Lakritz naschen im Haidhausener Naturkostladen Lebascha

© Franziska Hermann

Wer in Haidhausen die Breisacher Straße entlang schlendert, vorbei an schnuckligen Cafés und Restaurants, wie dem Il Cigno oder dem Cafiko, und weiter zum „Dorfplatz" Richtung St. Elisabeth Kirche spaziert, der kann den kleinen Naturkostladen Lebascha kaum verfehlen. Draußen wie drinnen lädt der Laden zum Bio-Shoppen ein. Er ist einer der ältesten Naturkostläden Münchens, wenn nicht sogar der älteste – und feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Darauf stoßen wir an, denn der Lebascha ist ein wirklich einzigartiger Ort. Ein Ort des entspannten Einkaufens mit ausgewählt gefüllten Regalen, besonderen Extras wie toskanischen Bioprodukten und griechischem Olivenöl aus Peloponnes und last but not least: ein Ort mit einem Riesensortiment an Lakritz! Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Stadt. Und ein absoluter Geheimtipp.

Fein säuberlich stehen hier dicht an dicht große Gläser mit dem schwarzen Naschwerk nebeneinander – liebevoll mit der Hand beschrieben, damit man vorher schon weiß, wo die Geschmacksreise hingeht. Ob süß, salzig, salmiakig, vegan, zuckerfrei – es gilt: selbst zugreifen. Und wie zu Kindheitstagen ein Glas nach dem anderen öffnen, und ein Lakritz Toffee und einen Hexenheuler dort in das Tütchen packen. Gewogen und bezahlt wird dann an der Kasse bei der freundlichen Besitzerin Ulla Jüttendorf.

Lakritz naschen im Naturkostladen Lebascha
© Franziska Hermann

Lebascha – das klingt irgendwie nach Leben und Naschen. Woher kommt der Name?

Das hat leider nichts damit zu tun. Den Namen haben wir übernommen, als wir den Laden 1976 eröffnet haben. Damals wurde er noch von einer Halbafrikanerin, der Biggi, geführt. Sie nannte ihn nach einem abessinischen Medizinarzt – Lebascha. Es war also schon vorher eine Art Naturkostladen, entwickelt aus einer Kooperative heraus.

Und wie kamst du dann zu dem Laden?

Das hatte ganz pragmatische Gründe. Mit Christine, mit der ich den Laden hier führe, war ich zuvor in der Gastronomie tätig – im Café Ruffini. Als wir beide Kinder bekamen, wurde es schwieriger alles zeitlich zu managen. Der Laden hier wurde frei und wir haben ihn zusammen renoviert und das Geschäft einfach weitergeführt. Natürlich angepasst an die Haidhaus’ner Häuser.

Lakritz naschen im Naturkostladen Lebascha
© Franziska Hermann
Das Bio-Publikum bestand damals aus Alternativen, Birkenstock-Leuten und politisch links Orientierten. Heute ist das ganz anders.

Wie stand es noch vor 40 Jahren mit Bio? Und was hat sich getan?

Wir waren einer der ersten Naturkostläden Mitte der 70er. Da war wirklich alles noch anders. Es gab damals viele, kleine Läden, von denen jetzt kaum noch einer existiert. Und das Bio-Publikum bestand damals aus Alternativen, Birkenstock-Leuten und politisch links Orientierten. Das war so der Anfang der alternativen Bewegung. Heute ist es ein ganz durchmischter Kundenstamm. Das Bewusstsein für Naturprodukte hat sich stark entwickelt. Das finde ich super.

Warum die Lakritzecke im Laden?  

Die gibt es, weil es mir Lakritz in München bisher schlichtweg gefehlt hat. Ich bin an der holländischen Grenze aufgewachsen. Als ich nach Bayern gezogen bin, habe ich bemerkt, wie abfällig man hier von „Bärendreck“ spricht. Ich selbst liebe Lakritz und habe deshalb entschieden, eine Ecke dafür einzurichten. Seit 15 Jahren kann man hier mittlerweile Lakritz kaufen und das hat sich herumgesprochen. Seitdem kommen auch viele Kunden aus Skandinavien und Holland, die in München vergeblich auf der Suche waren, im Lebascha aber fündig werden.

Das Bewusstsein für Naturprodukte hat sich stark entwickelt. Das finde ich super.
Lakritz naschen im Naturkostladen Lebascha
© Franziska Hermann
Lakritz naschen im Naturkostladen Lebascha
© Franziska Hermann

Naturkost und Lakritze – eine gesunde Kombi?

Ach, das ist doch ganz egal (lacht). Aber tatsächlich hat die Süßwurzel einige gesunde Kräfte und soll gegen Magenprobleme, Erkältungen und sogar Herpes helfen. Das trifft natürlich hauptsächlich auf den echten Lakritz zu – also die reine Süßwurzel. Die man bei mir übrigens auch kaufen kann. Genauso wie andere biologische und jetzt auch vegane Lakritze, die finde ich aber persönlich nicht so spektakulär, wie meine anderen siebzig Sorten.

Hast du mittlerweile nicht genug von Lakritz?

Nein, auch nach 15 Jahren nicht! Fast täglich muss ich mich immer noch beherrschen, wenn ich im Laden bin (lacht). Aber spätestens, wenn ich wöchentlich die Geschmacksrichtungen wechsle und die Gläser neu auffülle, kann ich nicht anders als probieren.

Wir wurden vom Restaurant eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung!

Lebascha Naturkostladen | Breisacher Str. 12, 81667 München | Montag – Samstag: 9.00 bis 19.30 Uhr | Mehr Infos

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