Geteilter Raum ist doppelter Raum: Shquared ist Tinder für Gewerbeflächen

In München gibt es viele schöne und weniger schöne Dinge im Überfluss: Spezi, Grünflächen, Schlauchboote auf der Isar, Biergärten, Touristen im Hofbräuhaus, Pelzkrägen, Menschen am Gärtnerplatz. Was es hier aber definitiv nicht gibt, ist Raum. Raum für vielfältige Ideen, innovative Konzepte, Diversität und kreatives Chaos. Drei tolle Münchner wollten das nicht mehr hinnehmen und haben kurzerhand eine Plattform für geteilte Raumnutzung entwickelt – Shquared.

Wir träumen von einer dynamischen Stadt mit effizient genutzten Gewerbeflächen, in der jeder Raum findet seine Ideen umzusetzen und somit aktiv zu einem kreativen und diversen Stadtbild beiträgt.
Shquared Shared Square Parallelnutzung
© Petra Serbin

Shquared setzt sich zusammen aus dem Slogan des Start-ups: "Shared Spaces". Wir können den Namen zwar weder korrekt aussprechen, noch schreiben – sind aber große Fans des Konzepts. Grundsätzlich funktioniert es wie Tinder, nur eben für die Münchner Gastro- und Ladenszene, statt für einsame Singles: Über die Online-Plattform können Betreiber mit bestehender Infrastruktur ihre Flächen außerhalb ihrer Öffnungszeiten anbieten. Gastronomen oder Unternehmer, die auf der Suche nach der passenden Location für ihr Konzept sind, werden von Shquared dann mit verfügbaren Gewerbeflächen gematcht.

Tinder für die Münchner Gastro- und Ladenszene

Dafür gibt es nahezu unendliche Kombinationsmöglichkeiten: Ein Café kann abends beispielsweise zur Prosecco-Bar werden, ein Restaurant zum Frühstücks-Pop-up. Dabei beschränkt sich die Plattform nicht nur auf Gastronomie – ein Bettenlager kann abends zum Yoga-Studio werden, ein Friseursalon seine Räumlichkeiten für Gitarrenstunden öffnen und unter der Woche können in Clubs Salsakurse gegeben werden. Statt Räume also nur für einen begrenzten Zeitraum als Zwischennutzung zu vergeben, setzt Shquared auf Parallelnutzungen.

Die Idee ist so einfach, wie genial. Laden- und Gastronomie-Besitzer vermieten ihre vorhandenen Flächen zu Zeiten, in denen sie eigentlich geschlossen hätten, bekommen eine Umsatzbeteiligung und werden entlastet. Neue Gastronomen und Gründer können ihre Ideen mit niedrigem Risiko und wenig Aufwand ausprobieren. Bereits bestehende Flächen werden maximal genutzt, ein ökonomischer und ökologischer Mehrwert geschaffen und die Lebensqualität im urbanen Raum wird erhöht. Und wir bekommen frischen Wind und neue, kreative Läden.

Jeder kennt jeden – München ist wie eine einzige GZSZ-Folge
© Unsplash | Anastasia Dulgier

Parallelnutzung statt Platzangst

Ihr merkt, es ist eine Win-Win-Win-Win-Situation. Shquared ermöglicht außerdem, dass auch Leute in der Münchner Gastronomie- und Ladenszene Fuß fassen können, die nicht schon elf große Restaurants oder Shops besitzen. Egal, ob man Frühstück machen, Seife verkaufen oder T-Shirts nähen möchte – in vielen Fällen scheitern richtig gute Ideen einzig und allein daran, dass keine passenden Räumlichkeiten vorhanden sind.

Nachhaltigkeit und Sharing sind das Trend-Thema der Stunde. Hippe Co-Working Spaces und Pop-ups ploppen an jeder Ecke auf. Man teilt sich von Wohnung über Mitfahrgelegenheit bis Bohrmaschine momentan irgendwie alles. Warum sollte man also nicht auch Cafés, Bars, Restaurants und Ladenflächen teilen?

Wie schön, sich eine Lokalität zu teilen und Ressourcen & Infrastruktur zusammen zu nutzen. Plötzlich ist da Raum da, um etwas auszuprobieren und mutig zu sein.
Shquared Shared Square Parallelnutzung
© Petra Serbin

Hinter der tollen Idee stecken Nasti, Daniela und Julian. Von den beiden habt ihr bei uns sicherlich schon mal gelesen. Nasti und Daniela sind regelmäßig mit ihrem veganen Frühstücks-Konzept Bananaleaf im Restless zu Gast, haben Brunch im Nudo aufgetischt und bayerische Pintxos im Josefa serviert. Daraus ist ihr neues Projekt entstanden, für das sie sich Designer Julian mit ins Boot geholt haben. Gemeinsam wollen sie jetzt mehr Räume zur Selbstverwirklichung schaffen.

Crowdfunding bis zum 21. Juli unterstützen und Bio-Müsli futtern!

Vor kurzem haben drei Münchner eine Crowdfunding Kampagne gestartet, um ihr Projekt zu finanzieren. Um euch das Spenden zu versüßen, bekommt ihr für verschiedene Geldbeträge auch was zurück von den Dreien: Zum Beispiel ein selbst gemachtes Bio-Granola, eine Einladung zu einem Diskussions-Abend, bei dem die Gründer von ihrem Konzept erzählen oder einen Gutschein für einen Bananaleaf-Brunch.

Bis zum 21. Juli 2019 habt ihr Zeit Nasti, Daniela und Julian mit ihrem Projekt zu unterstützen, also ab die Luzi. Schöne Sache, wenn auch ihr möchtet, dass in München bestehende Räume effizienter genutzt werden, verschiedene Konzepte unter einem Dach zusammen finden und die Stadt bunter wird. Auch wenn der Spruch dezent ausgelutscht ist, wahr ist er halt trotzdem: Sharing is caring!

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