11 Bars und Clubs, in denen ihr dem Wiesn-Wahnsinn entkommt

Ganz München ist von der Wiesn besetzt. Ganz München? Nein! Ein paar von unbeugsamen Münchner*innen betriebene Bars und Clubs hören nicht auf, dem Oktoberfest-Wahnsinn Widerstand zu leisten. Denn unter dem Münchner Partyvolk sind es nicht wenige, die mit der Wiesn gar nichts anfangen können.

Zum Glück gibts da diese Bars und Clubs: Aus Erfahrung setzen einige auf eine klare No-Tracht-Policy, während andere zwar nicht ganz so streng sind, aber trotzdem klar machen, dass streitlustige, volltrunkene Oktoberfest-Überlebende keine gern gesehenen Gäste sind. Eine Win-Win-Situation für all jene, die zwar auf Wiesn-Vibes verzichten können, nicht aber auf gelungene Partynächte und die besten Orte dafür findet ihr hier!

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© Nina Vogl Dank der No-Tracht-Policy auf Nummer sicher gehen im Café Kosmos

"Ich schäme mich für die Wiesn", sagt Florian Schönhofer, der Besitzer vom Café Kosmos. Recht hat er. Und deshalb kommt zur Oktoberfest-Zeit und auch sonst immer niemand rein, der in Tracht oder auch nur teilweise in Tracht kommt. Das weiß mittlerweile die ganze Stadt. Das Café Kosmos ist dementsprechend der perfekte Laden, wenn man Gleichgesinnte treffen möchte. Die Geschichte dahinter ist übrigens folgende: Nachdem schon vor Jahren ziemlich betrunkene Wiesn-Besucher die Schaufenster von außen vollgepinkelt hatten, hängt nun an der kleinen Bar im Bahnhofsviertel zuverlässig jeden September ein Schild mit einer durchgestrichenen Lederhosen. Schön, wenn man sich auf manche Dinge so verlassen kann.
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© Ida Heinzel Ohne Trachtenalarm anstoßen im Cucurucu

Nicht einmal ein Kilometer Luftlinie trennen das Cucurucu von der Theresienwiese und trotzdem findet ihr hier eine oktoberfestfreie Oase. Nach ein paar Jahren negativer Wiesn-Erfahrung, hat das Team entschieden, Besucher mit Tracht an andere Bars und Clubs zu verweisen. Gleiches gilt natürlich für offensichtlich stark alkoholisierte Personen, die in zivil vor der Tür stehen. Heißt im Umkehrschluss: Wie an allen anderen Tagen im Jahr, könnt ihr entspannt Drinks trinken, mit handlichen 0,33l Bieren anstoßen und einer Musikauswahl weit weg von Schlager oder Blasmusik lauschen – an den Wochenenden auch immer wieder als live DJ-Sets.

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© Mitya Kolomiyets Wiesn-frei glücklich im wunderbaren Goldenen Reiter

Dass wir unser Herz immer wieder aufs Neue an den Goldenen Reiter verlieren, ist keine Neuigkeit. Egal, ob der Laden proppenvoll ist oder wir die Tanzfläche fast für uns alleine haben: Wir fühlen uns hier wohl. Wir fühlen uns hier sicher. Und das hat höchste Priorität für das gesamte Team. Die Erfahrung hat leider gezeigt, dass es während der Wiesnzeit häufiger als im restlichen Jahr zu körperlichen Übergriffen oder unangenehmen Situationen im Club gekommen ist. Daher hat der Goldene Reiter ein Statement veröffentlicht, in dem es die absolute No-Tracht-Policy erklärt. Finden wir absolut nachvollziehbar!

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Zur Gruam

© Zur Gruam In die Gruam flüchten

Es grenzt an ein Wunder, dass es so einen Ort wie die Gruam in München gibt. Irgendwo zwischen Stammgast-Boazn und Technoclub ist und bleibt der Laden Zufluchtsort für allerlei Nachtschwärmer*innen, die sich im sonstigen Münchner Club-Milieu nicht so richtig heimisch fühlen. Auch wenn der Laden eigentlich viel zu eng ist, getanzt wird trotzdem irgendwie und willkommen ist wirklich jede*r. Naja, fast. Während der Wiesn werden Tracht-Träger*innen und alle anderen – stark alkoholisierten – Oktoberfest-Besucher*innen (auch Stammgäste!)  freundlich darauf hingewiesen, sich eine der vielen After-Wiesn-Partys der Stadt anzuschließen. So urig-düster die Gruam auch scheint, friedliche Nächte und heitere Feiern bevorzugt das Team ohne Wiesn-Vibes.

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Harry Klein Club

© Harry Klein Keine Tracht, aber viel Bass im Harry Klein

“Bitte lass’ die Tracht zuhaus’, die sieht im Club nicht sexy aus.” Unter diesem Motto kommuniziert das Harry Klein seine Entscheidung, Menschen in Tracht an der Clubtür abzuweisen. Der Club steht nicht nur seit bald 20 Jahren für basslastige Technopartys, sondern auch für unermüdliches Engagement rund um die Münchner Clubkultur. Seit 12 Jahren liegt das Harry Klein in der "Ausflugsschneise" der Theresienwiese. Genug Zeit, um Erfahrungen mit Wiesngästen zu sammeln und diese auszuwerten. Das Ergebnis: Party ja. Tracht nein. Denn wer ehrlich Lust auf echte Technobässe hat, der findet auch die Zeit sich umzuziehen. Ansonsten gibt es genügend Möglichkeiten, sich von der umliegenden "Feierbanane" entlang der Sonnenstraße verschlucken zu lassen.

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Wiesn

© S-A-U-N-A Feiern ohne Wiesn-Wahnsinn in der Sauna

Nach der Wiesn in die Sauna? Egal, ob man damit den Besuch im Schwitzbad oder doch den Club in der Marsstraße meint. In beiden Fällen keine optimale Kombination. Wer noch im Wiesnzelt-Modus ist und gerne Angels grölen würde, hat ihr ohnehin keinen Spaß. Zwar herrscht kein absolutes Trachtenverbot wie im benachbarten Café Kosmos, aber an der Tür wird im Zweifel doppelt hingeschaut, in welchem Zustand sich die potentiellen Gäste so befinden. Im Zweifel löst man mit Plastik-Lederhose und alkoholbedingten Sprachschwierigkeiten aber kein Ticket.

7
Komitee Shakshuka

© Komitee Willi Sour, Fusion Tacos & lustige Stamperl auf der Komitee Terrasse

Eine unserer liebsten Terrassen der Stadt ist definitiv die vom Komitee! Die Bar unseres Vertrauens versorgt uns nicht nur meisterlich mit Drinks, sondern auch mit feinem Barfood: Die Bar in der Gabelsbergerstraße kredenzt eine komplett vegetarische Speiseauswahl. Es gibt zum Beispiel herrliches Shakshuka mit Wildreis, Salsa Verde und Pinienkernen! Wir haben uns außerdem durch die Fusion Tacos mit Naanbrot probiert. Unser einstimmiger Favorit ist Crispy Tofu mit Erdnusssoße! Auf der Karte stehen außerdem Deep Fried Oreos. Und statt dem klassischen Espresso nach dem Essen, gönnen wir uns lieber Liquid Cocaines  – ist ja immer noch eine Bar! Wer es ein bisschen bunter mag, bestellt Melonenvodka oder das Bum-Bum-Stamperl, das irgendwie Kindheitserinnerungen weckt.

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© Corleone Im Corleone abseits der Hochglanz-Bars trinken und tanzen

Die, die's wissen, wissen's. Also, dass das Corleone eine echte Oase, geradezu eine Institution ist, wenn es um ehrliche Bar- und Clubkultur in München geht. Aufpolierte Hochglanz-Bars gibt es in dieser Stadt genug und so ist das Corleone weniger der Kollege im Business-Outfit als mehr der Spezl in ausgetretenen Sneakern, der aber immer die besten Platten im Gepäck hat. Reinstolpern geht immer, rausstolpern auch, denn Eintritt haben wir hier noch nie bezahlt. Poliert ist hier wirklich gar nichts, dafür sind die Visuals stark und die Musik irgendwo zwischen Hip Hop, Elektro, Dancehall oder worauf die DJs eben gerade Lust haben. Sympathiepunkt gibt's außerdem für faire Preise und dafür, dass während der Wiesn große Trachtengruppen eher nicht reinkommen.

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© Lilli Wermuth Das Tanzbein schwingen im Bahnwärter Thiel

Der Bahnwärter ist und bleibt einfach einer der besten Schuppen Münchens. Freitags und samstags bekommt ihr jede Woche besten Techno im Container-Club und im U-Bahn Waggon daneben auf die Ohren. Nicht nur tanztechnisch ist das Gelände neben den stillgelegten Bahngleisen im Schlachthofviertel immer eine gute Anlaufstelle. Oft gibt es am Wochenende schon mittags Open Air Events und unter der Woche abends Live-Musik, Stand-Up Comedy, Jazz-Sessions und vieles mehr. Man fühlt sich immer ein bisschen wie auf einem Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Je nach Lust und Laune kann man am Lagerfeuer sitzen, bei einem Halt in der U-Bahn auf den Bänken tanzen oder sich in eine Schaukel schwingen.

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Radio 80000 Charlie

© Manuel Kim Jeden Samstag elektronisch tanzen im Charlie

Ganz am Anfang war das Charlie ja "nur" ein Restaurant mit sehr leckerer vietnamesischer Küche. Nicht lang nach der Eröffnung 2010, gesellte sich aber die Bar im Keller dazu. Das Restaurant heißt mittlerweile zwar Obalski, im Keller wird aber bis heute fleißig gefeiert. Zwar immer nur samstags, aber dafür ist das Charlie immer eine sichere Anlaufstelle, wenn ihr Lust auf elektronische Musik in der "happiest bar in town" habt.

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© Wolfgang Tillmans Im Unter Deck tanzen und Bier sippen

Das Unter Deck ist für uns mehr, als eine schummrige Bar mit Fassbier und hängenden Lampenschirme. Es ist unsere Wohnzimmer, wenn wir nach einem Bier zu viel spontan doch noch ein bisschen durch die Nacht tanzen wollen. Der Ort, an dem wir auf den durchgesessenen Ledersofas knutschend unseren letzten Wodka Soda schlürfen, an der Bar neue Bekanntschaften schließen und die Nacht mal wieder ein bisschen länger machen als geplant.

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