Ausflugsvergnügen: Ein Sommerwochenende am Königssee

© Anja Schauberger

Der Königssee macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Denn natürlich ist es schwer – bei all den wunderschönen Seen in Bayern – zu sagen, welcher der schönste ist, aber der Königssee in Berchtesgaden kommt schon ziemlich nah ran. Hier kann man fantastisch wandern, Boot fahren, in Wäldern spazieren, Kühe auf der Alm streicheln, Berge gucken, See gucken, gut essen, sich sehr bayrisch fühlen und natürlich hervorragend baden.

Samstag, 11.30 Uhr: Ankunft am Königssee

Wir sind gegen neun Uhr in München gestartet, mit zwei bis drei Stunden Fahrt muss man bis zum Königssee schon rechnen – kommt natürlich auf den Verkehr an. Mit der Bahn braucht man um die drei Stunden, fährt bis zum Bahnhof Berchtesgaden und von dort aus kurz mit dem Bus. Ob im Auto oder im Zug – hier ist der Weg schon ein bisschen das Ziel: Berge, Kühe, kleine Schluchten, reißende Bäche. Berchtesgadener Land wie aus dem Bilderbuch.

Ein Tagesausflug zum Königssee lohnt sich deshalb eher für Frühaufsteher. Alle anderen bleiben einfach eine Nacht hier. Es gibt Pensionen, Hotels und Zimmer en masse. Und man findet immer noch was. Obwohl ein heißes Wochenende bevor steht und im Internet alles reserviert war, brauchen wir nicht einmal eine halbe Stunde bis wir eine Übernachtungsmöglichkeit haben. Und wenn gar nichts mehr geht: Schönau hat auch einen hervorragenden Campingplatz, nur fünf Minuten vom Königssee entfernt.

Königssee
© Anja Schauberger

Samstag, 12 Uhr: Auf zu den Wasserfällen

Links um den See herum führt ein kleiner Wanderweg durch den Wald – der Malerwinkel, der für viele Touristen auch schon wieder beim gleichnamigen Café endet. Wer allerdings weitergeht, kommt erst einmal an einen wunderschönen Aussichtspunkt (siehe Titelbild) und wer dann noch das kurz darauf folgende Lebensgefahr-Schild ignoriert, feste Schuhe und kein Problem hat, einen etwas wilderen Weg zu gehen, der wird mit Wasserfällen, Naturpools und einem tollen Badestrand belohnt.

Königssee
© Anja Schauberger
Königssee
© Anja Schauberger
Königssee
© Anja Schauberger

Hier kann man ohne Probleme den ganzen Tag verbringen. Abgesehen von der Dorfjugend und ein paar anderen Touristen, die sich her verirren, ist auch an gut besuchten Sommerwochenenden wenig los. Entweder liegt man unten in der Sonne am Kiesstrand oder auf einem der Steine bei den Wasserfällen, wo es dank Bäumen ein bisschen schattiger zugeht. Je nach Lust und Kletter-Skills kann man den Wasserfall bis ganz nach oben besteigen und dort eine unfassbare Aussicht über den See genießen und sich dort in die kühlen Pools legen.

Samstag, 18 Uhr: Rückweg und Ausblick

Wie das ja immer so ist – die schönste Zeit vergeht immer am schnellsten und bis man sich versieht, ist es abends. Unbedingt noch einplanen: Die gute halbe Stunde für den "Lebensgefahr"-Weg zurück. Es wird also ein bisschen geklettert, durchs Wasser gewatet und an Drahtseilen festgehalten. Kurz vor Ende des Weges bekommt man dann diesen Ausblick hier zur Belohnung. Da vergisst man sogar die schmerzenden Füße.

Königssee
© Anja Schauberger

Samstag, 20 Uhr: Pizza essen mit Bergblick bei Jolly

Nach ein bisschen Internet-Recherche und Nachfragen bei den Einheimischen steht fest: Der beste Italiener hier ist wohl Jolly in Schönau. Und tatsächlich: Wenn man nach einem langen Tag in der Sonne auf der Terrasse des Lokals sitzt – mit einer Trüffelpizza, einem Frizzante oder einer Shrimps-Artischocken-im-Rand-Pizza und einem kalten Weißbier – und dazu diese Aussicht hat, versteht man die Berchtesgadener. So einen Italiener wollen wir auch bei uns.

Nach einem ganzen Tag draußen, dem gutem Essen, ein bisschen Wein und ein bisschen klettern, schläft man dann so gut ein, wie sehr lange nicht. Mit noch warmer Sommerhaut und dieser Schwimm-Müdigkeit, die die Lider ganz schwer macht.

Königssee
© Anja Schauberger
Königssee
© Anja Schauberger

Sonntag, 10 Uhr: Boot ausleihen

Der Bootsverleih am Königssee hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Berechnet wird nach Stunden – wer allerdings mehr als fünf Stunden unterwegs ist, zahlt einfach den Tagespreis von 45 Euro. Kein Schnäppchen, aber wenn man es sich teilt, ist es okay. Zum Vergleich: Die Touri-Fähre kostet hin und zurück für zwei Leute fast 30 Euro und ist aber niemals so schön. Beachten: Beim Ruderboot kommen noch 50 Euro Kaution dazu, die kriegt ihr aber natürlich zurück.

Wer fit im Rudern ist, fährt bis nach St. Bartholomä (circa zehn bis zwölf Kilometer insgesamt). Wer nicht ganz so viel Lust hat, macht etwa nach einem Drittel der Strecke am linken Ufer halt – hier ist nämlich der schöne Kiesstrand von gestern. Wenn man mit dem Boot hier zum Baden herkommt, muss man auch nicht den mühsamen Weg auf sich nehmen, sondern bindet sein Ruderboot einfach an den kleinen Holzsteg an und fährt abends gemütlich zurück.

Königssee
© Anja Schauberger
Königssee
© Anja Schauberger

Während der Fahrt dann die Füße ins noch viel zu kalte Wasser halten. Der Königssee ist zwar, wie es Bergseen so an sich haben, eher kühl – wer es aber einmal in den Walchensee geschafft hat, wird das Wasser hier warm finden. Alle zwanzig Minuten fährt eines der Touristen-Boote vorbei und lässt bayrische Musik laufen, weil es neben den Bergen so schön hallt. Absoluter Bayern-Moment: Wenn es ganz ruhig ist über dem See, das Wasser still und eben jene Musik kommt. Never felt bayrischer.

Sonntag, 12.30 Uhr: Biergarteln in St. Bartholomä

Nach unzähligen wunderbaren Aussichten und Fähren mit Touristen, die einem freudig zuwinken, kommt man mit dem Ruderboot in St. Bartholomä an. Der Strand hier eignet sich leider nicht so gut zum Baden – zu viele, zu große Steine. Ein bisschen plantschen geht aber allemal und danach setzt man sich in den wohl schönsten Biergarten der Welt, isst Schnitzel und Hirschgulasch. Dazu ein kühles Radler. Das Leben war nie besser.

Königssee
© Anja Schauberger

Ambitionierte wandern am Nachmittag noch den Watzmann hoch – hier gibt es auch einen Wanderweg für Anfänger, der nicht ganz so steil ist, aber dafür ein bisschen länger dauert. Oben auf der Alm kann man dann fantastisch ein Helles trinken und ins Tal gucken oder vom Berg aus den Königssee bestaunen. Wir fahren lieber noch mal zu den Wasserfällen, lesen, liegen in der Sonne und wundern uns, wie lange einem zwei Tage vorkommen können. Der Königssee macht seinem Namen wirklich alle Ehre.

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