Ausflugsvergnügen: Nachhaltigkeit & Erholung im Bio-Hotel Fürstenfelder

Das letztjährige Trend-Thema des Outdoor-Literaturmarktes war: Mikroabenteuer. In Zeiten von 15 Grad im Januar eine nicht zu unterschätzende Idee. Es geht nämlich darum, die Essenz des Abenteuers großer Reisen bei kleinen Ausflügen in der näheren Umgebung wiederzufinden. Zum Beispiel beim Wandern und Wildcampen in den heimatlichen Bergen. Ida und ich haben letztes Wochenende ausprobiert, wie sich dieses Prinzip von Abenteuer auf Urlaub übertragen lässt und sind in Fürstenfeldbruck gelandet – keine 40 Kilometer von München entfernt.

Für Erholung und eine Auszeit, dachten wir uns, muss man nicht an weit entfernte Orte fahren. Wir sparen uns die stressige Anfahrt und setzen uns stattdessen für gemütliche dreißig Minuten in die S-Bahn. Das Ziel unserer malerischen Fahrt: Das 4-Sterne-Bio-Hotel und Bio-Restaurant Fürstenfelder. Seit 2003 ist das Restaurant von Uschi und Gerhard Kohlfürst Bio-zertifiziert. Für sie heißt das vor allem, genau zu wissen woher die Lebensmittel, aber auch die Einrichtung von Hotel und Restaurant kommen und nachhaltig mit ihnen umzugehen. Ihr Wissen vermitteln sie ihren Gästen auf charmante Art mit Transparenz und Ehrlichkeit. Zum Beispiel klären sie darüber auf, wie die App To Good To Go, bei der das Restaurant mitmacht, funktioniert.

© Ida Heinzel
Fürstenfelder Biohotel Biorestaurant 2
© Ida Heinzel

Vorbei an vom Frost glitzernden Feldern spazieren wir nach der Fahrt zum hochaufragenden Kloster. Mit dem Auto kann man natürlich auch anreisen. Das dauert in etwa gleich lang und zur hellen Freude aller Autoreisenden gibt es vor dem Kloster einen großen, kostenlosen Parkplatz. Wer ein Elektroauto fährt, hat noch mehr Grund sich zu freuen: Es gibt, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, eine Ladestation für Elektroautos.

Samstag Nachmittag, 15.30 Uhr: Anfahrt und Ankunft

Bevor wir in das Hotel einchecken, treffen wir Sylvie Fischer, die Veranstaltungs-Koordinatorin, im Bio-Restaurant Fürstenfelder. Das Restaurant liegt in den ehemaligen Kuhställen des Klosters und beeindruckt mit einer Mischung aus skandinavischer Eleganz und gemütlichen Kellergewölben. Sylvie zeigt uns das ganze Gelände, zu dem ein wunderschöner Biergarten im Innenhof und diverse Konferenz- und Veranstaltungsräume gehören, die gemietet werden können. Wir dürfen sogar kurz bei der Hochzeit, die gerade in dem größten Saal mit den schönen, großen Holzbalken stattfindet, reinschauen: die rohe Backsteinmauer trifft dort gerade auf rosa Tüll und Glitzer – hier kann jeder feiern wie er mag.

Nach unserem Rundgang flanieren wir über den Parkplatz zum Hotel. Dort hat die Einrichtung denselben schlichten, aber eleganten Stil wie das Restaurant. Der Fokus auf Bioprodukte und Naturverbundenheit zeigt sich im Hotel von den Möbeln aus heimischer Eiche, über die Seife bis zur Wandverarbeitung: wie steinzeitliche Fossilien sind dort Abdrücke von Weizengräsern und Wildblumen zu sehen. Zwischen Wandwiese und blumigem Seifenduft machen wir uns schick für das Abendessen auf dem Klostergelände.

Anfahrt mit der S-Bahn: S4 Richtung Geltendorf bis Fürstenfeldbruck & Spaziergang bis zum Kloster: Dauer ca. 40 Minuten, Hinfahrt: ca. 6,60 Euro | Anfahrt mit dem Auto: über A96 und B2, kostenloser Parkplatz vor dem Kloster: Dauer ca. 40 Minuten

Fürstenfelder Biohotel Biorestaurant
© Ida Heinzel
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Während wir kurz im Hotel waren, hat sich das Restaurant gut gefüllt. Nicht nur Hotelgäste essen hier gerne, sondern auch Leute aus der Umgebung, die die Qualität zu schätzen wissen. Beim Abendessen wird à la carte bestellt. Alles, was hier auf die Teller kommt, wird mit viel Liebe zubereitet und kommt aus der Region. Besonders schön finden wir, dass wir auf der Speisekarte nicht nur lesen können, was es zu essen gibt, sondern auch wo und von wem die Produkte jeweils hergestellt werden.

Samstag, 18 Uhr: Abendessen im Bio-Restaurant Fürstenfelder

Um uns die Entscheidungszeit zu versüßen, bekommen wir den Aperitif des Tages serviert: Spicy Rhabarber aus Rhabarbersaft, frischem Ingwer und je nach Gusto einem Schuss Tequila. Zur Vorspeise gibt es dann einen Gemüsetraum aus geröstetem Hokkaido mit Thymianhonig, Joghurt und Kürbiskernen. Dazu geröstetes Blaukraut auf hausgemachter Pastrami mit Cranberry und Buchweizen. Und (weil wir nichts mehr lieben) frisch gebackenes Brot mit Butter und Aufstrich.

Mon dieu, möchten unsere verwöhnten Gaumen gerne rufen als der nächste Gang kommt. Aber wir verkneifen es uns und greifen nur vorfreudig zu den Gabeln. Bestellt haben wir frischen Fisch von der Fischzucht Birnbaum aus Epfenhausen. Er wird in der Mitte des Restaurants auf offenem Feuer im Josper Grill zubereitet und großzügig mit Salz bestreut. Dazu gibt es geröstete Süßkartoffeln mit Pinienkernen und Trauben, Selleriepüree und eine Weißweinsoße, die zum Niederknien gut schmeckt.

Fürstenfelder Biohotel Biorestaurant
© Ida Heinzel
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Zum Fisch bekommen wir außerdem eine Schüssel voll geröstetem Rosenkohl mit Ahornsirup und Granatapfelkernen. Beinahe das Highlight dieses fulminanten Abendessens. Denn sie beweist, dass alle noch so ausgeprägten Rosenkohltraumata der Kindheit mit der richtigen Zubereitung ins Gegenteil gewendet werden können. Als neugeborene Rosenkohlliebhaberinnen wenden wir uns der zweiten Hauptspeise zu: die hausgemachte Pasta aus Tagliolini mit Birne, Speck und Zimt – klingt wie ein Gedicht und schmeckt auch so.

Nach zwei Stunden köstlicher Genugtuung und hervorragendem Rotwein, bekommen wir noch ein Zuckerl kredenzt: drei fabelhafte, hausgemachte Pralinen. Auf einer verträumten Wolke aus Honig-Mohn-Weißer Schokolade, Bierkaramell- und Kürbiskern-Nougat-Vollmilchschokolade schweben wir zurück ins Hotel und in unsere flauschigen Betten.

© ida Heinzel
© Ida Heiinzel
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Bio-Restaurant Fürstenfelder | Fürstenfeld 15, 82256 Fürstenfeldbruck | Montag – Donnerstag: Lunchbuffet 11.30–14.00 Uhr, à la carte 17.30–21.00 Uhr, geöffnet bis 23.00 Uhr | Freitag – Samstag: Lunchbuffet 11.30–14.00 Uhr, Kaffee & Kuchen 14.00–17.30 Uhr, à la carte 17.30–21.30, geöffnet bis 23.00 Uhr | Sonntag: Brunch 11.00–14.00 Uhr, Kaffee & Kuchen 14.30–17.30 Uhr | Mehr Info

Samstag, 20 Uhr: Auf Kulinarik folgt Kultur

Wer anders als wir nach den kulinarischen Abenteuern Fürstenfeldbrucks noch anderweitig unterhalten werden möchte, wird auf jeden Fall fündig. Im großen Stadtsaal auf dem Klostergelände finden regelmäßig Konzerte, Kabaretts und Ballettaufführungen statt. Außerdem Specials wie die Jubiläumstour der Shaolin Kung Fu Kämpfer im März, die Anime-Convention im April und im Sommer sogar Open Air Konzerte. Theateraufführungen könnt ihr ebenfalls auf dem Klostergelände besuchen. Im Theater Neue Bühne Bruck wird momentan jeweils freitags und sonntags Effi Briest aufgeführt.

Und wer Kulinarik gerne mit Kultur verbindet, der sollte mal die Küchenpartys des Bio-Restaurants auschecken. Das Format funktioniert so: Ihr lernt, während ihr bei der Zubereitung des Essens dabei seid, jede Menge über die Produktion der Lebensmittel, dann sind zum Beispiel die Lieferanten dabei. Oder bekommt Einblick in den Zusammenhang von Jagd und Nachhaltigkeit! Interessantes Konzept für alle, die sich vom köstlichen Essen nicht nur den Gaumen verwöhnen lassen wollen.

© Ida Heinzel
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Sonntag, 9 Uhr: Frühstücksbuffet im Hotel

Wir kommen aus dem kulinarischen Träumen gar nicht mehr raus. Ausgeschlafen tigern wir gegen zehn Uhr in den Frühstückssaal, wo uns die Hochzeitsgesellschaft vom Abend davor munter verkatert empfängt. Es gibt ganz klassisch Semmeln, Brot, Croissants und Eiervariationen. Dazu Joghurt, Früchte und verschiedene Müslisorten. Besonders fancy: eine Schüssel voll getrockneter Blumen für die morgendliche Früchtebowl und natürlich ist alles bio! Von dem sehr freundlichen Personal wird frisch aufgebrühter Kaffee eingeschenkt und wir starten entspannt wie selten in den Tag.

Alternativ zum Frühstücksbuffet im Hotel, wird im Restaurant jeden Sonntag von elf bis vierzehn Uhr ein Bio-Brunch angeboten. Für 36 Euro pro Person bekommt ihr ein Glas Sekt, Bio-Säfte, Wasser und natürlich Kaffee. An dem großzügigem Buffet gibt es Brot, Müsli, Obst und Eier. Für den bayrischen Gaumen gibt es Weißwürste und für alle, die es morgens salzig mögen eine große Auswahl an Vorspeisen. Außerdem eine Suppe und mindestens vier Hauptgänge. Wer morgens lieber süß isst, wird mit Köstlichkeiten aus der hauseigenen Konditorei verwöhnt. Hier heißt es: Frühstücken wie die Kaiser*innen!

Brunch Bio-Restaurant Fürstenfelder | Sonntags: 11.00–14.00 Uhr | 36 Euro pro Person (inkl. Getränke), Kinder bis 6 Jahre frei, bis 12 Jahre halber Preis | Reservierung unter: 08141-88875410 oder [email protected] | Mehr Info

© Ida Heinzel
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Sonntag, 11 Uhr: Spazieren und die Seele baumeln lassen

Das Hotel bietet eine schöne, kleine Sauna im finnischen Stil, in der es sich wunderbar ausspannen lässt. Wer sich davor oder danach gerne auspowert, wird nebenan im Fitnessraum fündig. Weil das Wetter diesen Sonntag aber unfassbar schön und unsere sportlichen Ambitionen gewohnheitsmäßig recht low sind, entscheiden wir uns gegen beides. Stattdessen machen wir einen langen Spaziergang über das Klostergelände. Die imposante Kirche liegt malerisch am Waldrand, durch den Klostergarten fließt ein Fluss und es ist für uns Stadtkinder ungewohnt aber angenehm still.

Wer braucht schon ferne Orte und das Meeresrauschen zur Entspannung, wenn man auch in einem schönen Garten in der Sonne sitzen und dem Frost beim Tauen zuhören kann? Wir jedenfalls fahren tiefenentspannt und mit dem Kopf voller Träume von Rosenkohl in Weißweinsoße nach München zurück und nehmen uns vor, ab jetzt mehr Urlaubsmomente im Umland zu suchen. Weil es uns gut tut und der Umwelt besonders, finden wir das Prinzip Mikrourlaub ganz hervorragend. Und mit mehr Mikroreisen, bekommen wir dann vielleicht irgendwann nochmal Schnee im Januar zu sehen.

Bio-Hotel Fürstenfelder | Mühlanger 5, 82256 Fürstenfeldbruck | Einzelzimmer ab 85 Euro, Doppelzimmer ab 130 Euro | Gaumen-Traum Paket: Zwei Übernachtungen im Doppelzimmer, Bio-Frühstücksbuffet, Sonntagsbrunch für zwei Personen und 4-Gang-Bio-Food-Sharing Menü am zweiten Abend im Bio-Restaurant, eine Flasche Geldermann Sekt, Überraschung für den Gaumen im Zimmer und freie Nutzung von Sauna- und Fitnessraum für 225 Euro pro Person | Mehr Info

Wir wurden vom Hotel eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung!

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