Artvergnügen – Unsere 11 Kunsttipps für den Januar 2019

Wie wäre es mit dem Vorsatz, sich im neuen Jahr vermehrt der Kunst und Kultur zu widmen? Wir lassen euch auch im nächsten Jahr natürlich nicht hängen und versorgen euch liebend gerne mit Tipps und Infos zu Ausstellungen, Vernissagen, Events und tollen Projekten im Januar! Also steigt ein in unseren Sportwagen, fahrt damit zurück in das München der 80er Jahre, lest ein gutes Kunstbuch aus einem Pop Up Store, traut euch, euer Objekt der Begierde (wir sprechen immer noch von Kunst!) anzufassen und beobachtet, wie aus Bäumen ganze Häuser werden. Was das alles mit Kunst zu tun hat und welche spannenden Projekte im neuen Jahr noch auf euch warten, erfahrt ihr in unserem Januar-Artvergnügen. 

1
Harald Rumpf „BILLARD. München in Fotografien der 80er Jahre“

© Harald Rumpf Das Lebensgefühl der 80er Jahre durch Fotografien von Harald Rumpf erleben

Die 80er Jahre. Wer erinnert sich noch? Die Spider Murphy Gang, das Marmorhaus Kino auf der Leopoldstraße und natürlich sehr interessante Mode und Haarschnitte. Der Fotograf und Dokumentarfilmer Harald Rumpf hat unsere Lieblingsstadt in den 80ern in schwarz-weiß Aufnahmen festgehalten. In Form von Personen und Orten erzählt er Geschichten zwischen Haidhausen und Hasenbergl. Anhand von Momentaufnahmen kann man das damalige Lebensgefühl aus der Perspektive des Fotografen nachvollziehen. Viele Motive von damals gibt es nicht mehr – oder sie haben sich, wie das Oktoberfest, verändert. Der Rückblick ist schön, unterhaltsam und ein bisschen nostalgisch, denn sicher ist, das München aus den 80er Jahren ist Vergangenheit. Zur Ausstellung gibt es einen passenden Bildband, der im Aporia Media Verlag veröffentlicht wurde.

2
Pinakothek der Moderne Artvergnügen Januar

© Anna Seibel Verstehen wie Politik und Design zusammenhängen in der Pinakothek der Moderne

Friedrich von Borries ist Architekt und Designtheoretiker. Mit seiner Ausstellung beleuchtet er die Zusammenhänge von Design und Politik: Wenn ein Designobjekt aus einer gesellschaftspolitischen Situation kreiert wurde, kann dann Design umgekehrt auch die Politik beeinflussen? Welche Auswirkung hat Kunst zu einer bestimmten Ära und unter bestimmten Umständen auf das soziale Leben und die Kultur einer Gesellschaft? Die Ausstellung umfasst drei Teile: Die Auseinandersetzung mit „Politics of Design“, die subjektive Reflexion der bisherigen Werke des Künstlers und „Design of Politics“.

  • Pinakothek der Moderne
  • Barer Straße 40, 80333 München
  • bis 29. September 2019 | 10.00–18.00 Uhr, Donnerstag 10.00–20.00 Uhr, Montag, Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag geschlossen
  • Eintritt 10 Euro, 7 Euro ermäßigt, am Sonntag 1 Euro
  • Mehr Info
3
Artvergnügen Januar Guardini90

© Philipp Maier Künstliche Intelligenz aus künstlerischer Perspektive betrachten in der Galerie Guardini90

Was haben Kunst und Künstliche Intelligenz gemeinsam? Künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur in der Technologie relevant, sondern längst in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens angekommen. Drei Absolventen der städtischen Meisterschule für Buchbindetechnik und Fotografie haben sich jetzt künstlerisch mit dem digitalen Zeitalter auseinandergesetzt. Die Ausstellung könnt ihr in der Galerie Guardini90 sehen und euch vielleicht einige der gestellten Fragen beantworten lassen: Wie verschiebt sich der Abstand zwischen Mensch und Maschine – entfernen wir uns vom Menschsein durch die geringer werdende Distanz zur intelligenten Maschine? Was bringt die Digitalisierung mit sich, wie weit kann die Forschung gehen, wie kommen wir mit den Informations-Überflüssen zurecht, ohne dass die Maschine zum Bediener des Menschen wird? Eine künstlerische Annäherung an das Thema unserer Zeit.

4
Fructa

© Fructa Typografie- und Design-Schätze im Fructa Pop Up Buchshop ergattern

Fructa wurde 2018 von Malte Wandel und Quirin Brunnmeier gegründet, um Kunstproduktionen Raum und eine Präsentationsfläche zu geben. Aktuell wird Platz für nationale und internationale Kunstbücher geschaffen: Das Pop Up Buchshop-Projekt im Rahmen der „I Never Read, Art Book Fair Basel“ lädt euch zum Stöbern, Blättern und Kaufen ein. Unter anderem sind Kunstverlage wie About Books, Juice&Rispetta, Kunstverein München/Roma Publications und Valiz vertreten.

5
Haus der Kunst Artvergnügen Januar

© Raphaela Vogel „A Woman’s Sport Car“. 2018 (Videostill) Courtesy BQ. Berlin und Raphalea Vogel Ein Video über Frauen und Sportwägen im Haus der Kunst sehen

Die Multimedia-Künstlerin Raphaela Vogel hat für das Haus der Kunst ein Video mit dem Titel “A Woman’s Sports Car“ produziert. Die Hauptrollen spielen dabei ein gelber Sportwagen, ein Pudel und die Künstlerin selbst. Raphaela Vogt ist dabei gleichzeitig Akteurin, Auge der Kamera (das von ihr gelenkt wird), Cutterin und Sound-Produzentin. Sie gewährt dem Besucher durch die Frontscheinwerfer des Autos Einblicke in eine 360-Grad-Optik verzerrte, kugelförmige Welt und lässt sie Teil eines Kindertraums werden. Gleichzeitig beleuchtet die gebürtige Nürnbergerin das Thema Sportwagen und Männerfantasien neu.

6
Territory of ready Maximiliansforum

© Territory of Ready (digitale Collage) | Laura Leppert, 2018 Über Skulpturen, Videoarbeiten und Livestreams mit den Künstlern von Territory of Ready sprechen

Der Körper eines Stadtbenutzers folgt dem deutlichen Schriftbild eines städtischen Textes, den er selbst schreibt, ohne ihn lesen zu können. Dabei befindet er sich „unten“ in unsichtbaren Räumlichkeiten, die blind verstanden werden. So in kurz die soziologische Theorie des Alltagslebens und des Verbraucherverhaltens nach Michel de Certeau, Soziologe und Kunstphilosoph. Im Rahmen der Ausstellung „Territory of Ready“ nehmen sich Sarah Doerfel, Raphael Krome, Laura Leppert und Michael Mieskes den unterirdischen Verschlingungen an und füllen den öffentlichen Raum mit Kunstobjekten und funktionshaften Objekte und Installationen. Teil der Ausstellung sind außerdem  Videoarbeiten, Live-Streams, Skulpturen und eine Fahne. Mit ihren Gästen sprechen sie über Kunstobjekte in öffentlichen Räumen und Bezugssysteme von Orten. 

7
Baumhaushotel Seemühle

© Baumhaushotel Seemühle In einem Baumhaus klettern auf der Bau-Messe am Messegelände

Es geht nicht nur um ein Baumhaus, so wie wir es aus unserer Kindheit kennen, sondern um ein ganzes Haus aus Bäumen. Aber wie genau funktioniert das? Wie verwandeln sich eine Anzahl von Baumstämmen in Wohnraum? In der vier Meter hohen Holzinstallation „wood passage – vom Baum zum Haus“ werden die einzelnen Schritte erklärt – und ihr seid mitten drin, denn das imposante Werk ist begehbar! Die Installation findet ihr im Rahmen der Messe BAU 2019 auf dem Messegelände. 

  • Messe München
  • Messegelände, 81823 München
  • Eingang West, im Atrium zwischen Halle A1 und B1 | 14. bis 19. Januar 2019 | Montag bis Freitag, 09.30–18.00 Uhr, Samstag 09.30–16.0
  • Eintritt (Tagesticket, Vorverkauf) 27,50 Euro, 15 Euro ermäßigt
  • Mehr Info
8

© Ingo Seufert Fotografien von überall auf der Welt in der Galerie Ingo Seufert angucken

Vor 28 Jahren wurde die internationale Nichtregierungsorganisation United Photo Press gegründet – seitdem haben die beteiligten Künstler und ihre Werke die Fotokunst auf der ganzen Welt beeinflusst und geprägt. Gefeiert wird dieses Jubiläum mit einer Ausstellung und einer Buchveröffentlichung mit gesammelten Werken von UPP-Fotografen. Die Bilder der Fotografen von United Photo Press haben sich als Sprachrohr unserer Gegenwart entwickelt. Überall auf der Welt fangen die Künstler Emotionen und persönliche Geschichten ein und berühren damit wiederum Individuen in verschiedensten Ländern und Kontinenten. 

  • Ingo Seufert - Galerie für Fotografie der Gegenwart
  • Schleißheimer Straße 44, 80333 München
  • 10. bis 19. Januar 2019 | 10. Januar (Vernissage) 19.00–22.00 Uhr, Dienstag bis Freitag 14.00–19.00, Samstag 11.00–15.00 Uhr, Sonntag 14.00–17.00 Uhr
  • Eintritt frei
  • Mehr Info
9

© Haus der Kunst Kunst anfassen und neu erleben bei der Tast-Führung zur Jörg Immendorff Ausstellung

Eine Ausstellung mit mehreren Sinnen wahrnehmen und Kunst noch mal ganz neu erleben! Im Haus der Kunst findet jetzt eine inklusive Tastführung zu „Jörg Immendorff: Für alle Lieben in der Welt“ statt. Es gibt einen Audioguide mit Audiodeskription, bei dem ausgewählte Werke um sogenannte Tastdrucke ergänzt werden. Anfassen ist also ausdrücklich erwünscht! Claudia Böhme, Kulturvermittlerin mit Sehbeeinträchtigung und Andrea Weniger, Besucherservice & Vermittlung, führen durch die Retroperspektive, die Immendorffs sanftere Charakterzüge zum Vorschein bringen. Bis drei Tage vor dem Termin könnt ihr euch per E-Mail unter [email protected] anmelden.

10
Kösk Artvergnügen Januar

© Köşk Europäische Vielfalt und ein bulgarisches Waisenhaus mit einer Ausstellung im Köşk fördern

Neun Künstler, drei Länder und eine Ausstellung. Und das alles für einen guten Zweck! Kalina Gradeva, Emilien Lorenz, Anna Pfanzelt, Pavel Sinev, Odilia Schröter, Matthias Roth, Miriam Ferstl, Boris Storz und Ingrid Dorner kommen aus drei verschiedenen europäischen Ländern zusammen und tragen mit ihrer Ausstellung "Zusammen" nicht nur zur europäischen Verständigung bei, sondern unterstützen mit dem Verkauf von Kunstwerken auch noch eine weitere gute Sache: Ein Teil der Einnahmen wird an Jugendliche eines Waisenhauses in Bulgarien gespendet. Damit soll für sie eine Kulturreise nach Sofia finanziert werden. Die neun Künstler möchten als Vorbild für Gemeinschaft und Nächstenliebe wahrgenommen werden, genau wie Kunst und Kultur Gemeinden und Gesellschaften ein Zusammengehörigkeitsgefühl geben können.

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Gardens around the World Artvergnügen Januar

© Gardens around the World | Judith Pauly Bender Stickereien von Frauen aus Afghanistan im Quilt Et Textilkunst bewundern

Ohne sämtliche Sprachen sprechen zu müssen, können wir mit Menschen aus allen Ländern in einen Dialog treten und uns austauschen. In der Ausstellung „Gardens around the World“ sind Stickereien das Kommunikationsmittel. In Laghmani, in der afghanischen Provinz Parwan, stellen die Gartenerzeugnisse das Überleben der Familien sicher. Die Frauen, die für die Gärten verantwortlich sind, finden aber immer noch ein Plätzchen, um bunte Blumenbeete anzupflanzen. Ein zweites Standbein sind die Stickereien, die die Gärtnerinnen anfertigen und die seit Jahrhunderten zum Kulturgut in Afghanistan zählen. Im Rahmen eines Selbsthilfe-Stick-Projekts werden die Unikate verkauft, zudem werden Blumensamen von der Initiatorin Pascale Goldenberg als Geschenke an die Frauen verteilt.

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