11 Tipps für nachhaltiges & umweltbewusstes Bergvergnügen

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Eine schlaue Autorin hat mal Folgendes über das Münchner Umland geschrieben: "Es ist wie ein Fitnessstudio-Vertrag. Es reicht schon das Gefühl, dass man die Möglichkeit hätte und man fühlt sich besser." Und so reden wir allzu gerne von unserer Bergliebe und am Ende können wir unsere jährlichen Besuche dann doch an einer Hand abzählen. Durch die Pandemie hat sich das für viele geändert und die Frequenz der Bergausflüge ist gestiegen. Definitiv gut für jede*n Einzelne*n, aber nicht immer gut für Berg, Tier und Natur.

Daher wollen wir unsere Zeit nicht nur für den hundertelften Marsch auf den Jochberg nutzen, sondern euch ein paar Tipps geben, wie ihr die Bergwelt genießen, aber trotzdem möglichst umweltbewusst unterwegs sein könnt – egal, zu welcher Jahreszeit. Sei es mit der richtigen Anreise, der perfekten Brotzeit oder recycelter Outdoor-Mode von PYUA: Wir halten es mit dem Motto "Obacht geben!", unter dem sich auch der Alpenverein München & Oberland für sicheren und naturverträglichen Bergsport einsetzt.

1. Simpel, aber effektiv: Mit den Öffentlichen anreisen

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Es klingt immer wieder verlockend, einfach ins Auto zu springen und jederzeit spontan in die Berge zu düsen. Dabei haben wir die typischen Zug-Klischees im Hinterkopf: Fährt nicht, teuer, verspätet. Stimmt vielleicht manchmal, aber wer mit Freund*innen unterwegs ist, kommt dank Gruppenticket super günstig weg. Im Sommer fährt der Münchner Bergbus auch entlegenere Ziele an und im Winter gibt es Kombitickets für Zug und Bergbahnen. Solltet ihr beim nächsten Bergausflug also mal wieder im Stau stehen, empfehlen wir euch (oder besser gesagt dem oder der Beifahrer*in) die Lektüre folgender Artikel zum Thema "Ausflüge mit den Öffentlichen":

2. Müll mitnehmen...

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Man könnte meinen, es sei selbstverständlich, doch irgendwie landen Kaugummipapiere, Zigarettenstummel und Plastikverpackungen dann doch auf wundersame Weise in der Natur. Die erste Regel daher: Alles, was ihr auf den Berg schleppt, könnt ihr auch wieder mit hinunter nehmen. Daher solltet ihr immer einen kleinen Müllbeutel im Gepäck haben, in dem ihr all eure Überbleibsel wieder nach unten transportieren könnt. Also wirklich alles, denn selbst Apfelreste oder Mandarinenschalen solltet ihr nicht am Berg zurücklassen. Gleiches gilt für die Pipipause, Toilettenpapier und Taschentücher gehören nicht in den Wald. Unser Tipp: Ein verschließbarer Gefrierbeutel!

3. ...oder gleich vermeiden

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Und damit der Müll gar nicht erst entsteht: Trinkflaschen aus Edelstahl könnt ihr zuhause und unterwegs im Bergbach auffüllen, in der Brotzeitbox transportiert ihr eure liebsten Snacks und rauchen tut der Bergauf-Fitness ohnehin nicht gut.

4. Material leihen statt kaufen

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Wanderschuhe, Snowboard, Regenjacke, Skihose, Rucksack, Funktionswäsche, Helm, Schneeschuhe, Stöcke, Lawinenausrüstung – die Liste der Dinge, die man für Bergtouren braucht, ist lang. Daher: Bevor es losgeht am besten abchecken, was ihr wirklich braucht und ob ihr es nicht leihen statt kaufen könnt. Eine super Anlaufstelle für jegliches Bergequipment und Know How ist natürlich der Deutsche Alpenverein. Die Sektion München und Oberland hat gleich drei Servicestelle in und um München, in der ihr vom Bergschuh bis zum Klettersteig-Set wirklich alles leihen könnt – passend dazu gibt es sogar thematische Packlisten.

Aber nicht nur Equipment, sondern auch Funktionskleidung kann man leihen. Dafür hat die Outdoormarke PYUA ein neues Angebot am Start. Egal, ob tageweise oder für die ganze Saison: Mit PYUA Rental könnt ihr das optimale Outdoor-Outfit einfach unkompliziert mieten. So müsst ihr keine neue Kleidung kaufen, die die meiste Zeit im Schrank hängt und könnt gleichzeitig eine Marke unterstützen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit legt.

5. Wenn kaufen: Second Hand oder recycelte Produkte bevorzugen

© PYUA

Mieten ist nicht euer Ding oder ihr wollt euer Equipment immer parat haben? Dann lohnt sich vielleicht der Second Hand-Kauf. Wo ihr gebrauchte Bergausrüstung findet? Zum Beispiel auf Kleinanzeigen, in bestimmten Facebook-Gruppen (Snowboard/Skiflohmarkt, Munich Mountain Girls Flohmarkt, etc.) oder beim Alpinflohmarkt des DAV, der jährlich stattfindet. Nur Obacht: Bestimmtes Kletter-Equipment aus Sicherheitsgründen immer lieber neu kaufen.

Falls der Second Hand-Markt nichts hergibt, empfehlen wir beim Kauf von Outdoor-Kleidung besonders genau hinzuschauen. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, der wird vielleicht auch beim Neukauf bei PYUA fündig. Die Münchner Brand hat sich das Thema "Circularity" auf die Fahnen geschrieben und produziert Kleidung aus recycelten Materialien und unter fairen Bedingungen. Bei der Entwicklung ihrer Produkte achtet das Team darauf, dass am Ende aus einer Jacke wieder eine neue Jacke werden kann.

6. Nicht abseits der Pfade unterwegs sein

© Alpenverein München und Oberland

Jaja, wir wollen alle tolle Abenteuer erleben, "off the beaten paths" unterwegs sein und noch dieses eine tolle Foto von da hinten machen. Allerdings machen sich Alpenvereine, Gemeinden, Naturschützer*innen und Co. nicht einfach so die Mühe, Wanderwege zu markieren und Schutzgebiete auszuweisen. Die bayerische Bergwelt ist und bleibt Natur, die es zu schützen gilt. Im Winter sind viele Tiere wie Schneehühner unter der Schneedecke unterwegs und gefährdet, wenn abenteuerlustige Skifahrer*innen und Snowboarder*innen die Schutzgebiete nicht respektieren.

7. Dämmerung und Nachtstunden meiden

Schachenberg
© Bernhard Ziegler

Um die Tierwelt in den Alpen zu respektieren ist es nicht nur wichtig, auf Wanderwegen zu bleiben und Schutzgebiete zu meiden, sondern die Touren auch in Sachen Tageszeit vorausschauend zu planen. Vor allem in der Dämmerung und in den Nachtstunden brauchen viele Tiere ihre Ruhe und auch wenn die Sonnenaufgangstour besonders verlockend klingt: Ihr tut der Tierwelt einen großen Gefallen, wenn ihr tagsüber unterwegs seid.

8. Mit Profis unterwegs sein

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Einfach drauflos stapfen und den Schildern folgen? Wenn es um eine einfache Wanderung geht, ist das schon möglich. Doch wenn es um aufwändigere Bergabenteuer wie Skitouren, Schneeschuhwanderungen oder Mountainbike-Erlebnisse geht, dann lohnt sich als Einsteiger definitiv eine geführte Tour oder der entsprechende Kurs. Die Berge sind und bleiben anspruchsvolles Terrain und ein*e ausgebildete*r Bergführer*in begleitet euch nicht nur, sondern kann euch auch wichtige Basics – von der richtigen Wandertechnik, über Tourenplanung bis zu Lawinenkunde – beibringen. Am besten informiert ihr euch in den örtlichen Ski- und Bergschulen oder schaut ins Touren- und Kursprogramm des DAV München & Oberland.

9. Mit Obacht schlemmen

© bayern.by | Gert Krautbauer

Brotzeit ist die schönste Zeit und so eine Hütteneinkehr ist zu jeder Jahreszeit etwas Feines. Egal, ob ihr die eigen Brotzeit mitbringt oder lieber auf ein Hüttenessen setzt: Achtet beim Einkauf und der Bestellung auf Regionalität! Viele Produkte wie Käse, Wurst oder Obst könnt ihr in lokalen Läden oder auf Märkten vor Ort kaufen und bei der Tourenplanung könnt ihr euch schlau machen, ob die jeweiligen Hütten Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität setzen. Bei Hütten des Deutschen Alpenvereins könnt ihr nach der Auszeichnung "So schmecken die Berge" Ausschau halten. Hier kommen hauptsächlich regionale Speisen und Getränke auf den Tisch. Der Großteil der Produkte stammt aus einem Umkreis von 50 Kilometern – und möglichst aus ökologischer Berglandwirtschaft.

10. Weise wählen bei der Unterkunft

Bühelwirt
© Bühelwirt

Als Münchner*innen sind wir verwöhnt mit den perfekten Voraussetzungen für Tagesausflüge. Wir können einfach losdüsen und in einer guten Stunde sind wir in den Bergen. Tatsächlich ist es aber nachhaltiger, länger zu bleiben, anstatt viele Tagestrips zu unternehmen – allein schon wegen der Anreise. Wer einen ordentlichen Bergurlaub plant, der kann sich zum Beispiel bei den Alpine Pearls umschauen. Hier haben sich 19 Orte in den Alpen zusammengeschlossen, um sanften Tourismus zu fördern. Dabei geht es um autofreien Urlaub, Tipps für nachhaltige Unterkünfte und bewusste, stressfreie und nachhaltige Erholung in den Bergen. Noch ein paar konkrete Tipps für nachhaltige Übernachtungsmöglichkeiten im Süden Deutschlands gibt es bei unseren Kolleg*innen vom Reisevergnügen!

11. Euer Bergwissen regelmäßig auffrischen

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Ihr müsst nicht gleich eine mehrjährige Bergführer*innen-Ausbildung hinter euch bringen, aber ein gewisses Know-How sollte für jegliche Bergabenteuer vorhanden sein. Denn je besser man sich auskennt, desto eher ist man auch naturverträglich unterwegs – sei es bei Skitouren, Schneeschuhwandern, dem Rodelausflug oder doch bei der Gletscherüberquerung. Und weil die Devise nicht nur learning by doing ist, empfehlen wir euch zum Beispiel das umfangreiche Kursprogramm des Deutschen Alpenvereins und zur Auffrischung die vielfältigen Lehrvideos des Österreichischen Alpenvereins auf YouTube.

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