089 – 8 Fragen, 9 Antworten mit Julia und Eveline von dreijahrewach

© Oliver Schwabe

Zu Studien- und wilden Partyzeiten lautete das Motto gerne mal "drei Tage wach" – sobald aber Kinder im Anmarsch sind, switcht die Devise ganz schnell um auf "drei Jahre wach". So heißt auch der Familien-Podcast der beiden Münchnerinnen Julia Irländer und Eveline Kubitz, die sich einst bei ihrer Arbeit im Feierwerk kennenlernten. Seit September 2018 stehen sie nun jeden Monat gemeinsam im Studio und sprechen darüber, wie das Leben mit Kindern eben so ist. Höchst ehrlich und mit spannenden Gästen.

Dabei geht es allerdings nicht um die rosarote Zuckerwatte-Welt, in der sich Instagram-Mamas gerne mal inszenieren, sondern um all die großen und kleinen Emotionen, die das Elternsein so hervorruft – neben Liebe übrigens auch Wut, Verzweiflung, Ratlosigkeit und Überforderung. Wenn die beiden nicht gerade im Studio stehen, radelt Julia am liebsten durch die Stadt, zum Hofflohmarkt in Haidhausen, zum Basteln in den Dschungelpalast oder zum Bier trinken an der Isar. Eveline ist seit zehn Jahren überzeugte Sendlingerin und ist tagsüber am liebsten da, wo es grün ist und nachts am liebsten da, wo Funk, Soul und Hip Hop läuft.

1. Das Schönste, das ein Türsteher in München einmal zu dir gesagt hat?

Julia: Nichts, tatsächlich. Bis fast 30 hab ich nämlich immer gehört: „Ausweis, bitte.“ Irgendwann durfte ich dann ohne Kommentar rein – herrlich!

Eveline: Das letzte Mal, als ein Türsteher mehr als „Hallo“ und „Tschüss“ gesagt hat, war ich 18 und habe in einem Goa-Schuppen gekellnert – wie auch immer das passieren konnte. Er hat mir einsilbig um sieben Uhr morgens einen Kaffee auf den Tresen gestellt, das war schöner als tausend Worte.

2. Von wo nach wo ging deine teuerste Taxifahrt?

Julia: Ich vermute, vom Backstage nach Hause. Fragt aber bitte nicht nach dem Preis. Wenn es schon soweit war, dass ich das Taxi nehmen musste, wusste ich danach nie mehr, wie viel es gekostet hatte. Ist verdammt lange her, ich fahre fast immer mit dem Radl.

Eveline:
Aus der Ersten Liga – die es ja leider nicht mehr gibt – zu meinen Eltern ins Umland, weil mir um sieben Uhr morgens eingefallen ist, dass meine Mama ein Geburtstagsfrühstück macht und ich helfen sollte. Hat bestimmt 45 Euro gekostet.

3. Was wirst du an München nie verstehen?

Julia: Warum es hier so auffällig viele Pelzträger gibt, Sommer wie Winter. Und nicht nur Pelzkrägen, sondern ganze Mäntel! Das werde ich nie verstehen.

Eveline: Da schließ' ich mich an.

4. Wann und wo hast du zuletzt jemanden Bekanntes getroffen?

Julia:
Am 10. Januar im Feierwerk, als Taskete hier gespielt haben und ich mit Flo Weber von den Sportfreunden Stiller ein Interview machen durfte.

Eveline: Roger von Blumentopf beim Kinderarzt mit brüllenden, kranken Kindern (auf beiden Seiten). Super Zeitpunkt, um in Ruhe noch einmal über ein Comeback von Blumentopf zu reden…

5. Wo kennst du den Kellner mit Namen und was bestellst du bei ihm?

Eveline: In der Urban Bakery bin ich so oft, dass mir am Wochenende inzwischen wortlos vom Kellner ein Überlebensfrühstück für Eltern hingestellt wird, die seit fünf Uhr wach sind.

Julia: Und ich kenne dort zwar nicht den Kellner, dafür aber das Brot. Das heißt nämlich auch „Irländer“.

6. Wohin flüchtest du, wenn Wiesn ist?

Julia: Nach Hause. Und vielleicht mal für 'ne Runde Karussell fahren mit den Kindern auf der Oiden Wiesn. Aber nur ganz vielleicht.

Eveline: Aufs Rad. In den Öffis fühle ich mich so ein bisschen wie Super Mario, der Flüssigkeiten und undefinierbaren, dem Trägheitssatz ausgelieferten Stinkbomben ausweichen muss.

7. Der schönste bayerische Fluch?

Julia: Kreizkruzefixsacklezement. Oder wie war das noch mal mit der Brennsuppn?

Eveline: Ich bin flammender Gerhard Polt-Fan, auch wenn ich als gebürtige Rumänin immer noch nicht alles verstehe. Deshalb: Brunzkachl ogsoachte.

8. Dein letztes Handybild von der Isar?

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© privat

9. ...

Eltern sein ist wie ein bis fünf Jahre lang durchmachen und dann jeden Tag den letzten Klausurversuch schreiben, während dir jemand Körperflüssigkeiten an die Hose schmiert und ins Ohr brüllt. Seid also nachsichtig mit uns, wir tun unser Bestes. Und: Hört doch gern mal rein, wir freuen uns!

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