Runterkommen auf 1044 Metern: Entspannen mit Bergblick im Hubertus Mountain Refugio

© Hubertus Mountain Refugio Allgäu

Manchmal braucht es ein bisschen Abstand, um Entspannung zu finden. Nicht nur Abstand im Kopf, sondern am besten auch körperlich. So haben wir zuletzt unsere sieben Sachen gepackt und uns etwa 170 Kilometer in der Horizontalen und gute 500 Meter in der Vertikalen von unserem Büro wegbewegt. Gelandet sind wir dabei an einem der südwestlichsten Zipfel Deutschlands. Genauer gesagt im Allgäu. Noch genauer gesagt im Hubertus Mountain Refugio in Balderschwang. Einem kleinen Dorf, das gerade mal knapp über 300 Einwohner zählt. Hier leben acht Menschen pro Quadratkilometer. Im Vergleich: In München sind es fast 5000.

Der Weg hierher führt über eine ebenso malerische wie kurvenreiche Passstraße, vorbei an felsigen Gipfeln bis hin zu sanften Hügeln. Die Weiden mit ihren zahlreichen Alpenkräutern strahlen mit Fichten, Lärchen, Eiben und Co. um die Wette. Da ist die grüne Farbpalette im Baumarkt ein Witz dagegen. Wir haben auf 1044 Metern Höhe den perfekten Ort zur Entspannung gefunden. Manchmal muss man eben erst mal raufkommen, um runterzukommen.

MONTAG: Hallo, Hubertus!

© Nina Vogl
© Nina Vogl

Kurz hinter dem Ortseingang staunen wir nicht schlecht, als wir die Holzkonstruktion erblicken, die den brandneuen Wellness- und Spa-Bereich des Hubertus Mountain Refugio umgibt. Sanft schmiegt sich das Gebäude an den benachbarten Hang und erst im Laufe des Aufenthalts wird uns klar, wie großzügig Hotel und Spa eigentlich sind. Unser Blick folgt dem Hang nach oben, denn wir wissen, dass hier Anfang 2019 eine Lawine einen großen Teil des Berges unter sich begraben hat. Danach lief der Betrieb eingeschränkt weiter und bei unserer Ankunft stehen Neubau und Renovierungsarbeiten kurz vor ihrem Abschluss.

15.30 Uhr: Ankunft, Kuchen & Yoga

Bei der Ankunft werden wir freundlichst empfangen. Vor dem Haus sitzen einige Gäste im Außenbereich und wir tun es ihnen mit unserem Begrüßungsaperitif gleich. Noch bevor wir uns ins Zimmer wagen, lockt das Kuchenbuffet und gibt einen ersten Vorgeschmack auf das umfangreiche Kulinarik-Programm, das im Hubertus geboten wird. Programm gibt es aber auch in Sachen Aktivitäten und wir melden uns direkt für die abendliche Yogastunde an, die ihr als Gast kostenlos besuchen könnt. Tipp hier: Schaut am besten schon vor eurem Besuch ins Programm und meldet euch für die Angebote eurer Wahl an!

19.00 Uhr: Vier Gänge, Wein & Käse

© Nina Vogl
© Hubertus Mountain Refugio Allgäu

Aus kulinarischer Sicht versorgt das Hubertus seine Gäste mit einer so genannten Dreiviertel-Pension, die sich für uns eher nach vier Dritteln und mehr anfühlt. Frühstück, Mittagsbuffet, Kuchen, Abendessen, Käse. Beim Dinner warten bis zu vier Gänge, die in verschiedenen thematischen Menüs vereint sind. Entweder ihr wählt ein fertiges Menü oder stellt euch eure eigene Abfolge aus den einzelnen Gerichten zusammen.

Bevor wir hier aber ausschweifend werden und jeden unserer Gänge aufzählen, möchten wir eigentlich nur festhalten: Die Küche weiß, was sie tut! Drei Abendessen und somit zwölf Abendgänge können wir am Ende zählen und wirklich alle haben uns durch die Bank weg überzeugt – egal, ob Fisch, Fleisch oder vegetarische Varianten, sowohl optisch und geschmacklich, als auch handwerklich. Und auch wenn der Service nach langer Schließung nicht immer zu hundert Prozent abgestimmt war: Spätestens der erste Dessertlöffel sorgt für freudige Abschlussstimmung. Wobei ja eigentlich noch der Käse wartet, den man nicht verpassen darf. Immerhin ist die Region vermutlich dichter mit Sennalpen als mit Menschen besiedelt.

DIENSTAG: Raufwandern & runterkommen

9.30 Uhr: Ayurveda-Massage mit Gabi

© Nina Vogl
© Hubertus Mountain Refugio Allgäu

Während draußen die Farbe Grün dominiert, ist im Wellnessbereich Holz der Hauptdarsteller. Auf drei Ebenen warten gut 4000 Quadratmeter mit Treatment-Räumen, Saunabereich, warmem Onsenbecken auf dem Dach, ein großzügiger Pool, ein Badeteich und mehrere Ruhezonen im Innen- und Außenbereich.

Tag 2 beginnen wir also mit einem Termin bei Gabi, die uns eine knappe Stunde mit einer Ayurveda-Massage verwöhnt. Nach einem kurzen Ausblick, was auf uns wartet, fließt auch schon das Öl. Sehr viel Öl. Schon nach kurzer Zeit beschließen wir, uns viel häufiger ayurvedisch marinieren zu lassen. Gabi spult kein Standardprogramm runter, sondern geht individuell auf Wünsche und Wehwehchen ein, sodass wir am Ende fast ein bisschen entrückt dasitzen und die Behandlung noch in einem der Ruheräume ausklingen lassen.

10.30 Uhr: Frühstück für Spätaufsteher

© Hubertus Mountain Refugio Allgäu | Günter Standl
© Nins Vogl

Wenn man wollte, könnte man im Hubertus ganze vier Stunden beim Frühstück verbringen. Zumindest wenn man wie die Kühe in der Nachbarschaft vier Mägen hätte. Nach einem ersten Scan des Buffets merken wir: Wir müssen taktisch klug vorgehen. Ja, wir wollen Birchermüsli und uns einen frischen Saft zubereiten. Das Waffeleisen sieht aber ebenso verlockend aus und so eine Eierspeise von der Karte am Tisch könnten wir schon auch noch bestellen. Käse gab es zum Glück am Vorabend zu Genüge, sodass wir das zumindest schon probiert haben. Aber hey, Räucherfisch geht schon klar!

11.30 Uhr: Ab auf den Siplingerkopf

© Nina Vogl
© Nina Vogl

Einen Not-So-Funfact wollen wir euch nicht vorenthalten: Balderschwang ist die Gemeinde mit dem meisten Niederschlag in ganz Deutschland. Was in den kalten Wintermonaten in Form von Schnee vom Himmel fällt, hat im Sommer natürlich einen anderen Aggregatzustand – richtig geraten: flüssig. Also nutzen wir das kleine sonnige Zeitfenster nur für eine flotte Wanderung, die uns immerhin 700 Höhenmeter nach oben auf den Siplingerkopf befördert.

Kurz vorm Gipfel wird man dann mit tollen Blicken auf vereinzelte Felstürme belohnt und wandert entlang eines Grates schließlich bis zum Gipfelkreuz, von dem man einen wunderbaren Rundum-Blick hat. In flottem Tempo und mit wenig Pause ist man in drei Stunden oben und wieder unten und damit pünktlich zum Mittags- und anschließendem Kuchenbuffet wieder zurück im Hotel!

17.00 Uhr: Viva la Wellness!

© Hubertus Mountain Refugio Allgäu | Nina Vogl
© Hubertus Mountain Refugio Allgäu | Nina Vogl

Wir tauschen die Wanderschuhe gegen Birkenstocks, den Rucksack gegen die Badetasche und machen uns auf den Weg zum Pool, bevor es uns in den Saunabereich zieht. Hier haben wir die Wahl zwischen der finnischen Variante mit 90 Grad oder der Panoramasauna mit 80 Grad und kommen bei Letzterem ordentlich ins Schwitzen. 

Was uns auffällt: Obwohl im Hotel relativ viel los ist, verteilen sich die Gäste vor allem im riesigen Wellnessbereich sehr gut und wir haben zu keiner Zeit das Gefühl, auf Privatsphäre verzichten zu müssen. Unseren Lieblingsort finden wir allerdings im obersten Stockwerk. Hier befindet sich das warme Onsen-Becken, in dem es sich herrlich abschalten lässt. Der Blick auf Weiden und Berge sowie der obligatorische Kuhglocken-Sound tun ihr Übriges. 

MITTWOCH: THE SAME PROCEDURE AS EVERY DAY!

Es ist ein Regentag. Gut, dass wir in einem Wellnesshotel mit Vollverpflegung sind. Das Tagesprogramm könnt ihr euch also denken!

© Hubertus Mountain Refugio Allgäu
© Hubertus Mountain Refugio Allgäu

DONNERSTAG: NOCHMAL SO RICHTIG RUNTERKOMMEN

08.30 Uhr: Tai Chi mit Manfred

Neben Yoga, Kräuterwanderungen, E-Bike-Touren und Naturführungen steht auch Tai Chi im Wochenprogramm. Gemeinsam mit Lehrer Manfred lassen wir also unser Chi fließen und lernen, mithilfe von Bewegung unseren Kopf auszuschalten. Einfach mal im Hier und Jetzt sein – und nicht schon wieder ans Frühstück oder die nahende Heimreise denken.

10.30 Uhr: Eine letzte Waffel und noch ein bisschen Wellness

© Hubertus Mountain Refugio Allgäu
© Nina Vogl

Beim letzten Frühstück lassen wir uns Zeit und benutzen endlich das Waffeleisen, das uns schon seit Tag eins anlacht. Trotz nahender Heimreise sind wir tiefenentspannt, denn ein letzter Besuch im Spa-Bereich ist auch nach dem checkout noch möglich. Den krönenden Abschluss der kleinen Auszeit finden wir dann allerdings nicht im Hotel, sondern nur ein kleines Stück weiter. In Anni’s Hofladen machen wir das, was wir bei jedem Besuch im Allgäu machen und uns insgeheim am meisten Freude bereitet: Käse kaufen! Mit einem Abschiedsblick auf die umliegenden Berghänge kurven wir die Passstraße entlang und kommen dabei ein letztes Mal komplett runter.

Hubertus Mountain Refugio | Dorf 5, 87538 Balderschwang | Zimmer ab 170 Euro pro Nacht/Person | Mehr Info

Wir wurden vom Hotel eingeladen. Das beeinflusst nicht unsere ehrliche Meinung.

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