11 Orte in München, an denen ihr die Ruhe genießen könnt

Es gibt ja Menschen, die freuen sich am Ende der Woche vor allem auf Partys, Lärm und möglichst viele andere Leute. Ich dagegen freue mich am Wochenende auf Ruhe, Stille und möglichst wenig los. Ich will gut essen, viel schlafen und möglichst wenig smalltalken. Deshalb trifft man mich auch entweder irgendwo im Wald zwischen Candid- und Thalkirchner Brücke, in einem leisen Café oder in einem der vielen, anderen wunderbaren Plätze in München, die zum Glück noch nicht gehypt und damit vollkommen überlaufen sind. In diesem Sinne: Ein ruhiges Wochenende euch!

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© Anika Landsteiner Durchschnaufen im Alten Nordfriedhof

Während der NS-Zeit sollte der Friedhof einer Prachtallee weichen, doch durch die Bombenangriffe des zweiten Weltkriegs wurde er dann so in Mitleidenschaft gezogen, dass er letztendlich nach dem Krieg stillgelegt wurde. Heute ist es ein historischer Ort mit Entspannungsfaktor – zu jeder Jahreszeit herrlich ruhig, um mal durchzuschnaufen. Man trifft Jogger genauso wie Familien, Paare und ältere Menschen, die auf den Bänken oder im Gras sitzen. Sonnenbaden ist übrigens aus Pietätsgründen nicht gestattet – wer es trotzdem tut, bekommt eine Broschüre mit den Gepflogenheiten des Friedhofs in die Hand gedrückt.

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Feiertag

© Nina Vogl Einen Ausflug nach Schäftlarn machen

Wer Lust auf die Isar hat, aber sich den Wahnsinn nicht antun möchte, der hier sonst in Herden spazieren geht, fährt nach Schäftlarn. Erster Pluspunkt: Es ist nicht so weit – mit dem Auto sind es circa 20 Minuten, mit der S7 bis zur Haltestelle Ebenhausen-Schäftlarn vom Bahnhof aus gerade mal 35 Minuten. In Schäftlarn angekommen, könnt ihr durch verlassene Wälder spazieren, leere Isar-Kiesbänke bestaunen, euch ein bisschen wie in Kanada fühlen und danach noch Fisch aus der Isar essen im Gasthaus "Zum Bruckenfischer", das direkt am Fluss liegt. An Guadn!

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Kabinettsgarten

© CineAmigo | Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 Im versteckten Kabinettsgarten sitzen

Ein echter Geheimtipp hinter der Bayerischen Staatsoper – sowohl fürs erste Date, als auch für den Sonntagnachmittag mit der besten Freundin. Ums Eck noch schnell einen Kaffee holen, Zigarettenvorrat auffüllen und schon kann man hier den halben Tag in der Sonne sitzen. Der Brunnen plätschert vor sich hin, ein paar einzelne Besucher lesen in Ruhe – und die Innenstadt, in der man sich gerade ja eigentlich befindet, scheint sowas von weit weg.

4
Großhesseloher Brücke

© Richard Bartz | Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5 Von der Großhesseloher Brücke auf die Isar gucken

Wer einen kleinen Ausflug an der Isar plant, aber fernab von der Reichenbachbrücken-Masse sein will, fährt am besten bis nach Großhesselohe. Mit der Straßenbahn sind es nur circa 20 Minuten vom Max-Weber Platz hier her und trotzdem fühlt man sich, als wäre man irgendwo im Münchner Umland. Im Sommer lässt es sich hier in aller Ruhe baden, im Winter ganz wunderbar spazieren. Danach, davor oder währenddessen kann man noch in der Waldwirtschaft Großhesselohe einkehren.

5
Schloss Schleißheim

© Anja Schauberger Einen Ausflug zum Schloss Schleißheim machen

Ausflug muss nicht immer weit weg sein und Schloss angucken muss nicht immer Nymphenburg bedeuten. Oberschleißheim ist mit dem Auto nur rund 20 Minuten von Schwabing entfernt, genauso lange dauert's vom Hauptbahnhof aus mit der S-Bahn bis nach Oberschleißheim. Außerdem ist hier viel weniger los, durch manche Alleen spaziert man ganz alleine. Hier kann man nicht nur Schloss und Gärten angucken, sondern auch im Schlosscafé Oberschleißheim sowie dem Café zum Schloss ganz wunderbaren Kuchen essen.

  • Schlossanlage Schleißheim
  • 85764 Oberschleißheim
  • Hofgarten: Januar, Februar, November, Dezember: 8.00–17.00 Uhr, März & Oktober: 8.00–18.00 Uhr, April & September: 8.00–19.00 Uhr, Mai bis August: 8.00–20.00 Uhr
  • Eintritt für Schlösser: 2 bis 8 Euro
  • Mehr Info
6
Wiesn

© Café Kosmos Tagsüber im Café Kosmos sitzen

So voll das Café Kosmos abends ist, so überraschend leer ist es tagsüber. Über die zahlreichen Sitz- und Stehmöglichkeiten verteilen sich nur eine Handvoll Leute – wenn überhaupt. Der ziemlich gute Cappuccino kostet nur zwei Euro, – selbst mit Sojamilch – außerdem gibt es immer einen Kuchen oder natürlich das gute, alte Brotzeitbrettl. Mitten am Hauptbahnhof zumindest tagsüber eine Oase der Ruhe!

7
Herbst

© Pixabay Drachen steigen lassen auf der Panzerwiese

Wer nicht gerade im Norden Münchens wohnt, kennt diese tolle, freie Fläche wahrscheinlich gar nicht. Zwischen Hasenbergl und Fröttmaning liegt die Panzerwiese – 280 Hektar groß und perfekt, um hier im Herbst ewig zu spazieren, die Nase in den Wind zu halten und natürlich Drachen steigen zu lassen. Nur Achtung vor der Schäferin, die hier immer ihre Schafe weiden lässt – der sollte man mit seinem Drachen besser nicht in die Quere kommen. Ansonsten aber ein absoluter ruhiger und entspannender Ort!

8
Perlacher Forst

© Tyros.andi | Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 Keiner Menschenseele im Perlacher Forst begegnen

Ja, spazieren gehen ist auch Sport. Wenn man dann langsam genug hat von den immer gleichen Isarwegen oder Streifzügen durch den Englischen Garten, sollte man sich in den Süden der Stadt begeben. Hier kann man auf über 13 Quadratkilometern richtig, richtig lange und richtig, richtig ruhige Spaziergänge machen, bei denen es sein kann, dass du einfach keiner Menschenseele begegnest. Da musst du dir die schattigen Plätze mit niemandem Teilen.

9
Auer Mühlbach

© Anja Schauberger Am Auer Mühlbach spazieren

Immer wieder erstaunlich, wie viele Leute den Auer Mühlbach nicht kennen. Das Gute daran: Dafür zieht er halt immer. Vor allem, wenn man Nicht-Untergiesingern die Mondstraße zeigt. Hier wohnen die vielleicht glücklichsten Menschen der Stadt: Süße, kleine Häuschen und zur Terrasse raus gibt es den Auer Mühlbach-Blick als Upgrade. Am besten dem Bach ab dem Gasteig Richtung Au folgen (Quellenstraße), solange einen die Füße tragen. Hier ist super wenig los und fast jede Bank noch frei.

10
Ost-West_Friedenskirche

© Berreu | Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 Die Ost-West-Friedenskirche im Olympiapark erkunden

Es heißt, „Väterchen Timofei“ verließ 1952 seine russische Heimat, nachdem ihm die heilige Mutter Maria erschien, um seiner Bestimmung zu folgen und zusammen mit seiner Frau einen friedvollen Ort (im heutigen Olympiapark) zu schaffen. Er baute ein Häuschen und eine kleine Kirche als Zeichen der Versöhnung von Ost und West. Definitiv eine Sehenswürdigkeit, an der Wunsch, Zauber, Geschichte und Wahrheit bis heute nicht ganz voneinander zu trennen sind. Außerdem könnt ihr hier wunderbar eure Ruhe haben, weil wirklich nie was los ist.

11
Westpark

© Flickr | Polybert49 | CC BY-SA 3.0 Im Westpark mit Mönchen meditieren

Der Westpark ist sozusagen der Englische Garten von Sendling, wobei hier alles wesentlich entspannter zugeht. Und vor allem das ostasiatische Ensemble macht den Westpark so besonders und einzigartig. Die neun Meter hohe thailändische Sala ist beeindruckend und noch dazu das erste, freistehende Buddha-Heiligtum in Europa. Hier ist nicht nur wenig los, es kann auch mal sein, dass man mit Mönchen meditiert – mehr Ruhe geht wirklich nicht!

Titelbild: © Tyros.andi | Wikimedia unter CC BY-SA 4.0

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