11 Dinge, die du immer in Schwabing machen kannst

Ach ja, Schwabing ist ein bisschen wie die alternde Diva der Münchner Stadtteile. Die Glanzzeiten sind vorbei und die Wechseljahre haben ihre Spuren hinterlassen. Laut Wikipedia gilt "der Gentrifizierungsprozess in Schwabing als weitestgehend abgeschlossen". Ganz so einfach machen wir uns es aber nicht und schreiben das Viertel einfach ab. Denn der Spirit der alten Zeit findet sich nicht nur in Gedenktafeln für große Künstler und Literaten wie Paul Klee, Thomas Mann, Rainer Maria Rilke oder Wassily Kandinsky, die hier lebten und arbeiteten, sondern in noch manch anderen Ecken. Auch wenn die Diva Schwabing unter Alterserscheinungen leidet – seinen Charme hat das Viertel trotzdem noch nicht verloren.

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Heppel & Ettlich Sex

© Heppel & Ettlich Kleinkunst gucken im Heppel & Ettlich

Kunst, Kabarett, Theater und Literatur sind und waren schon immer ein Teil der Schwabinger Identität. Auch wenn die Glanzzeiten schon vorbei sind, gibt es noch immer ein verhältnismäßig großes Angebot an kleinen Bühnen. Schon Mitte der 70er Jahre wurde das Theater Heppel & Ettlich gegründet, das zwar mittlerweile von der Kaiser- in die Feilitzschstraße umgezogen ist, aber immer noch ein buntes Programm anbietet. Da gibt es regelmäßige Veranstaltungen wie die Open Stage, dazu Theater, Musik und eben alle Facetten der Kleinkunst. Sogar der ehemalige Oberbürgermeister Christian Ude – seines Zeichens gar nicht mal so unlustiger Kabarettist – stand hier schon auf der Bühne!

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© Alles Wurscht Currywurst essen bei Alles Wurscht

Wer den Trubel und den wenig idyllischen Anblick der Leopoldstraße auf Höhe der Hohenzollernstraße hinter sich lässt und Richtung Englischen Garten schlendert, der kommt unweigerlich am Nikolaiplatz vorbei. Hier findet ihr die kleine farbenfrohe Stadtoase schlechthin, denn in dem kleinen Häuschen mitten auf dem wirklich schönen Platz befindet sich der Imbiss "Alles Wurscht", bei dem ihr nicht nur die beste Currywurst der Stadt bekommt, sondern auch die Hoibe für 2,80 Euro. Und das alles in dem wahnsinnig tollen kleinen Biergarten. Aktuell: Am 21. April gibt es von 18–2 Uhr wieder die "Lange Nacht der Wurscht" mit Musik, Happy Hour (Bier: 2,10 Euro, Longdrinks: 5,90 Euro) und natürlich jeder Menge Wurscht!

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Schwabing

© Dear Goods Shoppen in der Hohenzollernstraße

Mal ehrlich: Die Kaufingerstraße ist nicht wirklich eine angenehme Wahl, wenn man Lust auf einen Einkaufsbummel hat. Viel besser dafür geeignet ist die Hohenzollernstraße, denn hier ist nicht nur weniger los, es reiht sich auch nicht eine Modekette an die andere. Hier gibt es (noch) kleine Boutiquen mit besonderem Sortiment, guter Beratung und entspannter Einkaufsatmosphäre wie zum Beispiel im Dear Goods, wo ihr vegane Fair-Fashion kaufen könnt, die nicht danach aussieht. Oder ihr schaut im Weißglut Concept Store vorbei und stöbert durch das große Angebot an Wohnaccessoires. Wer nicht ganz auf Ketten verzichten möchte: In der Hohenzollernstraße findet ihr auch Filialen von Only und Cos.

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Schwabing-West

© Oliver Raupach | Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5 Den Luitpoldpark entdecken

Wenn irgendwo das Wort "unterschätzt" gut passt, dann ist das beim Luitpoldpark der Fall, denn der bietet alles, was ein richtiger Park so bieten sollte: Viel Platz, viel Grün und vor allem auch Ruhe. Denn während sich im Englischen Garten die Menschen stapeln, geht es hier viel gediegener zu. Außerdem kann auch der Luitpoldhügel so einiges. Während man im Winter hinunterrodelt, sollte man auch in den anderen Jahreszeiten den 37 Meter hohen Hügel hochstapfen, denn von hier hat man einen tollen Blick über die Stadt!

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Kuchen München

© munichfood Kuchen naschen im Occam Deli

Die kleinen Straßenzüge direkt hinter der Münchner Freiheit in Richtung Englischer Garten sind an sich schon einen Spaziergang wert, denn sie haben ihren ganz eigenen Charme. Auch treffen hier Gegensätze aufeinander. Vom schicken, hippen Restaurant zur alteingesessenen Kneipe findet ihr hier die ganze gastronomische Bandbreite. Wer Lust hat auf Süßes und eine Kuchenauswahl, die einen jedes Mal wieder flasht, der sollte einen Stopp im Occam Deli einlegen. Mit einem Lemon Cheesecake auf der Gabel und einem Platz vor dem Lokal könnt ihr hier auch allerbestens Leute schauen.

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Elisabethmarkt

© Munich Z Über den Elisabethmarkt spazieren

Viktualienmarkt kann ja jeder. Der Elisabethmarkt in Schwabing ist zwar eine Nummer kleiner, aber dafür umso charmanter. Hier kann man nicht nur sehr leckeres und ausgefallenes Obst und Gemüse (bei Karl Huczala), Blumen, frischen Fisch und andere Köstlichkeiten für zuhause kaufen, sondern auch hervorragend Kaffee trinken und Mittag essen – zum Beispiel bei Brotzeiten, die jeden Tag frisch und regional kochen oder dem Standl20, wo es den vielleicht besten Kaffee Schwabings gibt. Zwar steht schon so gut wie fest, dass der über 100 Jahre alte Elisabethmarkt in etwa zwei Jahren komplett umgebaut wird, aber bis dahin ist noch genug Zeit, diesen wunderbaren Platz zu entdecken.

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Salzkruste Schwabing

© Salzkruste Schlemmen in der Salzkruste

Man muss sich auch mal gönnen können. Kulinarisch geht das ganz wunderbar im kleinen, aber sehr, sehr feinen Restaurant Salzkruste in der Georgenstraße. Der Name ist dabei nicht einfach so daher gesagt, denn Fisch und Fleisch werden hier in einer besonderen Salzkruste aus portugiesischem "Flor de Sal" gegart. Die kleine, aber ausgewählte Karte wechselt je nach Jahreszeit und wem die Salzkruste nicht genug ist, der bekommt noch eine vielfältige Auswahl verschiedenster Salze, um das Bestellte selbst zu verfeinern. Ganz günstig ist der Spaß natürlich nicht, aber dafür bekommt man auch ein ganz besonderes kulinarisches Erlebnis.

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Schwabing

© Simone Mauer Jede Menge Bier entdecken im Biervana

Der Name kommt nicht von ungefähr: Liebhaber des Gerstensaftes könnten sich in diesem Laden wie Erleuchtete fühlen. Hier gibt es Biersorten von denen die Wenigsten wussten, dass sie überhaupt existieren. Kein Wunder, bei über 500 verschiedenen Bieren. Vom liebevoll hergestellten Craftbier aus Franken bis hin zur Exportware aus Hawaii. Für Bierliebhaber bleiben hier sicher keine Wünsche mehr offen.

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Schwabing

© Monopol Kino Filme gucken in kleinen Kinos

Ob man es glaubt oder nicht: In München gibt es viel mehr charmante, kleine Kinos als man denkt. Wer also auf gemütliches Ambiente steht und nicht unbedingt die typischen Blockbuster schauen muss, der sollte zum Beispiel mal im Monopol Kino am Nordbad vorbeischauen. Hier gibt es zwar kein Popcorn, aber dafür eine Bar in einem der Kinosäle. Am genau anderen Ende der Herzogstraße gibt es dann auch noch das ABC-Kino, ein über 100 Jahre altes Programmkino für Fans von Arthouse- und Independent-Filmen.

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X-Bar

© privat Bei Drinks versacken in der X-Bar

Im Internet gehen die Meinungen über die X-Bar stark auseinander. Anscheinend muss man sie lieben oder hassen. Wir halten sie für eine Oase in der Mainstreamwüste. Alles hat hier einen leicht schäbigen Touch – von der Bar über die englischen Ledersofas bis hin zu manch einem Gast, doch der Charme lässt sich nicht leugnen. Bei Halbliter-Weinschorlen und günstigem Bier, kann man auch mal über einen grantigen Barmann hinwegsehen und hier eine bis tausend Stunden verbringen, die auch dank dem Kicker sicher nicht langweilig werden.

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Schwabing

© Munich Z Häuser bewundern rund um die Georgenstraße

Schwabing ist ein wahres Altbau- und Jugendstilparadies. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit bei Null, dass man hier eine Wohnung bekommt, aber es ist auch schon ein kleines Erlebnis, wenn man einfach nur durch die Straßen läuft, Fassaden guckt und sich vorstellt, wie es wohl wäre, sich auf einen der herrschaftlichen Balkone zu stellen und Reden zu halten. Ein guter Startpunkt ist das unglaublich schöne Palais Bissing in der Georgenstraße. Von hier aus bewegt ihr euch am besten in Richtung Nordosten und klappert die Straßen ab, die vor Baudenkmälern nur so strotzen, darunter zum Beispiel die Ainmiller-, Martius-, Kaulbach- und Königinstraße!

Titelbild: © Tobias | Flickr unter CC BY-SA 2.0

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