Ausflugsvergnügen: Ein Herbstwochenende am Plansee mit Roadsurfer

© Ida Heinzel

Jedes Jahr an Silvester nehme ich mir vor, dieses Jahr aber wirklich wirklich wirklich wieder öfter zum Campen in die Berge zu fahren. Ihr kennt das – trotz Münchens Prime-Position mit unzähligen Bergen direkt vor der Haustüre, scheitert der Vorsatz dann doch meistens daran, dass man kein Auto hat, zu verkatert oder auch einfach nur zu faul ist, um das Camping-Equipment aus dem Keller zu holen. Dabei kann es eigentlich so einfach sein! Schließlich gibt es mittlerweile Firmen wie Roadsurfer, bei denen man sich vollausgestattete Campervans mieten kann!

Freitag, 14 Uhr: Campervan abholen, Rucksack reinwerfen & los – immer dem Bergweh nach

Gesagt getan, suchen wir uns ganz unkompliziert auf der Website einen Campervan aus, reservieren am nächsten sonnigen Wochenende und holen den Van im Münchner Norden ab. Nach der Buchung bekommen wir erstmal eine Menge Infos zu Van und Vermietung, Check- und Packlisten. Wer sich dann immer noch nicht gut vorbereitet fühlt, bekommt bei der Abholung vom lieben Roadsurfer-Team das gesamte Fahrzeug ausführlich erklärt.

Wir haben uns für das Modell Roadhouse entschieden, das im Vergleich zu den kleinen Blechkisten, mit denen wir sonst durch die Gegend cruisen, schon ein ganz schönes Schiff ist. Klappt dann aber doch besser als erwartet und schnell manövrieren wir unser Zuhause auf Rädern für dieses Wochenende durch Münchens Straßen und düsen in Richtung Süden – immer dem Bergweh nach. Unser Ziel: der schöne Plansee in Tirol, knapp hinter der österreichischen Grenze.

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel

Freitag, 19 Uhr: Ankunft am Campingplatz Seespitz

Nach kurzer Verwirrung darüber, ob wir jetzt eigentlich auf einer Schnellstraße oder Landstraße unterwegs sind und eine Vignette kaufen müssen oder nicht (das kann man hier gut nachsehen), kommen wir Freitagabend am Campingplatz Seespitz an. Der kleine Campingplatz liegt eingerahmt von Bergen, direkt am idyllischen Plansee. Auf vielen der Wiesenstellplätze hat man Blick auf den See – wir haben Glück und erhaschen einen der Plätze ganz vorne in der Reihe, auf denen man das gesamte Seepanorama vor der Nase hat.

Wir richten uns erstmal häuslich ein und klappen Campingstühle und -tisch aus. Danach klappen wir das Aufstelldach auf, in dem zwei Personen sehr bequem schlafen können. Die obere Etage erreicht man über eine kleine Klappleiter, die man tagsüber einfach wegräumt. Das Roadhouse macht seinem Namen alle Ehre: Im gesamten Fahrzeug hat man Stehhöhe, es gibt wahnsinnig viel Stauraum und eine voll ausgestattete Küche mit Gasherd, Kühlschrank und Koch-Equipment. Außerdem mit an Bord ist ein weiteres Doppelbett im Heck und ein kleines Badezimmer mit Toilette, Waschbecken und Warmwasser-Dusche!

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel

Da wir im Urlaub normalerweise eher spartanisch mit Zelt und Isomatten unterwegs sind, kommen uns zwei Doppelbetten und ein Badezimmer im Van schon fast dekadent vor. Tatsächlich ist der alternative Schlafplatz im Van aber ganz praktisch. Im Dachzelt liegt man zwar sehr gemütlich, in den kälteren Monaten friert man im durchziehenden Wind aber doch recht schnell. Wir haben beide Betten getestet und können auf jeden Fall sagen, dass man im Roadhouse ziemlich lässig zu viert Urlaub machen kann (natürlich gibt es nicht nur vier Schlafplätze, sondern auch vier Sitzplätze mit Anschnallgurt).

Da wir uns beim Reiseproviant "leider" auf Liquides konzentriert haben, gibt es zum Abendessen frischen Fisch und leckere Gulaschsuppe im Campingplatz-Kiosk. Pro-Tipp: auf dem Weg schon einkaufen gehen, da es auf dem kleinen Campingplatz keine Einkaufsmöglichkeit gibt. Den restlichen Abend verbringen wir bei Bierchen mit Bergblick und einer Runde Karten.

Plansee Campingplatz Seespitz | Am Plansee, 6600 Breitenwang, Österreich | Von München aus mit dem Auto: Circa 1,5 Stunden | Ganzjährig geöffnet | Stellplatz-Kosten pro Nacht: circa 30 Euro (inklusive zwei Personen und Strom) | Mehr Info

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel

Samstag, 10 Uhr: Aufwachen mit Bergblick

Ausschlafen, aufwachen, dezent verpennt den Dachzelt-Reisverschluss aufmachen und sofort die Sonne im Gesicht und ein krasses Berg-See-Panorama vor der Nase haben: Wer sich da nicht ins Campinglife verliebt, kann das Herz nicht am rechten Fleck haben. Nachdem wir die Leiter runtergeklettert sind, stellen wir äußerst vergnügt fest, dass ein Packerl Fairtrade-Kaffee im Roadsurfer inklusive ist. Danach geht's einkaufen, der nächste MPREIS ist zum Glück nur ein paar Kilometer weiter die Straße runter in Reutte.

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Yasin Incedag

Samstag, 14 Uhr: Paddeln & plantschen am Plansee

Nach einem Mittagssnack zeigt sich der goldene Herbst von seiner besten Seite und wir packen unser Stand-Up-Paddle Board aus. Wer kein eigenes Board hat, kann sich auch ganz unkompliziert am Campingplatz-Kiosk eines ausleihen! Der Plansee ist wirklich ein Träumchen: Glasklar, türkisfarben und arschkalt. Wir paddeln eine Runde durch die Gegend und schippern schließlich durch die kleine Passage zum Heiterwanger See, der direkt nebenan liegt.

Wer mehr Lust auf einen Spaziergang hat, kann die Aussicht von den Aussichtsplattformen Höllkopf oder Jagdhütte genießen. Nur ein kleines Eckchen vom Campingplatz entfernt warten außerdem die Stuibenfälle – eine Gruppe Wasserfälle, die ihr über kleine Brücken und leichte Schotterwege erreichen könnt. Wer mag, kann auch eine Rundwanderung von etwa fünf Kilometern machen. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Yasin Incedag
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Yasin Incedag

Samstag, 19 Uhr: In the mood for food

Zurück am Campingplatz, prüfen wir die Kochnische auf Herz und Nieren. Klar, ein Vier-Gänge-Menü zu zaubern ist hier eher nicht drin, für ganz normale Kochaktionen reicht das Equipment aber auf jeden Fall aus. Zusätzlich zum klassischen Trangia Topf- und Pfannenset ist die Küchenbox mit Besteck, Gläsern, Tellern, Espressokocher, Kochbesteck, Schüsseln, Schneidebrett und einer faltbaren Spülschüssel ausgestattet. Heißer Tipp am Rande: die Kochbücher von The Great Outdoors! Hier findet ihr vielfältige Rezepte, die alle Outdoor-approved sind und sich auch mit dem kleinsten Gaskocher oder ganz romantisch am Lagerfeuer zubereiten lassen.

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Yasin Incedag
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel

Sonntag, 7 Uhr: Bergseen sehen und Kaiserschmarrn futtern

Nachdem wir gestern ganz gemütlich ausgeschlafen haben, schaffen wir es am Sonntag in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett. Wir haben Bock auf ein bisschen Bewegung und glasklare Bergseen, also düsen wir zur Ehrwalder Almbahn. Auf den circa 40 Minuten Fahrt sind wir mächtig stolz auf uns, so früh losgekommen zu sein. Angekommen am Parkplatz bei der Talstation folgt dann die Ernüchterung: Ungefähr 111 Menschen hatten dieselbe Idee, stehen in farbenfroher multifunktionaler Outdoorkleidung an den Gondeln Schlange und sehen definitiv wacher aus als wir.

Unser Ziel: die Coburger Hütte in der Mieminger Bergkette. Der Weg ist perfekt für alle, die Lust auf eine abwechslungsreiche und entspannte Wanderung haben, bei der man trotzdem krasse Ausblicke auf das Zugspitzmassiv hat. Obendrauf gibt's gleich zwei imposante Bergseen: den Seebensee und den Drachensee. Das Wanderwegenetz an der Ehrwalder Alm ist vielfältig, je nach Laune und Können, gibt es hier verschiedene Auf- und Abstiegsvarianten. Wir entscheiden uns für die gemütliche Variante (man muss ja nicht gleich übertreiben) und fahren das erste Stück mit der Gondel hoch zur Ehrwalderalm.

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel

Von dort aus folgt man einfach nur etwa zwei Stunden der Ausschilderung zur Coburger Hütte, erst auf einer Almstraße und dann durch einen verträumten Wald. Angekommen am Seebensee geht es ein Stück auf einem felsigen Weg steil bergauf, bis zur Coburger Hütte. Oben angekommen hat man einen prächtigen Ausblick auf die umliegenden Bergketten und einen typischen Karsee: den Drachensee. Türkisschimmernd liegt er hinter der Hütte. Der Sage nach haust im See übrigens ein Drache, der ein versunkenes Dorf bewacht!

Wir suchen uns ein freies Plätzchen an der Hütte und futtern Kaiserschmarrn und Spinatknödel. Pro-Tipp: Maske und Bargeld nicht vergessen! Danach hängen wir eine Runde am See ab und halten die Füße rein. Wer ganz mutig ist und sich eine Runde schockfrosten möchte, kann natürlich auch reinhüpfen. Nach der ausgiebigen Pause geht's für uns zurück zur Ehrwalder Alm, geübte Kletter*innen können von der Hütte aus aber auch weiter zum Klettersteig Tajakante. Wieder bei der Almbahn angekommen, tanken wir noch ein wenig Abendsonne auf der Sonnenterrasse und bestellen uns einfach noch einen zweiten Kaiserschmarrn, man gönnt sich ja sonst nichts!

Wanderung Seebensee, Drachensee und Coburger Hütte | Ausgangspunkt der Tour: Parkplatz Talstation Ehrwalder Almbahnen | Von der Ehrwalderalm (1500m) bis zur Coburgerhütte (1917m): circa drei Stunden mit Pausen | Coburger Hütte | Mehr Infos

Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel
Roadsurfer Ausflugsvergnügen Campervan
© Ida Heinzel

Sonntag, 19 Uhr: Ein letztes Mal Alpenglühen und ab nach Hause

Zurück am Campervan genießen wir ein letztes Mal das Alpenglühen und fallen dann vollkommen erledigt ins Bett. Am nächsten Morgen lassen wir nur noch fix das Abwasser ab, packen ein und geben den Camper am Vormittag besenrein wieder bei Roadsurfer ab. Unser Fazit: Roadsurfer-Trips sind nicht nur in Zeiten von Corona ein Träumchen!

Mit dem kleinen Wohnmobil Roadhouse hat man wirklich alles dabei, was man für einen Ausflug braucht. Man ist wahnsinnig flexibel und kann auch vollkommen autark mitten in der Wildnis stehen. Wer also Bock auf eine kleine Wochenend-Auszeit ohne viel Stress, dafür aber mit viel Natur hat, ist mit den vollausgestatteten Campervans auf jeden Fall gut beraten! Außerdem ein super Tipp für alle, die nicht so Zelt-affin sind und auf ein bisschen Komfort beim Campen nicht verzichten möchten.

Roadsurfer | Ingolstädter Str. 172, 80939 München | Kosten: je nach Modell in der Nebensaison 75–99 Euro pro Nacht, in der Hauptsaison 99–129 Euro pro Nacht | Mehr Info

Wir wurden von Roadsurfer eingeladen, eine Testfahrt zu machen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung!

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