Wie geht’s weiter mit der MS Utting, dem Märchenbazar & Co.?

Ohne den Wannda e.V. sähe es um einiges trostloser aus in Münchens Kulturkosmos. Aber, weil das Wandern und die ständige Veränderung so eng verbunden sind mit allen Projekten des Vereins, kann man als Otto Normalmünchner schon mal den Überblick verlieren: Wie steht es um den neuen Bahnwärter? Was wird aus dem Kulturfestival und dem Märchenbazar – jetzt, da der Viehhof bebaut wird? Was ist denn nun eigentlich mit der MS Utting – das Boot und Restaurant in spé, das in Sendling auf einer ausrangierten Bahnbrücke steht? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir dem Wannda e.V. einen Besuch abgestattet.

In einem eigentlich viel zu kleinen Büro – fußläufig zum Viehhof – sitzt Julian Hahn, einer der drei Brüder, die vor sechs Jahren mit Freunden den Wannda e.V. gegründet haben. Zusammen mit Emine Capartas, Jakob Ritzenhoff und Fabian Elbert organisiert er Märchenbazar, Kulturfestival und Wannda-Circus. Er macht eine kleine Pause davon, sich mit Abwasservorschriften zu befassen und erzählt von den neuesten Plänen.

Wannda-Circus ja, Märchenbazar noch unsicher!

Die momentan akuteste Baustelle ist das Kulturfestival, das vom 4. bis 20. Mai 2018 stattfinden wird. Mit dem Bau des neuen Volkstheaters hat Wannda den alten Standort des Märchenbazars und des Kulturfestivals verloren, denn das Gelände des neuen Bahnwärters auf dem ausrangierten Bahnhof des Viehhofes ist zu verwinkelt für die Zirkuszelte.

Aber: Zumindest für das Festival im Frühjahr ist eine Alternative gefunden – die Zukunft des Märchenbazars ist nach wie vor unsicher. Das neue Kulturquartier in Neuhausen wird das Kulturfestival aufnehmen. Es wird eine große Ausstellung geben, die lokalen Künstlerinnen und Künstlern umsonst Raum bietet. Ansonsten: Musik, Kleinkunst, Lesungen, Theater. Nach dem Festival wird alles eingepackt und direkt nach Freimann bugsiert: Dort findet diesen Sommer wieder über mehrere Monate der Wannda-Circus sein zu Hause.

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Und was macht eigentlich die MS Utting?

Am Telefon erzählt Daniel Hahn von der MS Utting. Das Schiff und Restaurant in spé, das eigentlich schon im letzten Jahr hätte eröffnen sollen, war eine sehr viel größere bauliche und finanzielle Herausforderung als gedacht. „Es ist eine Summe an komplexen, baulichen Problemen“, sagt Daniel. Als das Schiff zersägt, nach Sendling gebracht und wieder zusammengeschweißt wurde, musste alles schnell gehen und viele bauliche Probleme taten sich erst dann auf.

Dennoch: Daniel ist sich sicher, dass die Utting noch dieses Jahr, vor Sommereinbruch, eröffnen soll. Der Verein versucht, das Projekt selbst zu stemmen – eine Crowdfunding-Aktion ist Plan B, wenn alle Stricke reißen. Der Stellplatz auf dem ausrangierten Bahnübergang hat eine Laufzeit von fünf Jahren – daher tickt die Uhr. Außerdem sind da parallel noch die Bauarbeiten am neuen Bahnwärter Thiel – aber es wird an beiden Orten mit Hochdruck gebaut.

Bahnwärter Thiel: Neue Location noch besser!

Aufmerksame Fans des Bahnwärter haben es sicher schon mitbekommen: Seit einiger Zeit finden auf dem neuen Gelände wieder vereinzelt Veranstaltungen statt. Auch wenn es sich dabei noch eher um Baustellen-Events handelt: Der dreieckige Pavillon steht. „Der Bahnwärter soll sobald wie möglich wieder in den Regelbetrieb gehen – geplant ist das noch in diesem Winter“, sagt Julian. Und er verspricht: Es wird toll. „Das Gelände ist perfekt, das hat einen ganz besonderen Flair“. Anders als auf dem alten Standort gibt es hier Gleisbetten, Rampen, verwinkelte Ecken.

In den nächsten Wochen werden die Container, die im alten Bahnwärter vor allem als Lärmschutz dienten, auf dem neuen Gelände aufgestellt und ausgebaut. Sie sollen dann Platz für Münchner Kreative bieten und können angemietet werden. So soll ein ganzer Kreativkosmos rund um den Bahnwärter entstehen. Wer Interesse an einem Container hat, soll sich per Mail melden – momentan werden die Plätze vergeben. Der neue Bahnwärter wird ein Ort sein, der sich „vermutlich immer weiter verändern“ wird – sagen Julian und Daniel. Fünf Jahre läuft der jetzige Vertrag für das Viehhof-Gelände – viel Zeit für große Pläne.

Ganz neu: Das Hexenhäuschen am Kolumbusplatz

Julian, der neben den Wannda-Projekten auch das Café „Gans am Wasser“ im Westpark betreibt, hat außerdem einen neuen Plan: Diesmal in Giesing. In der Nähe des Kolumbusplatzes steht ein leerstehendes Häuschen, das er zu einem Café umbauen will – wie wir bereits vor Kurzem berichteten. „Eine Mischung aus Hexenhäuschen und Pippilotta-Alm“, sagt er – der Vertrag ist unterschrieben, bald wird gebaut. Arbeitstitel: „Gans Woanders“. Bis spätestens Ende des Sommers können sich als auch die Giesinger über ein bisschen Wannda-Flair in ihrem Bezirk freuen.

Titelbild: © Alte Utting

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