11 Filme, die ihr auf dem Filmfest München nicht verpassen solltet

© Christian Rudnik

Sommerzeit ist in München Kinozeit. Denn anders als andere deutsche Filmfeste, findet das Filmfest München alljährlich an den heißeren Tagen des Jahres statt, so auch 2017. Vom 22. Juni bis zum 1. Juli heißt es wieder volles Programm. Obligatorisch gehören dazu natürlich: ein roter Teppich, viele spannende Filme und jede Menge Stargäste. Unter anderem erwarten euch dieses Jahr die Regisseurin Sofia Coppola und der Breaking-Bad-Star Bryan Cranston.

Solltet ihr eure Zeit trotz Starpower und Glamour lieber an der frischen Luft oder beim Weggehen verbringen, dann ist auf dem Filmfest München auch einiges geboten. Neben der Open-Air-Kinoreihe am Gasteig lädt das Festival nämlich auch zu langen Partynächten u.a. im Solace, der Milla, dem Kulturstrand oder im Cord bei der Nordpolaris Nacht. Da man bei soviel Programm schnell mal den Überblick verliert, haben wir für euch Highlights aus den verschiedenen Programmreihen zusammengestellt.

1. The Beguiled

Richtig berühmt wurde Sofia Coppola mit „Lost in Translation“, in dem Scarlett Johansson und Bill Murray in ihren Rollen als seltsames, in Tokio gestrandetes Paar auftrumpften. Für ihren neuen Film „The Beguiled – Die Verführten“ sind unter anderem Nicole Kidman, Kirsten Dunst, Elle Fanning und Colin Farrell mit von der Partie. Letzterer strandet zu Zeiten des Bürgerkriegs als Nordstaaten-Soldat in den verfeindeten US-Südstaaten. Unterschlupf findet der charmante Offizier in einem ausschließlich von Frauen bewohnten Schulhaus. Das Kommando dort hat Nicole Kidman. Sie pflegt ein hartes Regime und schnell entspinnt zwischen den BewohnerInnen ein Machtspiel mit famosem Ausgang.

Dienstag, 27.06.2017, 22:30 Uhr | Dauer: 94 Minuten | Gasteig, Carl-Orff-Saal | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

2. Fikkefuchs

Richard aka Rocky eilt der Ruf nach „der größte Stecher von Wuppertal“ zu sein. So zweifelhaft dieser Ruf sein mag, er veranlasst Sohn Thorben, von dem Rocky nichts weiß, seinen Vater zu besuchen, um sich von dem ehemaligen Baggerkönig Tipps für das eigene Dating-Leben zu holen. Anstatt sich einzugestehen, dass seine besten Aufreißertage hinter ihm liegen, nimmt Rocky die Herausforderung seines 22-jährigen Sprosses an. Ob das gut gehen kann? In den Rollen der beiden sind die Schauspieler Jan Henrik Stahlberg und Franz Rogowski zu sehen, der manch einem Münchner auch aus dem Esemble der Münchner Kammerspiele ein Begriff sein könnte.

Freitag, 23.06.2017, 20:00 Uhr (Arri Kino) | Sonntag, 25.06.2017, 17:30 Uhr (HFF) | Mittwoch, 28.06.2017, 15:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Samstag, 01.07.2017, 12:30 Uhr (HFF) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

Für die Premiere am Freitag, 23.06. im Arri Kino verlosen wir 1x2 Tickets! Wenn ihr gewinnen wollt, schreibt uns eine Mail mit dem Betreff "Fikkefuchs" an [email protected] Ausgelost wird am Freitag um 12 Uhr! Viel Glück!

3. Mr. Roosevelt

Filmfest München
© Mr. Roosevelt

Als Emily gerade einem ziemlich deprimierenden Typen einen Blowjob gibt, klingelt ihr Telefon und ihr Ex ist dran. Da sie sich bei ihm noch Hoffnungen macht, geht sie auch ran. Der ehemalige Boyfriend hat aber keine guten Nachrichten: ihre gemeinsame Katze ist gestorben. Emily, gespielt von Noël Wells, die zuletzt im Netflix-Erfolg „Master of None“ zu sehen war, macht sich von L.A. aus auf in die alte Heimat Austin, um der Einäscherung des geliebten Kuscheltiers beizuwohnen. Dort lernt sie, dass ihr ehemaliger Slacker-Freund eine erschreckend perfekte Existenz begonnen hat. Noël Wells ist hier nicht nur in der Hauptrolle zu sehen, sie führte bei „Mr. Roosevelt“ auch Regie.

Mittwoch, 28.06.2017, 22:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Donnerstag, 29.06.2017, 19:30 Uhr (Atelier Kino) | Freitag, 30.06.2017, 15:30 Uhr (HFF) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

4. Rift

Filmfest München
© Rift

Irgendetwas stimmt nicht mit Einar. Eines Nachts ruft er seinen Ex Björn an: „Kennst du das Gefühl, wenn du allein bist und du aber ganz sicher bist, dass da noch wer ist?“ Weil Einar eher der labile Typ ist und Björn sich Sorgen um ihn macht, fährt er sogleich mitten in die isländische Pampa, wo die beiden fortan von den Geistern ihrer gescheiterten Beziehung heimgesucht werden. Atmosphärisch dicht, mit atemberaubenden Bildern und angereichert mit alptraumhaften Sequenzen erzählt „Rift“ von der Bedrohung der Zweisamkeit durch gemeingefährliche Lover und Meuchelmörder.

Samstag, 24.06.2017, 21:30 Uhr (Theatiner Film) |Sonntag, 25.06.2017, 19:00 Uhr (Theatiner Film) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

5. Daphne

Die 31-jährige Londonerin Daphne steckt ganz schön fest. Die Koordinaten ihres Tagesablaufs lauten: anstrengender Job im Restaurant, zum Pflichtprogramm geronnene Partynächte, Drogen und anonymer Sex. Tagsüber nervt ihre Mutter und drängt auf einen steteren Lebenswandel ihrer Tochter. Daphne schließt sich aber lieber in ihrer Wohnung ein und liest Slavoj Žižek. Wirklich entspannt ist das aber auch nicht. Daher muss sich was ändern. Eines Abends wohnt Daphne dem brutalen Raubüberfall auf einen 24-Stunden-Eckladen bei. Ihr Leben ist danach nicht mehr das gleiche.

Dienstag, 27.06.2017, 22:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Mittwoch, 28.06.2017, 17:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

6. American Valhalla

Man könnte meinen, den gestandenen Rock-Haudegen Josh Homme haut so schnell nichts um. Als der Sänger der Queens of the Stone Age aber eines Tages einen handgeschriebenen Brief des Punk-Gotts Iggy Pop erhält, bekommt Homme weiche Knie. Denn Iggy ist – so stellt sich heraus – ein großer Fan und möchte gemeinsam mit ihm eine Platte aufnehmen. Homme lässt sich bei aller Nervosität aber natürlich nicht lange bitten und geht gemeinsam mit Iggy ins Tonstudio. Den künstlerischen Entstehungsprozess dieses gemeinsamen Albums und die Aufnahmen dazu begleitet der Dokumentarfilm „American Valhalla“, der beileibe nicht nur etwas für eingefleischte Fans und Musik-Nerds ist.

Montag, 26.06.2017, 17:30 Uhr (Gasteig) | Dienstag, 27.06.2017, 22:30 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

7. Fits and Starts

© Fits and Starts

„Fits and Starts“ ist im Grunde der Film, den Woody Allen machen würde, wenn er nicht so ein gottverdammter Zyniker geworden wäre. Darin hadert ein erfolgloser Schreiber mit dem Erfolg seiner Frau, die mit ihren Romanen zum Star der Literaturszene geworden ist. Weil sie will, dass auch ihr Mann in der Intellektuellen-Szene reüssiert, nimmt sie ihn mit auf eine Party, auf der sich regelmäßig die Ostküsten-Intelligenzija und Verlegerszene tummelt. Bereits auf dem Weg dahin geht aber schief, was nur schief gehen kann. Weil Regisseurin Laura Terruso aber nicht alt und verbittert ist, gönnt sie ihren Protagonisten hier die Möglichkeit eines Happy-Ends.

Dienstag, 27.06.2017, 17:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Donnerstag, 29.06.2017, 22:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

8. Infinity Baby

Blöde Firmenideen gibt es nicht selten. Dass der Masche von Infinity Baby jedoch Erfolg beschieden sein würde, hatten wohl nicht mal seine Unternehmer selbst gedacht. Sie züchten Babys heran, die nicht altern und auf ewig in infantilem Alter verharren. Wer sowas haben will? Eine gar nicht mal zu unterschätzende und sich weiter im Wachstum befindende amerikanische Zielgruppe. „Infinity Baby“ ist eine Comedy der ganz schrägen Art, besetzt mit einem hervorragendem Cast, bestehend u.a. aus Martin Starr („Silicon Vally“), Nick Offerman („Fargo“) und Noël Wells („Master of None“).

Sonntag, 25.06.2017, 22:30 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Montag, 26.06.2017, 20:30 Uhr (HFF) | Dienstag, 27.06.2017, 18:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

9. The Big Sick

Als angehender Comedian hat man es nicht leicht. Als angehender Comedian mit Migrationshintergrund umso schwerer. Kumail (Kumail Nanjiani, bekannt geworden mit der HBO-Serie „Silicon Valley“) aber schlägt sich wacker, auch wenn seine Eltern ihn ständig mit pakistanischen Landsfrauen verkuppeln möchten. In Wirklichkeit liebt Kumail Zoe. Weil er sich aber wie ein Idiot benimmt, läuft Zoe ihm davon. Als sie in der Folge einer schweren Erkrankung im Koma liegt, kümmert Kumail sich gemeinsam mit deren Eltern um die auf der Intensivstation Weilende. Bekommen die beiden nochmal eine Chance? „The Big Sick“ ist eine der rührendsten und zugleich schlauesten Romcoms der vergangenen Kinojahre. 

Mittwoch, 28.06.2017, 19:30 Uhr (Gasteig) | Mittwoch, 28.06.2017, 20:00 Uhr (HFF) | Samstag, 01.07.2017, 19:00 Uhr (Rio Filmpalast) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

10. Bakerman

Männer in der Midlife-Crisis benehmen sich bekanntermaßen seltsam. Dass sie wie der Protagonist in diesem Film zum Serienmörder werden, ist jedoch zum Glück nicht der Regelfall. Jens erschlägt eines Tages aus dem Nichts heraus einen vermeintlichen Autoeinbrecher und ist fortan auf einem Rachefeldzug, den man dem Unscheinbaren Bäckerei-Angestellten wahrlich nicht zugetraut hätte. Als Zuschauer begibt man sich beim Sehen des dänischen Films „Bakerman“ in eine unheimliche Komplizenschaft mit dem Protagonisten, einem richtigen Wutbürger, der sich irgendwann zum Superhelden imaginiert. Ein eiskalter kleiner Horror-Thriller, dem ein klassisches Plot Gefüge, in dem gerechte Kräfte dem hemmungslosen Morden Einhalt gebieten, völlig fremd ist.

Freitag, 23.06.2017, 22:00 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Samstag, 24.06.2017, 19:30 Uhr (Kino Münchner Freiheit) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

11. 78/52

Man kennt diese Szene selbst wenn man den Film nicht gesehen hat. Die Rede ist von Alfred Hitchcocks „Psycho“ und seiner berüchtigten Duschszene. In ihr wird die Protagonistin Janet Leigh bereits nach gut einer halben Stunde auf bestialische Weise ermordet. Die Szene hat nicht nur Filmgeschichte geschrieben und ganze Horror-Genres begründet, bis heute ist sie eine der wichtigsten popkulturellen Referenzen, zitiert nicht nur bei den Simpsons. Dokumentarfilm-Regisseur Alexandre O. Phillipe dekonstruiert in „78/52“ diese berühmte Szene und bewerkstelligt das zum Glück nicht mit akademischen Eifer und verkopftem Intellektuellen-Gehabe, sondern mithilfe handfester filmischer Mittel.

Dienstag, 27.06.2017, 22:30 Uhr (HFF) | Donnerstag, 29.06.2017, 20:00 Uhr (Atelier Kino) | Tickets: 9,90 Euro, ermäßigt 6,50 Euro | Mehr Info

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