11 Dinge, die du immer in der Toskana machen kannst

In München daheim, in Italien zu Hause. Ob Gardasee, Lago Maggiore oder Comer See – der echte Münchner kennt den Norden Italiens fast so gut wie seinen Lieblingsbiergarten um die Ecke. Doch warum immer dorthin fahren, wo man Gefahr läuft dem Nachbarn, Chef oder Zahnarzt zu begegnen? Die Toskana hat mit ihrem Reichtum an Kunst, Kultur und sagenhaftem Essen das Zeug, dein neuer liebster Zufluchtsort in Bella Italia zu werden. Möglicherweise sogar für immer.

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© Tobias Merk Früh aufstehen in San Gimignano

Wenn ab vormittags die Touristenmassen in das „Mittelalterliche Manhattan“ der Toskana strömen, sollte man sich schnellst möglich verziehen. Denn die kleine Stadt in der Provinz Siena ist nicht nur Unesco-Weltkulturerbe, sondern eines der meist besuchten Ziele der Gegend. Dennoch wäre es fatal, die „Stadt der Türme“ auf Grund von Touristenhass zu meiden. Du musst nur früh aufstehen! Am besten vor Sonnenaufgang. Schnapp dir deine Kamera, such dir den höchsten Turm der Stadt und staune von dort über den einzigartigen Ausblick auf die schönste Landschaft der Toskana. Anschließend gönnst du dir ein Frühstückseis bei einer der beiden Eisdielen im Stadtkern und überlässt San Gimignano wieder den Japanern und Amerikanern.

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© Tobias Merk Bistecca essen bei Italiens bekanntestem Metzger

Er ist der Alfons Schuhbeck Italiens – Dario Cecchini. Zwar ist er Metzger, kein Koch aber durch seine etwas exzentrische Art ist der „Butcher from head to tail“ weit über sein Heimatdorf Panzano in Chianti hinaus bekannt. In dem Tausend-Seelen-Ort führt der Meistermetzger drei hochkarätige Gastronomien, die vor allem sein legendäres Bistecca (Beefsteak) an Menschen von Nah und Fern servieren. Im „Dario Doc“ gibt es montags bis freitags Burger, Tartar und gutes vom Schwein. In den beiden anderen Locations „Officina della Bistecca“ und „Solocicca“ speist man nach Anmeldung mittags oder abends im Kreise einer kleinen Gruppe verschiedenster Feinschmecker von überall her. Alle sitzen an einem großen Familientisch und verkosten Gang für Gang köstliches vom Rind. Da man zusätzlich zum schon sehr leckeren Hauswein auch eigenen Wein mitbringen und diesen mit den anderen Gästen teilen kann, kommt man als Unbekannte und geht, italienische Lieder grölend, als Freunde auseinander.

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© Tobias Merk In einem Agriturismo übernachten

Wenn man an Ferien auf dem Bauernhof denkt, klingt das nach Pony reiten im Kreis, mit Fremden Brot backen und vielen, nervigen Stadtkindern, die nicht wissen, woher die Milch kommt. Nicht so in Italien: Urlaub auf einem Agriturismo ist Pasta, Amore, Dolce Vita und viel Vino. Diese Art der Entschleunigung mit einer gehörigen Portion Italien tut nicht nur dem Leib, sondern auch der Seele gut. Als Gast gehört man sofort zur Familie, wird von Nonna bekocht und wer Kinder mitbringt, braucht sich bei den kinderfreundlichen Italienern auch keine Gedanken um einen Babysitter machen. Besonders schöne Anwesen mit Blick auf Olivenhaine, Weinberge und Wälder befinden sich in der Toskana – und von luxuriös bis basic, gibt es alles.

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© Tobias Merk Picknicken auf der Stadtmauer von Lucca

Wieso im Park picknicken, wenn man das auch auf einer vier Kilometer langen und zwölf Meter hohen Stadtmauer mit Aussicht tun kann? Das geht auf dem ehemaligen Schutzwall, der den mittelalterlichen Stadtkern von Lucca umgibt. Die seit 1823 als idyllische Parkanlage dienende Mauer ist längst Freizeit-Lieblingsplatz von Einheimischen und Touristen, aber trotzdem nicht überfüllt. Miete dir ein Fahrrad und umrunde die Mauer so lange, bis du den besten Picknickplatz gefunden hast. Hier lasse dich nieder und gönn' dir unter Bäumen frische Tomaten, Parmigiano, Prosciutto, Brot mit Olivenöl, einen guten Tropfen Wein und genieße das Dolce Vita!

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© Tobias Merk Sich sein eigenes Parfum kreieren

Es soll Frauen geben, die davon träumen, ein eigens für sie gemischtes Parfum zu tragen. Ja okay, ich gehöre auch zu ihnen. Doch da die wenigsten von uns bekannte Influencer, Sänger oder Schauspieler sind, geht dieser Kelch leider an uns vorüber. Außer natürlich, du machst dich auf den Weg in die Hauptstadt der Toskana. Die Meisterparfümeure der Parfümerie Aqua Flor in Florenz machen deinen Traum wahr und bringen die Essenz deiner Persönlichkeit in einem Flakon zum Duften. In einem Gespräch findet man gemeinsam mit dem Parfümeur heraus, was zum Charakter passt, welcher Duftstoff gefällt und diese Kombination wird dann zu deinem ganz individuellen Duftwässerchen. Wer sich diesen Luxus nicht leisten kann oder möchte, der sollte trotzdem einmal einen Fuß in die heiligen Hallen von Aqua Flor setzen. Zwischen antiken Apothekerschränken stehen unzählige Flakons, Seifen und andere Kosmetika auf wuchtigen Kommoden und laden zum Durchschnuppern ein.

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© Tobias Merk Eis essen in der Gelateria La Carraia

Ausgelutscht? Im Gegenteil! Wer im Italien-Urlaub auf seine schlanke Linie achtet, der geht auch in den Keller zum Lachen. Im Ernst … die Italiener machen einfach das beste Eis, e basta! Und hier wird nicht überdeutsch eine Minikugel nach der anderen in eine trockene Waffel gepresst. Nein, in Italien weiß man, was schlemmen bedeutet. Mit einem Spatel baut der Verkäufer einen Turm des sahnigen oder fruchtigen Glücks auf deiner knusprigen Waffel. Und dann heißt es schnell sein. Gegen die Zeit und die toskanische Sonne genießt du das feine Gelato in Lichtgeschwindigkeit, um keinen süßen Tropfen des schmelzenden Traums zu verschwenden. Schlechte Eisdielen gibt es fast keine, aber am besten geschmeckt hat es mir in Florenz bei der Gelateria La Carraia. Von diesem Pistazieneis träume ich noch immer.

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© Tobias Merk Eine Rollertour durchs Chianti-Gebiet machen

Es klingt wie ein Paradoxon. Wieso genau sollte man in einem der bekanntesten Weingebiete Italiens nüchtern bleiben, um mit einem Roller durch die Landschaft zu tuckern? Einfach, weil es geil ist! Diese wunderbare, sattgrüne, sonnengeküsste Hügellandschaft des Chianti-Gebiets kann man nicht beschreiben, man muss sie im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Und das am besten typisch italienisch auf einem Roller. Also Helm auf, Roller an und Bella Italia genießen.

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© Tobias Merk An einer Weinverkostung teilnehmen

Sangiovese, Canaiolo Nero, Colorino, Malvasia del Chianti oder Trebbiano Toscano – wenn dir diese Begriffe nichts sagen, macht das nichts. Dafür bist du ins berühmteste Weinanbaugebiet Italiens gekommen. Spätestens nach der ersten Weinverkostung weißt du mehr über die oben genannten Traubensorten, aus denen roter oder weißer toskanischer Wein gewonnen wird. Gefühlt alle paar Kilometer entdeckt man entlang der Straße große oder kleine Schilder, die auf eine „Degustazione di Vino“ hinweisen.  Ob nach Anmeldung oder spontan – eine Weinprobe lohnt sich. Glücklicherweise verkaufen die Locations die edlen Tropfen in der Regel auch, also genügend Platz im Koffer lassen.

Angebote in Sachen Weinprobe gibt es in der Toskana wie Sand am Meer. Während unserer ersten Tour, sind wir ganz zufällig auf das Agriturismo Le Filigare im Chianti-Gebiet gestoßen und haben dort Wein probiert und natürlich auch gekauft.

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© Tobias Merk Pizza in der Trattoria Ometto essen

Bei ihm schmeckts besonders gut: Der Pizzabäcker Daniel Favero wurde zwar schon 2014 zum besten Europas gewählt, doch seine preisgekrönte Pizza schmeckt noch immer fantastico! In seiner unscheinbaren Trattoria Ometto, umringt von Marmorsteinbrüchen in Carrara, bäckt Favero seit einigen Jahren im Familienbetrieb Pizza. Auf der großen Panoramaterrasse – komplett aus Marmor, versteht sich – speist man (fast) nur unter Einheimischen, mit Blick auf die Berge. Die Pizza mit einem Belag aus Tomaten, Spargel und Speck brachte ihm damals den Europasieg in Hamburg ein. Es wäre ein Fehler dieses epische Geschmackserlebnis nachzuerzählen, denn das ist unmöglich. Nur so viel: Wer nicht hingeht, ist selbst schuld!

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© Tobias Merk Antike Möbel shoppen

Wie aus einem alten Spiegel aus einer Wohnungsauflösung das wertvollste Dekostück in unserem Wohnzimmer wurde: Während eines Spaziergangs durch Florenz trauten wir uns und überquerten den Arno, weg vom Duomo und den Touristenmassen, rein in kleine unscheinbare Gässchen. Hier entdeckten wir ihn zwischen alten Stühlen, Nachttöpfen, Bilderrahmen und viel Müll: Einen antiken Spiegel mit Goldrahmen. Mit Händen und Füßen verhandelten wir mit dem Nonno den Preis und ließen uns erzählen, dass alle hier verkauften Möbel aus seinem Elternhaus irgendwo in der Toskana stammten. Was ich damit sagen will? Trau dich was und bleibe entdeckerisch, dann hält Italien die schönsten Überraschungen für dich bereit. Wer nicht auf sein Glück warten will, schaut hier.

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© Tobias Merk Florenz bei Sonnenuntergang bewundern

Wer durch die Toskana reist, wird vermutlich feststellen, dass man hier zu einem romantischen Weichei verkommt. Wir geben uns mit Kaffee und einem trockenen Cornetto als Frühstück zufrieden, ja feiern diese Einfachheit, hupende Autos stören null, denn die gehören zum italienischen Flair und auch Stehklos machen uns plötzlich nichts aus. In Italien finden wir alles toll! Nun gut, dann zelebrieren wir alle unsere romantische Seite und feiern den schönsten Sonnenuntergang aller Zeiten. Den bewundert man auf der Aussichtsplattform Piazzale Michelangelo in Florenz. Die anderen Hundert Touristen, die die gleiche Idee hatten, ignorieren wir, denn wenn die Sonne langsam über der Stadt untergeht, vergisst man alles um sich herum. Der Goldball taucht die Stadt, den Duomo, die Ponte Vecchio und den Arno in erst goldenes Licht, dann Pink und zu guter Letzt in ein zartes Lila. Dieses Farbenspektakel muss man gesehen haben.

Titelbild: © Tobias Merk

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