Ausflugsvergnügen: Eigene Sauna und Yoga-Stunden im Priesteregg

© Lilli Wermuth

Notiz an mich selbst: Fahre nie wieder am Wochenende mit dem Zug nach Österreich ohne eine Sitzplatzreservierung. Nie wieder. Ganz besonders nicht, wenn du am Abend davor einen über den Durst getrunken hast. Es ist 11 Uhr an einem Samstag am Münchner Hauptbahnhof, Gleis zwölf, und wir bahnen uns einen Weg durch den Zug, der komplett überfüllt ist. Wie durch ein Wunder finden wir ein Abteil, in dem genau zwei Plätze frei sind. Leider trinkt der Herr, der mir gegenüber sitzt, anscheinend auch gerne mal einen über den Durst und hört auch im Zug nicht damit auf. Na, servus!

Wir sind unterwegs ins Bergdorf Priesteregg bei Leogang. Mit dem Zug – je nach Verbindung fährt man knappe drei Stunden – geht es über Rosenheim durch Kufstein nach Kitzbühel. Von dort sind es nur noch ein paar wenige Stationen und schon stehen wir am „Bahnhof“ von Leogang. Der Bahnhof besteht aus einem Gleis und einer kleinen Hütte zum Unterstellen, wenn es regnet. Und das tut es. Zum Glück steht unsere Shuttle schon bereit und Johann, eine der vielen treuen Seelen des Hotels, empfängt uns mit zwei riesigen Regenschirmen. Man kann natürlich auch selbst mit dem Auto oder dem eigenen Hubschrauber anreisen. Das machen wir dann beim nächsten Mal.

Samstag, 15 Uhr: Ankommen im Priesteregg und einfach nur sein

Priesteregg
© Lilli Wermuth
Priesteregg
© Lilli Wermuth

Einfach leben. Einfach Mensch sein. So lautet das Motto des Priesteregg und diese fünf Worte nehmen wir uns in den kommenden Stunden ganz besonders zu Herzen. Nach einem herzlichen Sekt-Empfang – ich trinke handgepressten Apfelsaft aus oben genanntem Anlass – fahren wir im Golfcab (Das stand schon lange auf meiner Bucket-List!) vom Haupthaus noch ein bisschen weiter hinauf. Hier wartet das Bergdorf auf uns. Der Name ist wirklich Programm. Johann führt uns vorbei am Dorfplatz mit kleinem Teich, in dem man auch schwimmen kann, zu unserem Chalet. Hier bekommen wir erst einmal eine Einführung in alles Wichtige – Kaffeemaschine, Sauna, Hot Pot – und ich fühle mich direkt wie bei MTV Cribs.

Den restlichen Tag verbringen wir in unserem Chalet wie die Made im Speckmantel. Nur dass unser Speckmantel eine Mischung aus Sauna und Hot Pot ist. Man könnte natürlich auch tolle Wanderungen unternehmen, aber es ist perfektes Chalet-Wetter, wie uns von allen Seiten immer wieder bestätigt wird, so haben wir nicht den Hauch eines schlechten Gewissens und machen einfach mal gar nichts – außer Mensch sein eben. Wir verlassen unser neues Zuhause für heute nicht mehr und das ist zum Glück auch nicht nötig, da das Abendessen direkt in die Hütte geliefert wird. Alternativ kann man sich auch in Huwi’s Alm einen Platz für das berühmt berüchtigte Hutessen reservieren. Das soll wahnsinnig lecker sein, macht leider für Vegetarier (wir) nicht so viel Sinn. 

Sonntag, 9 Uhr: Frühstücks-Service und Gegend erkunden

Bergdorf Priesteregg | Sonnberg 22, A-5771 Leogang | Mehr Info

Priesteregg
© Lilli Wermuth
Priesteregg
© Lilli Wermuth

Am Morgen werden wir von Geschirrklappern und frischem Kaffee-Geruch geweckt. Im ersten Augenblick ist die Situation ein wenig befremdlich. Ich bin nicht daran gewöhnt, dass mir jemand Frühstück macht. Aber hier im Priesteregg gehört der Service dazu. Wie von unsichtbaren Heinzelmännchen wird das Frühstück aufgetischt. Hunger und Neugier locken einen aus den Federn – was gar nicht mal so selbstverständlich ist, weil ich auf den Tempur-Matratzen hier den besten Schlaf meines Lebens hatte. Es ist ein bisschen so, als würde ich gerade schlüpfen. Aus meinem an meine Körperform angepassten Ei. 

Aber zurück zu Hunger und Neugierde. Der Tisch ist voll gedeckt mit wirklich allem, was das Frühstücks-Herz begehrt. Brotkorb, Käseplatte, Bircher-Müsli, Cornflakes, frisches Obst, selbstgemachte Marmelade (die man mit nach Hause nehmen kann), Yoghurt – je nach Lust und Laune bekommt man auch geräucherten Lachs oder eine Wurst-Auswahl dazu. Das obligatorische Frühstücks-Ei macht man sich selbst, wie es einem am liebsten ist.

Priesteregg
© Lilli Wermuth
Priesteregg
© Lilli Wermuth
Priesteregg
© Lilli Wermuth

Nach dem Frühstück brechen wir auf, um endlich mal unsere Gegen zu erkunden und ein bisschen spazieren zu gehen. Direkt hinter dem Bergdorf gehen zahlreiche Wege ab über Wiesen, durch Wälder, bergauf und bergab. Je nach Kondition und Zeit kann man sich hier ordentlich austoben – und die Landschaft ist wirklich atemberaubend. Leider meint es Petrus nicht so gut mit uns und verschleiert den Anblick auf die Leoganger Steinberge, sodass wir nur erahnen können wie hoch sie in die Luft ragen.

Wir entscheiden uns für einen kurzen Rundweg und spazieren eine knappe Stunde durch die Wälder, bevor wir wieder im Bergdorf ankommen. In der Zwischenzeit waren die Heinzelmännchen wieder fleißig und haben still und heimlich Kuchen ins Chalet gebracht. Ein Traum!

Sonntag, 17 Uhr: Yoga und Abendessen im Mama Thresl

Mama Thresl Leogang
© Nina Vogl
Priesteregg
© Lilli Wermuth

Gegen Abend wagen wir uns ins Tal für eine kleine Yoga-Session im Mama Thresl. Mit dem Auto fährt man circa 15 Minuten. Wer nicht mit den eigenen vier Rädern angereist ist, kann sich kostenlos den Bergdorf-BMW ausleihen. Der düst ganz lautlos die Serpentinen runter, weil Elektroauto. Am besten vorher reservieren!

Im Mama Thresl angekommen, geht's hinunter in den Keller. Bei gutem Wetter findet das Sport-Programm auch mal auf der Dachterrasse oder direkt auf der Waldplattform im Priesteregg statt. Danke, Petrus! Schön ist es hier unten natürlich trotzdem und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Die Stunde hält Renate selbst. Sie und ihr Mann Huwi sind die Besitzer sowohl vom Mama Thresl, als auch vom Priesteregg.

Das Schwitzen hat auch nach der Stunde kein Ende, denn da geht's hoch in den Wellness-Bereich mit Panorama-Sauna. Wir werden an diesem Wochenende zu richtigen Entspannung-Profis, das fällt einem hier aber auch super leicht. Einfach abschalten und den "Großstadt"-Alltag hinter sich lassen. Vom ganzen Relaxen sind wir mittlerweile ordentlich hungrig und schlagen uns im Restaurant vom Mama Thresl noch ordentlich die Bäuche voll. Besonders den Flammkuchen mit Ziegenkäse, getrockneten Tomaten, Avocado und einer unglaublich leckeren Chili-Sauce kann ich euch sehr empfehlen.

© Lilli Wermuth
© Lilli Wermuth

Wir gönnen uns noch das Dessert "Death by Chocolate" – der Name ist Programm – und den ein oder anderen Drink. Geht schon mal, immerhin haben wir Sport gemacht. Hier im Mama Thresl kann man wunderbar versacken und sich wieder ein bisschen an Gesellschaft gewöhnen. Oben im Priesteregg  geht es schon sehr privat zu, obwohl das ganze Dorf ausgebucht ist, bekommen wir kaum eine Seele zu Gesicht. Aber genau das ist das schöne hier: Man kann wunderbar abschalten, alle Sorgen vergessen und muss sich um nichts Gedanken machen, weil alles irgendwie von selbst passiert.

Mama Thresl | Sonnberg 252, A-5771 Leogang | Mehr Info

Montag, 10 Uhr: Kleine Massage und zurück nach München

Bevor es am Montagmorgen zurück in die Stadt geht (und direkt ins Büro), wartet noch ein besonderes Schmankerl auf uns. Da wir die Verwöhnpension gebucht haben, klopfen die Massage-Ladies vor der Abreise noch an unsere Tür, um sicher zu gehen, dass wir wirklich vollkommen entspannt in den Zug steigen. Eine Massage ist in der Buchung inkludiert. Notiz an mich selbst: Fahre unbedingt öfter in die Berge!

Ich wurde vom Bergdorf Priesteregg eingeladen. Das beeinflusst jedoch nicht meine ehrliche Meinung.

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