11 lesenswerte Bücher, die in München spielen

Egal ob auf einer Wiese im Englischen Garten, zwischendurch in der Bahn oder eingekuschelt in eine Decke zuhause – Bücher sind eigentlich immer ein idealer Begleiter! Wir lieben es, uns in fremde Welten zu flüchten. Noch besser wird es, wenn die eigene Stadt zur Kulisse einer spannenden Geschichte wird. Da steckt man gleich noch tiefer drin im Geschehen. Warum die meisten Bücher unserer Stadt allerdings Krimis sind, ist uns ein kleines Rätsel. München ist doch viel zu schön um auf mordlustige Gedanken zu kommen!

1. Benedict Wells: "Becks letzter Sommer"

Beck ist nicht zu beneiden. Mit der Musikerkarriere wurde es nichts, sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an, und sein Liebesleben ist ein Desaster. Da entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musiktalent: Rauli Kantas aus Litauen. Während die meisten Orte fiktiv sind, spielt eine Szene im Atomic Café. Leider gibt's das Atomic seit 2015 nicht mehr – umso schöner, dass wir beim Lesen in Erinnerungen schwelgen können!

Benedict Wells | Becks letzter Sommer | Diogenes | 464 Seiten | 19,90 Euro | Kategorie: Roman | Mehr Info 

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© Diogenes | © Heyne

2. Robert Harris: "München"

September 1938 – in München treffen sich Hitler, Chamberlain, Mussolini und Daladier zu einer kurzfristig einberufenen Konferenz. Der Weltfrieden hängt am seidenen Faden. Wie weit müssen sie gehen, wenn sie den drohenden Krieg verhindern wollen? Der Politthriller ist ein Roman über Hochverrat und Unbestechlichkeit, über Loyalität und Vertrauensbruch. Und wie immer bei Robert Harris lassen sich über die historischen Figuren und Ereignisse erhellende Bezüge zur aktuellen Weltpolitik herstellen.

Robert Harris | München | Heyne Verlag | 432 Seiten | 22 Euro | Kategorie: Historischer Roman, Thriller | Mehr Info

3. Walter Rufer: "Der Himmel ist blau – ich auch"

Ein besonderer Fund sind die Schwabinger Tagebücher des Walter Rufer, erschienen 1963. Über den Autor ist kaum etwas bekannt. Geblieben sind seine feinen, herzzereißend komischen Aufzeichnungen über das Nichtstun, die Liebe, das Schreiben und das ein oder andere Gläschen zu viel. Immer, wenn das Glück gerade zum Greifen nah ist, entwischt es wieder. Ein Buch für gute und schlechte Zeiten. Übrigens auch eines, aus dem man ganz wunderbar vorlesen kann!

Walter Rufer | Der Himmel ist blau – ich auch | blumenbar | 127 Seiten | ca. 15 Euro | Kategorie: Tagebuch | Mehr Info

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© blumenbar | © Aufbau Verlag

4. Lion Feuchtwanger: "Erfolg"

Um den missliebigen Münchner Museums-Direktor und Kunsthistoriker Martin Krüger loszuwerden, verwickeln ihn Politiker in einen Meineidsprozess und sorgen dafür, dass er zu einer Zuchthausstrafe verurteilt wird. Seine Lebensgefährtin Johanna Krain kämpft für seine Rehabilitierung, aber das Wiederaufnahmeverfahren kommt nicht in Gang und kurz bevor Krüger amnestiert werden soll, erliegt er einem Herzanfall. Doch das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte. "Erfolg" ist ein grandioses, farbiges Panorama des Lebens in München zu Beginn der 1920er Jahre.

Lion Feuchtwanger | Erfolg | Aufbau Taschenbuch | 878 Seiten | 14,99 Euro | Kategorie: Fiktion | Mehr Info

5. Ingrid Werner (Hrsg.): "Mordsmäßig München"

Schwabing oder Giesing? Hasenbergl oder Lehel? Jeder Münchner Stadtteil hat sein ganz eigenes Flair und bietet damit einen individuellen Rahmen für mörderisch gute Geschichten – eine lesenswerte Blutspur durch 20 Viertel unserer Stadt. Besonderes Schmankerl: Zu jeder Geschichte gibt es das Rezept einer bayerischen Spezialität!

Ingrid Werner (Hrsg.) | Mordsmäßig München | Hirschkäfer Verlag | 224 Seiten | 12,90 Euro | Kategorie: Krimi | Mehr Info

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© Hirschkäfer Verlag | © dtv

6. Hans Pleschinski: "Bildnis eines Unsichtbaren"

Hans P. zeichnet überaus feinfühlig und dabei ganz unsentimental die Geschichte seiner Liebe zu dem langjährigen, geliebten Lebenspartner und dessen Sterben an AIDS. In inneren Dialogen hält Hans Zwiesprache mit dem durch den Tod unsichtbar gewordenen Freund und lässt die gemeinsamen Jahre Revue passieren.

Hans Pleschinski | Bildnis eines Unsichtbaren | 272 Seiten | 10,90 Euro | Kategorie: Autobiografie, Liebesroman | Mehr Info

7. Harry Kämmerer: "Isartod"

Eigentlich könnte die Liste auch nur aus den Krimis von Harald "Harry" Kämmerer bestehen. Leider gibt es bisher erst acht Bücher. In seinem Erstlingswerk Isartod (2010) plagt er Kommissar Mader mit verstümmelten Leichen, aus Fenstern fallenden Menschen und einem russischen Inkasso-Team, das im Kugelhagel stirbt. Das Ganze scheint mit einem bizarren Wellnessprojekt im Isartal zusammen zu hängen. Zwischen Pasing, Fröttmaning und dem Münchner Süden schlagen sich Mader und seine Kollegen mit schrägem Humor, bösen Witzen und bayrischer Gelassenheit durch.

Harry Kämmerer | Isartod | Ullstein | 288 Seiten | 11 Euro | Kategorie: Kriminalroman | Mehr Info

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8. Michael Krüger: "Das Irrenhaus"

Ein Mann erbt von einer entfernten Verwandten ein großes Mietshaus in bester Münchner Lage. Also hängt er seinen Job als Archivar an den Nagel und zieht in eine der freien Wohnungen. Unter falschem Namen, versteht sich, immerhin will er sein Glück genießen und sich nicht unnötig mit seinen Mietern herumschlagen. Als er sich der Identität seines Vormieters annimmt, wächst ihm die Sache allerdings doch über den Kopf. Ein vergnüglicher Roman, der hinreißend komisch einen Käfig voller Narren mitten in München porträtiert.

Michael Krüger | Das Irrenhaus | Haymon Verlag | 192 Seiten | 19 Euro | Kategorie: Roman | Mehr Info

9. Benedikt Feiten: "Hubsi Dax"

Hubsi Dax ist eine intensiv beobachtete und humorvolle erzählte Story aus dem Leben einer jungen Familie in einer deutschen Großstadt: München. Dem vom Leben immer wieder überrollten Träumer Mark droht der Rauswurf aus einem der letzten authentisch bewohnten Häuser seines Viertels. Im Zuge dessen muss er sich mit den schrägen Typen aus der Nachbarschaft gegen Immobilienhaie und Hipster zur Wehr setzten. Ein unterhaltsamer Roman über Gentrifizierung – ja, das geht tatsächlich!

Benedikt Feiten | Hubsi Dax | Voland & Quist | 240 Seiten | 18 Euro | Kategorie: Roman | Mehr Info

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10. Natalie Buchholz: "Der rote Swimmingpool"

Adams Mutter ist schön und wird von allen bewundert, sein Vater ist lebenshungrig und erfolgreich. Nichts kann sie trennen, denkt Adam, der kein Kind mehr ist und noch kein Mann. Bis es dann doch passiert: Sein Vater verschwindet ohne ein Wort. Seine Mutter sagt ihm nicht, was los ist. Und Adam tut etwas, das er besser gelassen hätte.
In ihrem Debütroman erzählt Natalie Buchholz von einer Vorzeigefamilie, die sich selbst zerstört.

Natalie Buchholz | Der rote Swimmingpool | Hanser Literaturverlag | 288 Seiten | 19 Euro | Kategorie: Roman | Mehr Info

11. Andrea Maria Schenkel: "Kalteis"

Um ihren Traum vom Glück zu verwirklichen, verlässt Kathie ihren Heimatort Wolnzach und zieht nach München, um sich dort eine Stelle zu suchen. Doch sie findet nicht einmal eine Unterkunft und macht schließlich jeden Abend Männer an, um nicht auf der Straße schlafen zu müssen. Am 13. Oktober wird ihre Leiche gefunden. Auch in den folgenden Jahren werden immer wieder Frauen als vermisst gemeldet. In der düsteren Mischung aus Kriminal- und Heimatroman greift Andrea Maria Schenkel eine Mord- und Vergewaltigungsserie auf, die sich im München der 1930er Jahre tatsächlich ereignet hat.

Andrea Maria Schenkel | Kalteis | btw Verlag | 192 Seiten | sieben Euro | Kategorie: Thriller, Krimi | Mehr Info

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