Nicht schön, aber geil: Wir lieben diese 11 leckeren, ehrlichen Läden um die Ecke

Wer kennt sie nicht? Diese Läden, die nahezu unbemerkt zwischen einem Nagelsalon und dem Wohnhaus eingequetscht werden. Die Ecklokalität an eurer U-Bahn-Station, die auch eine Apotheke sein könnte. Die aber keine Apotheke ist, sondern der Laden, der euch schon fünfhundertdrölf Mal einen Döner mit "wenig scharf" verkauft hat. Der Asiate, der genau weiß, dass es doch wieder die "62, mit viel Koriander" wird. Dessen Name ihr aber immer noch nicht kennt. Oft werden sie in Aufzählungen zwischen Türkitch und Chi Thu übergangen, dabei bedeuten sie leckeres Alltags(über)leben. Nicht schön, aber geil: Diese 11 ehrlichen Läden um die Ecke sind Wölfe im Schafspelz – sie haben besseres Essen als man von außen vermuten würde.

Schelli gönnt sich Pinsa und leckere Pho

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© Ca Go Pho Mit Namen begrüßt werden bei Ca Go Pho

Wie schaffen sie das, dass es immer so wirkt, als hätten sie nur auf uns gewartet? Wenn man das Ca Go Pho besucht, kennt Chefkoch Doan nicht nur deinen Namen und deine Bestellung, sondern auch deine aktuelle Stimmung. Wir wussten dagegen wieder nicht, welche Nummer das Curry hat und ob es jetzt "Ca Go" oder "Go Ca" heißt. Schande über unser Haupt. "Pho" ist allerdings klar,  denn Pho ist logischerweise der äußerst leckere Klassiker auf der Karte der Ca Go Familie. Ihr Motto "You don't need a silver fork to eat good food" gilt wirklich nicht nur für die Suppen. Es ist eigentlich alles gut, von den Fried Udon Nudeln bis hin zum Lemongrass Tofu mit Reis und Gemüse.

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© Dominik Schelzke Bei Morelli luftige, vegetarische Pinsa entdecken

Manchmal findet man sich in Straßen wieder, die schon immer da waren. Auch schon immer die zweite Parallelstraße zur eigenen dargestellt haben – und trotzdem ist man jedes Mal wieder erstaunt, hier zu sein. Da ist dann dieses kleine Lokal. War das letztes Jahr nicht noch ein Falafelladen? Das Morelli ist definitiv so eine Location, die in den letzten Jahren oft die Pächter*innen gewechselt hat. Was weniger an der jeweiligen Qualität, als an der Lage mitten im Giesinger Niemandsland zu tun hatte. Die Morelli La Pinsa Pizzeria bleibt aber hoffentlich, denn das Essen ist viel zu gut, als dass es sich die Wirtstraße erlauben könnte, sie gehen zu lassen. Hier gibt es die Klassiker, aber auch so leckere Kreationen wie Pinsa mit Ziegenkäse, Auberginen – und Heidelbeeren. Allein dafür lohnt sich ein Besuch!

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© Dominik Schelzke Ehrlichen Döner um die Ecke beim Tarim holen

Wir sind ja schon länger der Meinung, dass es (mindestens) drei Kategorien gibt, in denen man Dönerläden bemessen sollte. Lecker, ausgefallen – und ehrlich. Beim Tarim werdet ihr Halloumi oder Minze vergeblich suchen und das Fleisch ist sicherlich nicht vom Sternekoch. Aber er erfüllt, was er verspricht. Im besten Falle lecker, im schlechtesten Falle keine Magenvergiftung. Dafür hat er immer offen (in München?), ist immer zurückhaltend und freundlich. Und bietet manchmal auch Zucchinipuffer an, die sich im Mangel an Überreizung als sehr angenehm überraschend anfühlen.

Ida wandelt zwischen Antike und Bollywood

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Bollywood Store

© Miriam Worek Indische Zucchini im Bollywoodstore

Beim Betreten des Bollywood Stores wird man von Korianderduft und einem Lächeln des Besitzers Raul begrüßt. Besonders ins Auge sticht die große Auswahl an (mir) unbekanntem Gemüse, das Raul gerne näher erklärt. Zum Beispiel Okra Schoten, indische Zucchini oder lange Bohnen. Für alle Yogis oder Meditationsfans unter euch: ihr findet hier eine breite Auswahl an Räucherstäbchen, Gewürzen und Tees. Und all diejenigen, die sich einen Bollywood–Gedächtnisstore erwartet haben – keine Sorge, es gibt sogar ein paar DVDs. Dazu noch ein Ingwerbier und der indische Abend ist garantiert. Namaste!

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ionion

© Monroe Taylor Riesige Gyros-Pita bei Ionion essen

Vermutlich jeder TU-Student, der nicht Vegetarier ist, kennt Ionion. Seit vielen Jahren ist der kleine griechische Imbiss in der Augustenstraße die Anlaufstelle Nummer eins, wenn einen die Fleischeslust überkommt. Der Bestseller ist die Gyros-Pita, die immer großzügig belegt ist. Jeden Morgen kommt das Fleisch frisch auf die zwei Grillspieße und sobald die leer sind, gibt's auch keinen Nachschub mehr.

Briggi fühlt das Sandwich – als Banh Mi oder Kebap

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© Unsplash | Anna Sullivan Mit Banh Mi and Beer um die Theresienwiese tigern

Leise schlummert es am Anfang der Parkstraße und wird im Westend ziemlich schnell von all den anderen vietnamesischen Himmelspforten überthront: Das Banh Mi and Beers. Umso besser für jene, die direkt ums Eck wohnen und deshalb nie länger als zehn Minuten auf ihre köstlichen Leckereien warten müssen. Hier gibt es aber nicht nur ultra leckere vietnamesische Baguettes (Banh Mi), mit denen es sich bei Wind und Wetter um die Theresienwiese oder durch den Bavariapark tigern lässt, sondern auch Curry for days – also mindestens zwei, bei den Portionen. Wer nachmittags außerdem mehr als die übliche Ladung Koffein braucht: Vietnamesischer Kaffe to go und der Tag ist ein Gewinner!

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Döner

© Lauren Travis | Wikimedia Commons CC BY-SA 2.0 Ehrlicher Döner Teil zwei im einzigartigen Kebab Haus holen

Den Namen habt ihr vielleicht das ein oder andere Mal schon gehört – das Zufriedenheitsgefühl danach ist allerdings einzigartig. Im Kebab Haus könnt ihr euch wirklich (wie es eine Stammkundin zu sagen pflegt) "allen möglichen Schmarrn auf euren Döner hauen und es ist immer geil" – so nämlich. Wer hier vorbei schlendert, wird aber nicht nur mit fettig-fleischiger Liebe überschüttet, sondern findet sich auch schnell mal im Geplauder mit dem Besitzer wieder, nachdem die Jungs schon die dritte Ladung frisch gebackenes Dönerbrot in den Ofen schieben.

Lilli bestellt bei der Wunderheiler*innen, ansonsten das beste Pad Thai der Stadt

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Pad Thai

© Pixabay | sharonang Das beste Pad Thai der Stadt bei Krua Thai essen

Egal, wen man fragt: das beste Pad Thai der Stadt gibt's einfach bei Krua Thai am Hauptbahnhof. Der kleine Imbiss ist weder sonderlich schön, noch ist der Service besonders freundlich, aber das Essen lässt einen einfach immer und immer wieder gekommen – wir sagen nur Nummer 44 und 48 als Mittagsgerichte unseres Vertrauens. Der leckerste thailändische Laden der Stadt lockt auch viele Thais an, denn neben der Standardkarte gibt es auch eine thailändische, auf der ihr zwar nichts versteht, aber immerhin auf die Bilder zeigen könnt. Natürlich hat der Imbiss noch mehr zu bieten als nur ein super Gericht. Richtig lecker ist auch das Laab von der Ente, dem Schwein oder Huhn, der doppelt gebratene Schweinebauch oder der Papayasalat, aber Vorsicht: Scharf heißt hier wirklich scharf!

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Thai-Orchidee-Imbiss

© privat Medizin für die Seele vom Thai-Orchidee-Imbiss am Heimeranplatz

Seit ich mich erinnern kann, gab es immer, wenn ich krank war, gebratene Nudeln vom Thai-Imbiss am Heimeranplatz. Da konnten sich die Viren noch so festgesetzt haben, die warme Mahlzeit mit einer angemessenen (übertriebenen) Menge an Süß-Sauer-Soße hat ihnen allen den Garaus gemacht. Daher bin ich noch heute der festen Überzeugung, dass die Familie, die den kleinen Laden inklusive asiatischem Supermarkt betreibt, aus Wunderheiler*innen besteht. Meine gängige Bestellung lautet stets "Einmal die M10, ohne Fleisch, mit Tofu, bitte!" und einen Berg Glückskekse gibt's obendrauf. Ich würde quasi für jedes der Gerichte meine Hand ins Feuer legen – sie haben fast den selben Stellenwert für mich, wie Gerichte meiner Oma.

  • Thai-Orchidee-Imbiss
  • Heimeranplatz 5, 80339 München
  • Montag – Freitag: 11–19.30 Uhr, Samstag: 11–15 Uhr
  • Gebratene Eiernudeln mit Gemüse für 5,80 Euro, Glückskeks for free (wenn ihr nett seid)

Nina schaut zum Bäcker egal ob Butterbreze oder Pizza

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Bäckerei Huber

© Nina Vogl Ehrliche Brezen und süße Teilchen in der Bäckerei Huber

Ja, wir haben unser Brotherz an Julius Brantner verloren. Aber ganz ehrlich: Manchmal wollen wir auch ganz früh morgens Brot, oder montags, oder wir haben Lust auf Brezen und klebrige Nussschnecken – oder wir wollen uns nicht in der kilometerlangen Schlange in der Adalbertstraße anstellen. Dann (und auch zu anderen Gelegenheiten) wenden wir uns einfach dem Eck schräg gegenüber zu und treten durch die Ladentür der Bäckerei Huber, einem Familienbetrieb in vierter Generation. Die Backstube befindet sich im Keller direkt unter dem Ladengeschäft und als komplettes Kontrastprogramm beamen einen die Tischdecken in dem kleinen Café im Hinterzimmer, die goldgerahmten Meisterbriefe an der Wand und die Süßigkeitentheke direkt zurück in die 60er Jahre. Trends ließ die Bäckerei Huber schon immer gelassen an sich vorüberziehen. Hier bekommt ihr handgemachte Backwaren ohne großen Schnickschnack und, wie manch ein Stammkunde behauptet, die besten Butterbrezen!

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Pizza Karton

© Pixabay Die okayste Pizza der Stadt bei Serrano

In der Diskussion um die beste Pizza Münchens war ich schon des öfteren kurz davor Freundschaften zu kündigen oder zumindest einen kleinen Krieg anzuzetteln. Wenn es aber um die okayste Pizza der Stadt geht, dann spielt Serrano Pizza an der Ecke Barer- und Adalbertstraße in einer ganz eigenen Liga. Der Boden ist nicht sonderlich kross, die Herkunft des Belags am ehesten fragwürdig und ob das echter Käse ist? Keine Ahnung. Ist aber auch völlig egal, denn in den Momenten, in denen man eine 60x40cm Partypizza für 15,90 Euro bestellt, stellt man keine Fragen mehr. Dann herrscht Kater-Stille am WG-Tisch und die wortlose Übereinkunft darüber, dass man das schon ab und zu mal machen kann, aber lieber nicht mehr drüber redet. Wir lieben den Laden trotzdem, denn er versorgt die Nachbarschaft auch mit Chips, kalten Getränken und halbe Liter Bechern Ben&Jerry's. Zu den Burgern und Chicken Nuggets, die auch auf der Karte stehen, hüllen wir aber lieber den Mantel des Schweigens.

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