Große Pläne für Münchens Subkultur: Der Tatzelturm an der Autobahnbrücke A9

So toll wir München finden, wenn wir hier etwas vermissen, dann ist es Raum für Subkultur. Kreativen Münchner*innen, Künstler*innen und Gastronomen, die besondere Projekte im Kopf haben, wird es hier nicht leicht gemacht. Um genau diese Leute zu unterstützen, ist ein neues Projekt geplant: Ein neues Kulturzentrum an einer Autobahnbrücke in Freimann, das viel Platz für Ateliers, ausgefallene Gastronomien, Bars, Clubs und andere kreative Projekte bietet – der Tatzelturm!

Die Initiatoren des Projekts sind zwei bekannte Namen des Kultur- und Nachtlebens: Florian Schönhofer, Co-Betreiber des Café Kosmos und David Süß vom Harry Klein. Da so ein mutiges und großes Projekt nicht alleine zu stemmen ist, planen sie die Gründung einer Genossenschaft. Genau dafür soll der nächste Montagabend, der 20. Januar 2020 im Harry Klein genutzt werden: Mögliche Genossinnen, Genossen, Interessierte und Menschen mit guten Ideen sollen hier zusammenfinden und aus der Zukunftsmusik Tatzelturm ein reales Projekt machen.

Tatzelwurm Projekt Tatzelwurm
© David Süß, Florian Schönhofer, Louis Grünwald
Tatzelwurm Projekt Tatzelwurm
© David Süß, Florian Schönhofer, Louis Grünwald

Konkret geht es um eine Fläche in München-Freimann an der Autobahnbrücke A9, erreichbar mit der U-Bahn. Rund um die leerstehende Säulenhalle wurden schon in der Vergangenheit viele Pläne geschmiedet, die alle an zahlreichen Vorgaben gescheitert sind – Stichwort Brandschutz. Ein weiterer Grund ist die Autobahndirektion und der Bund, die das Gelände besitzen und kein Interesse am Kulturleben Münchens haben.

Süß und Schönhofer haben ihre Augen aber auch auf eine Fläche in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn Station Studentenstadt geworfen: Ein Grundstück das der Stadt gehört und das sich perfekt für den Bau des Tatzelturms eignet. Durch die begrenzte Fläche kann hier nach unten, aber vor allem nach oben gebaut werden. Im Tatzelturm könnten dann Ateliers, Gastronomien, Bars, Clubs und andere kreative Projekte ein langfristiges Zuhause finden.

Ein Raum für subkulturelle Projekte, die in der Innenstadt keinen Platz finden

Es soll ein großes, genossenschaftlich getragenes Zentrum für subkulturelle, engagierte und besondere Projekte werden, die in der Innenstadt Münchens schon seit einigen Jahren immer schwerer einen Platz finden. Beispiele für gute Projekte, die sich den Münchner Mietpreisen, dem Lärmschutz und anderen Vorgaben der Stadt beugen mussten, sind zahllos. Schönhofers Bar 404, die uns letztes Jahr an der Müllerstraße so glücklich gemacht hat, ist eines der Projekte, die im Tatzelturm wieder zu Leben erwachen könnten.

Tatzelwurm Projekt Tatzelwurm
© David Süß, Florian Schönhofer, Louis Grünwald
Tatzelwurm Projekt Tatzelwurm
© David Süß, Florian Schönhofer, Louis Grünwald

Warum ist das wichtig?

Kulturschaffende, Kreative und alle Münchner*innen, denen das Wohl der Stadt am Herzen liegt, sollten spätestens jetzt ihre Terminkalender zücken. Der 20. Januar 2020 ist ein absoluter Pflichttermin für euch, für uns, für alle! Freiräume in München sind knapp und nicht nur gefühlt spitzt sich diese Situation zu: Erst diese Woche haben wir mit Sorge darüber gelesen, dass die Mietpreise der Domagkateliers deutlich angehoben werden sollen. Nicht nur direkt Betroffene sollten hier schlucken, auch du und ich haben ein großes Problem, wenn es Kunst- und Kulturschaffenden in München immer schwerer gemacht wird ihre Arbeit auszuüben.

Die Luft für Kulturschaffende, Künstler*innen und Menschen mit alternativen Ideen wird also dünn. Wer öfter mal in der Innenstadt unterwegs ist merkt jetzt schon, dass sich hier Systemgastronomie an Systemgastronomie reiht, gesprenkelt mit einem Hauch H&M und Douglas. Wenn auch du ein Interesse daran hast, dass es in München Gastronomien, Clubs, Bars und Ausstellungsräume gibt, die abseits vom gängigen Mainstream stattfinden, solltest du deinen Montagabend sinnvoll nutzen und dich im Harry Klein über das mögliche Projekt Tatzelturm informieren.

20. Januar 2020 – ein Pflichttermin für alle, denen Münchens Kunst- und Kulturszene am Herzen liegt!

Die Initiatoren des Projekts sind bereits mit dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt und dem Verband der Münchner Kulturveranstalter e.V. im Gespräch. Außerdem werden sie vom Architecture Research Incubator der TUM unterstützt, das dem Team bei der Realisierung des Konzeptes hilft. Trotzdem steckt das Projekt Tatzelturm noch in den Kinderschuhen. Gefragt sind deshalb neue Ideen und Menschen, die bereit sind Verantwortung in der Genossenschaft zu übernehmen. Wir hoffen wir sehen uns alle am Montag und sorgen gemeinsam dafür, dass München wieder vielfältiger wird!

 

Treffen für alle Interessierten am Projekt Tatzelturm | 20. Januar 2020: 19.00 Uhr | Harry Klein | Sonnenstraße 8,  80331 München | Mehr Info

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