11 Neujahrsspaziergänge, mit denen ihr euren Silvesterblues rauslaufen könnt

Der 1. Januar ist traditionell ein Tag, der von starken Gefühlen geprägt ist. Kater, Wehmut, Vorfreude – meist überkommt uns am Neujahrstag ein emotionaler Cocktail, der aus Restalkohol und Tatendrang besteht. Und um diesem liquiden Gefühl in der Magengrube ausreichend Raum und Zeit zu geben, müssen wir uns bewegen. Also raus aus den Federn mit euch und rein in die lauf-gewordene Meditation zum Start in den neuen Kalender.

Jeder hat hier natürlich seine persönliche Route, denn sie starten gefühlt alle ohne Umschweife vor der eigenen Haustür. Aber vielleicht können wir euch mit unseren 11 Spaziergängen ja die ein oder andere neue Tour eröffnen.

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© Brigitte Buck Dem Phönix auf der Theresienwiese ein schönes neues Jahr wünschen

"Wenn die stade Zeit vorbei ist, wirds auch wieder ruhiger!" – Dieser Satz passt nirgendwo besser als auf der Theresienwiese. Denn wenn ihr wirkliche Weite (und Ruhe) innerhalb des Rings sucht, dann seid ihr hier richtig. Und wenn es dazu noch ein bisschen Tollwood-Nostalgie und Artvergnügen sein darf, erst recht. Also packt euch am Neujahrstag warm ein und stapft noch ein letztes Mal in Richtung Theresienwiese, um den Phönix, den Bacchus und den Zauberwald aus nächster Nähe zu bewundern. Am 2. Januar 2022 ist's nämlich dann auch schon wieder rum mit der Kunst auf der Theresienwiese.

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@ Unsplash | allison christine An der Schaufensterausstellung von Gabriele Strehlau vorbei schlendern

Der Kunsttreff Moosach zeigt aktuell wechselnde Künstler*innen in der Schaufenstergalerie. Von 29. Dezember bis zum 5. Januar ist es die Münchnerin Gabriele Strehlau, die hier diverse großflächige Landschaftsgemälde ausstellt. Entstanden ist ihre Serie "Zwischenzeit" in den letzten beiden Jahren und spielt mit der kunstvollen Darstellung einer aufwühlenden Zeit zwischen Aufbruch und Stillstand. Wenn euch die Laune am ersten Januar also nach ein wenig Kunstvergnügen steht, dann düst doch einfach nach Moosach und schaut euch die Exponate selbst an. Zu sehen sind sie rund um die Uhr, ihr könnt also davor auch noch gemütlich ausschlafen.

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Forstenrieder Park Waldbaden

© Amelie Pfeiffer Durchatmen beim Spaziergang im Forstenrieder Park

Als Teil des grünen Gürtels rund um München schließt der Forstenrieder Park im Süden an die Stadtgrenze an und vor lauter Isar und Englischer Garten hat man das großzügige Waldgebiet gar nicht so auf dem Schirm. Dabei eignet sich der Nadel- und Mischwald das ganze Jahr für ausgedehnte Spaziergänge – vor allem dann, wenn man nicht so gerne mit Menschenmassen abhängt. Glaubt man dem Wikipedia-Eintrag des Waldes, war hier früher der Adel auf der Jagd unterwegs, während hier heute viele seltene Pflanzen- und Tierarten einen Rückzugsort finden. Daher: Obacht geben, Ruhe finden, durchatmen!

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Luitpoldhügel

© digital cat | Flickr CC BY-SA 2.0 Vom Luitpoldhügel über die Stadt gucken

Gerade mal 37 Meter ist er hoch, aber trotzdem bietet der Luitpoldhügel eine super Aussicht. Überhaupt ist der gesamte Luitpoldpark einfach komplett unterbewertet, denn hier kann man mindestens genau so gut draußen chillen wie an den üblichen verdächtigen Grünflächen der Stadt – mit viel weniger Trubel. Im Winter gibts hier außerdem ganz wunderbare Möglichkeiten zum Rodeln und im Gegensatz zum Englischen Garten fährt euch keine*r in die Seite rein.

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Nachts München Nacht-Spaziergang

© Unsplash | Danny Feng Nachts durch die Altstadt flanieren und bei den Löwen Glück holen

Die Altstadt. Tagsüber so voll wie abends leer. Aber umso schöner kann man dort aktuell einen kleinen Nachtspaziergang einlegen. Vielleicht startet ihr an der Residenz oder noch besser am Odeonsplatz. Einmal in Gedenken durch die Drückebergergasse, bei den Löwen Glück abholen und dann Richtung Marienplatz. Im Vorbeigehen die Maximiliansstraße runter schauen und in der Ferne den Landtag bewundern. Von Marienhof bis vors Rathaus und in der Kaufinger Straße die Leere bestaunen. Und während die Türme der Frauenkirche euch hinterherschauen, könnt ihr darüber entscheiden, ob ihr die Sendlinger Straße oder den Viktualienmarkt als Ausklang eures Spaziergangs wählt.

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© Auf die Faust Durch die Straßen um den Hauptbahnhof spazieren und was Frisches snacken

Grundsätzlich ist der Neujahrstag ein gesetzlicher Feiertag und an solchen schließen die Läden. Aber manchmal öffnet sich eben genau da unser Magen und wütet darüber, dass wir nichts mehr im Kühlschrank haben. Wie gut, dass es um den Hauptbahnhof auf Seiten der Goethestraße so viele verschiedene Restaurants oder Imbisse gibt, von denen bestimmt auch ein paar am 1. Januar einen kleinen Straßenverkauf anbieten. Schlendert ein wenig durch diese Mischung an Kulturen und farbenfrohen Ladenfronten. Ein frischer Döner Kebab, ein kalter Softdrink in der Hand und dazu vielleicht sogar Baklava – viel besser kann man nicht ins neue Jahr starten.

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Englischer Garten Nordteil

© Brigitte Buck Im Nordteil vom Englischen Garten die Idylle genießen

Längst kein Geheimtipp mehr, aber der Nordteil vom Englischen Garten ist halt zu schön, um ihn nicht zu empfehlen. Alle, denen die Wiesen rund um den Monopteros zu voll sind, düsen einfach zehn Minuten weiter – und sind plötzlich im Natur- und Ruheparadies. Auf dem Weg nehmen die Menschenmassen schnell ab, die Wildnis zu. Hier grasen im Sommer die Schafe, im Windet einem die kühle Luft um die Ohren und man kann sich noch viel besser verlaufen als im Süden. Außerdem ist die Isar hier mindestens genau so schön.

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© Nina Vogl Vom Gans Woanders zur Isar Alm laufen

Wie schön ist es, wenn das lokale Lieblingscafé direkt am 1. Januar wieder offen hat? Die Kellner*innen haben vielleicht ein wenig Kater, aber dadurch auch viel mehr Empathie, wenn sie euch das nahrhafte Spezi reichen. Also startet den Neujahrspaziergang in Untergiesing beim Gans Woanders, bewundert das Hexenhäuserl zumindest von außen und gönnt euch vielleicht noch einen heißen Bio-Pudding von Des Puddings Kern, den ihr je nach Gusto auch vegan, mit Sahne oder Schuss (falls ihr schon wieder bereit seid) bestellen könnt. Oder ihr schnappt euch eine leckere Pizza auf die Kralle – die Strecke zur Isar Alm ist zwar nicht die weiteste, aber nach Silvester können wir all die Stärkung und kurzen Wege brauchen, die wir kriegen.

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Mauersteg Isar Brücke

@aennchenlaeuft Über den Mauersteg flanieren

Mauersteg sagt euch nix und von den Maximiliansanlagen habt ihr noch nie gehört? Wir versprechen euch, dass die meisten von euch trotzdem wissen, von welchen Orten die Rede ist. Die Maximiliansanlagen erstrecken sich als Park- und Grünfläche zwischen der Ludwigsbrücke an der Muffathalle bis hinter den Friedensengel an die Max-Joseph-Brücke. Besonders schön spaziert es sich dabei auf dem Mauersteg, der parallel zur Isar verläuft und auf dessen Holzbalken man sich immer ein bisschen abenteuerlich und der Isar so nah fühlt. Obwohl so zentral, findet man in den Maximiliansanlagen immer eine ruhige Parkbank fürs Päuschen und für den meisterlichen Abschluss wird der Friedensengel erklommen und die Aussicht genossen.

Winter-Tipp: Ein Stück nördlich des Friedensengel kann man bei Schnee auch super rodeln!

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Spaziergang online Schnitzeljagd

© Unsplash | Markus Spiske Einen Actionbound-Spaziergang machen

Mit Actionbound könnt ihr eure Spaziergänge noch mal auf ein anderes Level heben! Alles, was ihr dafür braucht, ist euer Smartphone, die Actionbound App und semi-gute Schnitzeljagd Fähigkeiten. Das Ganze funktioniert nämlich als eine Art thematische Spurensuche. Ihr wählt einfach eine beliebige Route aus und begebt euch mit eurer Infektionsgemeinschaft dann auf die Suche. Dabei müsst ihr zum Beispiel immer wieder Denkmäler abfotografieren oder Rätsel lösen, um weiter zu kommen. Am Anfang lohnt es sich, ein bisschen durch die vielen Optionen zu klicken, denn dadurch, dass hier jede*r verschiedene Routen hinzufügen kann, sind manche, – sagen wir mal – etwas spannender als andere.

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Schlachthof München

© Thomas Wild | Concrete Magazin Ein neues Viertel erkunden

Ohne jetzt zu sehr auf der Thematik rumreiten zu wollen, dass Münchner*innen sehr gerne in ihrem eigenen Viertel verweilen: Wann wart ihr das letzte Mal in einem Kiez spazieren, den ihr nicht bewohnt? Wir meinen nicht Giesinger*innen, die mal wieder eine Reise ins Schwabinger Ausland antreten. Nein, so richtig zufällig, quasi per Dartpfeil auf die Stadtkarte. Es muss ja nicht direkt das Hasenbergl oder Berg am Crime sein – wobei beide auch schöner geworden sind in den letzten Jahren. Flaniert doch mal durch Bogenhausen, viele schöne Häuser, ach Villen, dort und man muss nicht nach Grünwald. Oder das Schlachthofviertel abseits vom Bahnwärter. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und wenn es nur ein neues Piece an irgendeinem Garagentor ist.