Venezolanische Küche, Bar & Club: Das Prygoshin am Hauptbahnhof

16 Monate. So lange sind wir mehrmals die Woche auf dem Weg in unser Büro an der Dachauer Straße 14 vorbeigelaufen, -geradelt oder mit der Tram -gefahren. Und genau so lange haben wir immer wieder neugierige Blicke in das große Ladenlokal geworfen, in dem immer wieder gewerkelt wurde. Dass es am Ende fast eineinhalb Jahre dauern würde, bis der Laden eröffnet, hätten wir nicht gedacht – Betreiber Michael Frimpong auch nicht.

Der junge Münchner – ehemaliger Basketballer beim FC Bayern und Veranstalter der Blackout-Partyreihe im P1 – übernahm das Lokal im Sommer 2017. Sein Plan: eine Mischung aus Café, Restaurant, Bar und am liebsten auch einen Platz zum Tanzen. Der Laden in der Dachauer Straße war perfekt, nur leider in einem Zustand, in dem er meilenweit von jeder Konzession entfernt war.  Michael verbrachte also die letzten 16 Monate nicht nur viele Stunden auf der Baustelle, sondern auch im KVR. Bis sich endlich das Chaos lichtete und das "Prygoshin" im Dezember 2018 offiziell eröffnen konnte.

Venezolanische Küche, Bar & Club: Das Prygoshin am Hauptbahnhof
© Nina Vogl
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Schön ist es geworden. Man möchte sofort Fotos machen in dem großen Gastraum mit den bunten Stühlen, den Flohmarktfunden an den Wänden und der alten Oma-Couch im Eck. Wir würden sagen: mit System zusammengewürfelt. Passt perfekt zur Idee, die hinter dem Namen "Prygoshin" steckt. Der Namenspate für den Laden ist der Chemiker und Nobelpreisträger Ilya Prigogine. Einer seiner Überlegungen zu Folge erwächst aus Chaos am Ende immer eine neue Ordnung. Der Name hat auf jeden Fall Substanz – hätte ja auch Dachauer 14 heißen können.

Venezolanische Küche im Prygoshin: Von Arepas bis Empanadas

Auch wenn der Name recht Russisch klingt – die Küche ist venezolanisch. Auf der Karte stehen zum Beispiel Arepas, Empanadas, Tostones, Patacon und Yuca-Fries. Sagt euch nichts? Dann wird es Zeit, denn diese Gerichte sind definitiv noch eine Seltenheit in der Münchner Gastro-Szene. Arepas sind gefüllte Maisfladen, die wir mit Hühnchen und Avocado und einmal mit Rindfleisch und Bohnen probieren – in beiden Fällen mit reichlich Käse garniert.

Venezolanische Küche, Bar & Club: Das Prygoshin am Hauptbahnhof
© Nina Vogl
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Außerdem snacken wir uns durch die frittierten Vorspeisen und probieren ein Gericht, das wir vorher auch nicht kannten: Patacon. Dabei werden zwei Kochbananen knusprig frittiert und mit Fleisch, Salat, Tomaten, Käse und verschiedenen Toppings gefüllt. Heraus kommt ein amazonisches Sandwich, das ihr aber definitiv mit Besteck essen solltet. Wichtige Infos für wirklich alle Speisen: Die venezolanische Küche lebt von ihren Soßen und Salsas, denn die Gerichte sind sonst nicht so stark gewürzt.

Big Bang Daiquiri schlürfen an der Bar

Also nicht geizen mit der grünen Geheimsoße. Die macht die venezolanische Mama von Michaels Freundin und keiner außer ihr kennt das Rezept. Dazu trinkt ihr Drinks mit Namen wie "Big Bang Daiquiri", "Malarija Gimlet" oder einfach nur "Rapunzel". Das Prygoshin ist nämlich nicht nur ein Ort, der Abwechslung in eure Mittagspause bringt, sondern ganz klar auch eine Bar, in der es sich meisterlich versacken lässt. Das große Ass, dass die Location nämlich noch im Ärmel hat: das Tanzlokal im Hinterzimmer.

Venezolanische Küche, Bar & Club: Das Prygoshin am Hauptbahnhof
© Nina Vogl
Venezolanische Küche, Bar & Club: Das Prygoshin am Hauptbahnhof
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Venezolanische Küche, Bar & Club: Das Prygoshin am Hauptbahnhof
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Wobei das Zimmer eher ein ausgewachsener Raum ist, in dem auch mal 300 Leute gleichzeitig dancen können. Für das Programm will sich Michael nicht auf ein Genre festlegen und auch Eintritt soll der Spaß nicht immer kosten. Wenn ihr es richtig anstellt, könnt ihr hier eigentlich den ganzen Tag und auch den Großteil der Nacht verbringen. Passend dazu soll es nämlich bald auch Frühstück geben!

Unbedingt probieren // Arepas und Patacon de Churrasco – Soßen nicht vergessen!

Vegetarisch // Arepas, Empanadas, Yuca Fries und auch ein Reisgericht gibt es als Veggie-Option.

Mit wem gehst du hin // Perfekt für den Abend mit Freunden, wenn man essen, trinken und tanzen möchte.

Für Fans vom // Arepa-Brunch im Café Stockholm und dem Konzept vom Heinrich Matters.

Preise // Vorspeisen ca. 4,50 Euro, Arepas ca. 7 Euro, Patacon 11 Euro, Cocktails 10,50 Euro

Besonderheit des Ladens // Café, Restaurant, Bar und Tanzlokal in einem.

Prygoshin | Dachauer Str. 14, 80335 München | Montag – Samstag: 11.30–01.00 Uhr, Küche unter der Woche bis 22 Uhr, am Wochenende bis 23 Uhr, Sonntag: 15.00–22.00 Uhr | Mehr Info

Wir wurden vom Restaurant eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

Die Fotos für diesen Beitrag wurden mit der Sony Alpha 7ii gemacht.

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