von Ausstellung bis Konzert. Auf euch warten wechselnde vegan-vegetarische Mittagsgerichte, sowie ein kleines Feinkostsortiment mit Wein, Schokolade und Bio-Oliven. Und auch für Spaziergänger*innen ist das Le Hygge ein guter Anlaufpunkt, denn die Isar ist nicht weit und mit (veganem) Kuchen oder heißer Schokolade in der Hand flaniert es sich gleich noch schöner!⁠⠀

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Subkultur

© Metropolico.org | Flickr | CC BY-SA 2.0 Den Münchner Underground erleben im Kafe Marat

Eine Location wie das Kafe Marat gibt es in Monaco di Bavaria wohl kein zweites Mal und ist eher untypisch für die Stadt. In der Punk-Szene noch am ehesten bekannt, versteht sich das Kafe Marat als selbstverwaltetes Zentrum, welches von verschiedenen sogenannten Kafe-Gruppen betrieben wird, beispielsweise durch das Hip Hop Kafe, das Antifa Kafe oder das Queer Kafe. Man merkt also, an diesem Ort fühlen sich die unterschiedlichsten Menschen und Gruppen wohl, die gerne abseits des Mainstreams agieren. Im Kafe Marat wird man mit vegetarischem und veganem Essen, sowie Getränken zum fairen Preis verköstigt. In regelmäßigen Abständen finden Konzerte, Vorträge oder auch Infoveranstaltungen statt. Wer es gerne sympathisch abgeranzt mag und wissen will, was der Münchner Underground so kann, sollte hier mal vorbeischauen.

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© Brigitte Buck Dem Container vom Kollektiv Unegal einen Besuch abstatten

Sophie Neudecker, Eva Kellner und Anne Marx stecken hinter dem Kollektiv Unegal. Sie kommen alle drei aus dem Bereich des Grafikdesigns und kombinieren in ihrem Container Tattoostudio und Siebdruckwerkstatt. In einem kleinen Ladenbereich finden sich Collagen, Drucke sowie das hauseigene und nachhaltige Skaterlabel „Snab!“. Vorbeischauen lohnt sich immer: Ob auf der Suche nach einem Geschenk, einem kurzen Plausch oder der Möglichkeit, ganz spontan mit einem neuen Tattoo nach Hause zu gehen, weil man sich so inspiriert gefühlt hat. We love!

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Frisches Bier

© Nina Vogl Bier aus 14 Zapfhähnen im "Frisches Bier" bestellen

Einen treffenderen Namen hätten sich die Betreiber der kleinen Bier-Bar in der Thalkirchner Straße 53 gar nicht ausdenken können. 14 Zapfhähne zieren die Bar. In die Gläser kommt allerdings kein Gerstensaft von Biermogulen, sondern ausschließlich Hopfenschorle von kleinen Brauereien. Am besten vertreten: Tilmans Biere aus München, denn der Braumeister Tilman Ludwig ist auch einer der Chefs! Für die Grundlage sorgt eine kleine wechselnde Speisekarte und für die angenehme Stimmung wiederum das entspannte Publikum. Perfekt für alle, die ein gutes Feierabendbier genießen und sich nicht nur dran festhalten wollen.

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Bahnwärter Thiel

© Unsplash | Andreas Selter Den Sprayern im Schlachthof zuschauen

Es gibt so ein paar Orte in der Stadt, da fühlt sich München so gar nich nach München an, zumindest im klischeehaften Sinn. Im alten Schlachthof zum Beispiel. Hier haben nicht nur immer wieder der Bahnwärter Thiel eine Bleibe gefunden, sondern auch Münchens Sprayer*innen und Fans von Urban Gardening. Im hinteren Teil bei den Gleisen kann man sich zwischen den bunt bemalten Backsteinwänden und der wildwuchernden Flora ein bisschen anarchisch und weit weg von Münchens Saubermann-Image fühlen.

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Geschenke kaufen München

© Buch & Bohne Kaffee trinken und Bücher shoppen im Buch & Bohne

Bücher zu verschenken ist der Klassiker überhaupt. Tu dir selbst was Gutes und mache auch aus dem Bücherkauf ein schönes Erlebnis. Denn neben der netten Beratung kannst du im Buch & Bohne Kaffee mit Kuchen genießen. Außerdem finden hier viele Autorenlesungen statt – über eine Karte dafür freuen sich Bücherliebhaber bestimmt.

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Monti Monaco

© Monti Monaco Feinkost, Wein und Vier-Gänge-Menü auf der lässigen Terrasse im Monti Monaco

Wenn man im Schlachthofviertel zwischen all den Backstein- und Klinkerbauten unterwegs ist, fühlt man sich automatisch irgendwie großstädtischer als anderswo in der Stadt. Noch schöner wird es, wenn man sich dann in die verschiedenen Höfe verirrt und auf einmal auf der großen Terrasse des Monti Monaco sitzt. Das Lokal ist italienisches Restaurant und Feinkost-Paradies in einem. Die kleine Karte wechselt regelmäßig und wie das in Italien oft üblich ist, gibt es hier Pasta nicht als Hauptgericht, sondern als Vorspeise. Verlockend klingt auf jeden Fall das Drei- oder Vier-Gänge-Menü für 39 bzw. 49 Euro, für das man sich in dem wirklich besonderen Außenbereich auch gerne mal Zeit lassen kann!

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Metzgerei

© Unsplash | Kyle Mackie Super Fleisch in der Metzgerei von Magnus Bauch kaufen

"Weil's nicht wurscht ist, was in der Wurscht ist" – unter diesem Motto ist Magnus Bauch in den letzten 60 Jahren zu einer der Top-Metzgereien geworden. Viele Gastro-Leute kaufen hier ihr Fleisch, so wie Luu vom Ja Mai. Dass hier die Qualität stimmt, liegt nicht nur an der guten Lage zwischen Schlachthof und Großmarkthalle, sondern auch an den Vorraussetzungen: Das Fleisch kommt größtenteils aus Bayern und es werden keine Schweine geschlachtet, die weiter als 120 Kilometer transportiert werden müssen. Außerdem verwendet der Betrieb nur Naturgewürze, keine Aromastoffe oder -extrakte. An der Rezeptur der Weißwurscht haben Magnus Bauch und sein Papa zum Beispiel zwölf Jahre getüftelt. Wer also auf der Suche nach gutem Fleisch ist und im Schlachthofviertel vorbeiläuft, sollte sich hier was mitnehmen!

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Bahnwärter

© Lilli Wermuth | © Brigitte Buck An der Viertelliebe-Führung von München Tourismus teilnehmen

Ein neues Viertel zu erkunden, kann mit der Überwindung eines fetten inneren Schweinehundes Hand in Hand gehen. Und auch, wenn man schon ein Paar mal in der Ecke unterwegs war, treibt es einen dann doch immer zu dem selben Café, der selben Bank in der Sonne. Wenn ihr also tatsächlich noch nie im Schlachthofviertel gewesen seid oder euch nur mal nachts beim Feiern dorthin verirrt habt, legen wir euch die Viertelliebe-Führung von München Tourismus ans Herz. Immer samstags wird zwei Stunden lang ab 15 Uhr ein neuer Stadtteil erkundet – Schwabing, Maxvorstadt, Giesing, Bahnhofsviertel und Haidhausen sind übrigens auch dabei. Im Schlachthofviertel führen euch ausgebildete Guides über Kopfsteinpflaster, vorbei an Graffiti-Wänden hin zu der ein oder anderen noch unbekannten Ecke. Also Tour buchen und Horizont erweitern!