089 – 8 Fragen, 9 Antworten mit Juri Gottschall

© Juri Gottschall

‏Juri Gottschall ist freischaffender Fotograf in München und arbeitet für verschiedene Zeitungen und Magazine. Außerdem ist er Mitbegründer des Splendido-Magazins, das sich mit Italien, Kochen und Esskultur befasst. Er ist in München aufgewachsen und lebt seit 15 Jahren in der Maxvorstadt. Dort verbringt er seine Zeit am liebsten auf dem alten nördlichen Friedhof, im Olympiapark oder mit einer Pizza bei 'Napizza in der Theresienstraße – dem einzigen Pizzaladen Münchens, der den vielen kleinen Straßen-Pizzerien in Italien nahekommt. Schwabing, den Englischen Garten und vielleicht noch die Ludwigstraße verlässt er eigentlich nur, wenn es unbedingt sein muss. Wieso auch? Es gibt ja auch hier fast alles, was man sich wünscht.

1. Das Schönste, das ein Türsteher in München einmal zu dir gesagt hat?

‏Gesagt hat niemand viel, Türsteher reden ja nicht so gern. Aber vor vielen Jahren im Atomic Café wurde ich eine zeitlang oft an der langen Schlange vorbeigewunken – und meine Freunde gleich mit. Ein herrliches Gefühl!

2. Deine teuerste Taxifahrt?

‏Ich fahre sehr wenig Taxi und meistens ist das auch nicht teuer, da ich eigentlich von fast jedem Punkt der Stadt für unter 20 Euro nach Hause komme.

3. Was wirst du in München nie verstehen?

‏Wieso man Ladenbesitzern nicht die Wahl lässt, wie lange sie ihre Geschäfte öffnen möchten. Und wieso man am helllichten Tag als Fußgänger vor der eigenen Haustür von der Polizei kontrolliert wird. Zuletzt gerade wieder vor zwei Wochen bei einem Spaziergang.

4. Wann und wo hast du zuletzt jemanden Bekanntes getroffen?

‏Mit Fußballspielern kenne ich mich nicht aus. Aber Dieter Reiter wohnt um die Ecke und lässt seine Klamotten beim selben Schneider ändern wie ich.

5. Wo kennst du den Kellner mit Namen?

Ich glaube nirgends. Vor ein paar Jahren kannte ich aber mal einen Marco beim Italiener um die Ecke. Der wurde mir aber dann schnell zu aufdringlich und persönlich. Die Anonymität ist doch einer der größten Vorteile des Lebens in der Stadt.

6. Wohin flüchtest du, wenn Wiesn ist?

‏Nach Italien.

7. Der schönste bayerische Fluch?

A rechter Depp bist scho’. Bestimmt geschrieben von Helmut Dietl.

8. Dein letztes Handybild von der Isar?
‏Da musste ich jetzt echt lange suchen – und habe doch nur ein Foto vom Gardasee gefunden. Sorry.

© Juri Gottschall

9. ...
‏München ist nie und nimmer die nördlichste Stadt Italiens. Und wird es auch nie werden.