11 typische Sätze, die Eisbachsurfer sagen

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Eines gleich mal vorweg: Eisbachsurfer sein ist hart. Egal, was euch diverse Werbungen erzählen wollen. Das Klischee vom Stadtsurfer, der mit seinem Brett unterm Arm durch München radelt, sich mit seinem Adoniskörper waghalsig in die Fluten stürzt, spektaktuläre Pirouetten (ganz klar Fachjargon) dreht, seine blonden Locken ausschüttelt und dann nur echt mit 52 Zähnen in die Kamera lächelt, stimmt allerhöchstens in einem verschwindend geringen Bruchteil der Fälle. Die meisten Surfer sind nämlich gar nicht blond.

Sorry, wenn ich nun eure romantische Vorstellung kille, aber das Gros der Surferboys und -girls quetscht sich eher unansehnlich und slapstickartig in viel zu enge Gummianzüge, steht dann eine halbe Stunde an, um drei Mal hin und her zu rutschen und sich von der Eisbachplörre eine brainfreeze-verursachende Nasenspülung abzuholen. Aber hey, was tut man nicht alles für seine Leidenschaft und während man da so eine halbe Stunde auf seinen Run wartet, bleibt erschreckend viel Zeit für Surfer-Smalltalk. Klingt dann ungefähr so:

1. "So kalt ist es gar nicht."

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Doch. Ist es. Natürlich schwankt die Wassertemperatur im Laufe des Jahres, aber viel wärmer als 16 Grad wird es nie. Und weil man dann doch die meiste Zeit stehend und außerhalb des Wassers verbringt, kann man nach einer langen Session froh sein, wenn man mit steifgefrorenen Händen seine Schuhe noch binden und die Fahrradbremse betätigen kann.

2. "Ich krieg die Zuschauer gar nicht mit."

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Schon wieder eine Lüge, denn die kreischenden Ami-Girls auf ihren hellblauen Touri-Fahrrädern, sind nur schwer zu ignorieren. Außerdem: Umso mehr Zuschauer da sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man bei seiner obligatorischen Instagram-Suche nach den Hashtag: #eisbach #eisbachsurfer #socool #hangloose ein Foto von sich findet.

3. "Flooooßläääändeeee!"

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Kurzer Exkurs: Eisbachsurfen war lange verboten und dank des Engagements einiger Surfer konnte man sich mit der Stadt einigen. Die Surfer verpflichteten sich zu einer Art Selbstverwaltung. Das heißt, dass Anfänger mal mehr mehr mal weniger freundlich darauf hingewiesen werden, doch ihre ersten Surfversuche an der Floßlände in Thalkirchen zu absolvieren und sich nicht planlos in die doch gefährliche Eisbachwelle zu stürzen. Wer allerdings nicht hören will, der braucht sich nicht wundern, wenn er den Hate der Meute abbekommt.

4. "Das ist super Training fürs Meer."

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Ja, vorausgesetzt man war schon mal am Meer, ist in der Lage überhaupt auf deinem Brett zu liegen, geschweige denn zu paddeln und eventuell sogar eine richtig echte Meerwasser-Welle zu erwischen. Dann vielleicht.

5. "Ich hab noch nie in den Wetsuit gepinkelt."

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Glatte Lüge, denn die Gleichung ist ganz einfach. Wenn es nicht das Rauschen der Welle ist, die die Blase in die Knie zwingt, dann ist es spätestens das kalte Wasser, das gerne mal ebenso durch den Neoprenanzug rauscht. Und mal ganz ehrlich: Schon schön warm.

6. "Ist ja mal wieder super crowded heute."

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Nicht nur heute ist mega viel los, auch gestern war viel los und morgen und übermorgen und auch um fünf Uhr morgens oder um 22 Uhr abends. Face the truth.

7. "Woah, ich bin mega stoked."

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Mal wieder hart abgerippt nach dem drop in, den ersten drei Turns, gefolgt von einem heavy Layback und dann zum Abschluss noch der threesixty-sushi-roll-neckbraker-shove-it. Endkrass.

8. "Surfen ist für mich ein Lebensgefühl."

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Hahahaha. Bester Spruch. Perfekt geeignet für ein Wandtattoo über deinem Bett – umrandet von Hibiskusblüten direkt unter deinem selbstgebastelten Surfbrettregal.

9. "Die Welle ist heute aber auch echt flach."

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Eine Fähigkeit, die man am Bach (wie die Kenner sagen) lernt: Ausreden dafür finden, warum es „heute“, „irgendwie“, „warumauchimmer“, „unerklärlicherweise“ nicht so gut läuft und man eigentlich nur aufs Maul fliegt. Ganz oben auf der Liste: der Zustand der Welle, dicht gefolgt von einer fehlenden Finne, zu wenig Wachs, den Neopren-Booties, mit denen man das Brett nicht fühlt und noch vielen Dingen mehr. Der Favorit: „Ich war jetzt einfach zu lang am Meer, das ist schon was anderes.“

10. "Ist die GoPro schon an?"

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Natürlich filmst du dich nur aus rein sportwissenschaftlichen Zwecken. Videoanalyse zur Optimierung deiner persönlichen Skills. Dabei kann es natürlich aus Versehen passieren, dass das ein oder andere Video auch mal in den sozialen Medien landet. Wäre ja schade drum.

11. "Früher war der Eisbach noch real."

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Und früher sind die Dudes auch noch barfuß 30 Kilometer zur Welle gelaufen, auf heißen Kohlen bei minus zehn Grad und auf einer selbstgeschnitzten Bierbank gesurft, weil man ja sonst nichts hatte.

 

 

Was übrigens keiner sagt:

"Hang Loose."

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