11 ziemlich gute Brezen in München

Eine Breze ist nicht nur ein wohlgeformtes Stück Laugengebäck, sondern eine Lebenseinstellung und es gibt vermutlich nieman, der  Brezen nicht mag. So richtig bewusst wird einem die Münchner Backkunst erst, wenn man aus dem Urlaub kommt und noch am Flughafen in eine ofenwarme Breze beißt. Herrlich. Da ist es auch wurscht, dass die Brezel eigentlich aus Baden-Württemberg kommt. Und die können ja bekanntlich alles außer Hochdeutsch.

Der Bayer himself isst seine Breze gern zum Frühstück, zur Weißwurst, als Snack, im Biergarten, zur Brotzeit oder auch einfach  mal zwischendurch. Wie man's dreht und wendet – die Breze, Brezen oder Brezn gehört zu München wie der Didi zu seinem Obststandl. Kein Wunder, dass so schnell mal 324 Brezn pro Jahr (und pro Kopf) verputzt werden. Wir haben probiert und getestet und zeigen euch 11 Bäckereien, bei denen es ziemlich gute Brezen gibt.

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Breze

© Bäckerei Alof Brezen essen in der Bäckerei Alof

Wenn man morgens die Hans-Sachs-Straße entlang läuft, strömt einem schon auf halbem Weg der Duft von frischgebackenem Brot entgegen. Das urgemütliche Alof kann aber nicht nur Brot, sondern auch ziemlich leckere Brezen. Beim Öffnen der Türe erklingt ein kleines Glöcklein und ein Duft aus frisch gebrühtem Kaffee, zimtigen Franzbrötchen und Rührei macht sich breit. Spätestens jetzt hat man die Qual der Wahl. An der holzvertäfelten Theke begrüßt mich Lissi mit einem herzerfrischenden „Griaß di“ und ich schwanke für einen kurzen Moment zwischen der klassischen Breze und der Butterbreze. Ich lege 50 Cent auf den Tresen und halte eine noch lauwarme Breze in der Hand. Die Farbe ist toll. Die Ärmchen sind zart kross. Die Kurste resch, das Innenleben herrlich teigig und der Duft erst. Nicht zu viel und nicht zu wenig Salz. Ich bin happy.

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Breze

© Nina Vogl Karnoll's am Viktualienmarkt

Der kleine Stand am Viktualienmarkt unweit der Frauenstraße rühmt sich damit, die besten Brezen der Stadt zu haben. Und tatsächlich kann sich diese Breze sehen lassen. Rein optisch kommt sie etwas glanzlos daher, doch der Geschmack überzeugt. Bricht man die Breze auseinander, verströmt ein feiner Geruch von frischer Hefe. Etwas (zu viel) Salz und eine perfekte Mischung aus teigig und kross. So müssen Brezen. Das Standl ist übrigens seit Jahren für seine Frühstücksrunde bekannt. Ich treffe eine ältere Dame, die hier jeden Morgen in aller Ruhe ihren Filterkaffee trinkt – „der ist so schön günstig hier“.

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Brezen

© Pexels Die berühmten Piller-Brezen snacken in der Bäckerei Piller

Die Piller-Brezen sind weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt. Genauer gesagt bis ins Hofbräuhaus in Chicago. Auch Trump steht auf Pretzels. Zur Wiesn ist es für viele Münchner ein Ritual, die erste Mass mit einer original Piller-Brezen zu genießen. Das kommt nicht von ungefähr, denn seit 1972 backt Oswald Piller schon für die Ochsenbraterei, das Augustinerzelt, die Bräurosl, den Marstall, Käfers Wiesnschänke sowie das Museumszelt auf der Oidn Wiesn. Zudem für zahlreiche Brotfrauen, die an den Eingängen ihre Brezen verkaufen. Man munkelt nicht umsonst, dies seien die weltbesten Brezen. Sie haben eine tolle Farbe mit leichtem Glanz. Der Bauch weist den typischen Riss auf, beim Abbeißen knackt es herrlich und im Inneren kommt ein feiner, hefiger Geschmack zum Vorschein. Ziemlich gute Breze.

Fun Fact: Oswald Piller hat eine Brezen-Schlingmaschine erfunden. Damit kann er 2800 Brezen pro Stunde schlingen. Darauf hat er sogar ein Patent und ist ziemlich stolz. Zu Recht.

  • Bäckerei Piller
  • Gaußstraße 28, 85757 Karlsfeld
  • Montag – Samstag: 7.00–13.00 Uhr, Dienstag – Freitag: 16.00–18.00 Uhr Sonn- und Feiertage: 7.00–11.00 Uhr
  • Breze: 60 Cent, Wiesn-Breze: 2,20 Euro
  • Mehr Info
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Breze

© Julia Heinz Echtes Handwerk in der Brotmanufaktur Schmidt

Bei dem Wort Manufaktur kommt einem sofort echtes Handwerk in den Sinn. Bärtige Bäckermeister, die die Teiglinge liebevoll von Hand schlingen und junge Gesellen, die sich die Finger am heißen Backblech verbrennen. In der Tat wird in den zehn Filialen des traditionsreichen Familienunternehmens das Backhandwerk groß geschrieben. Schon Karl Valentin aß hier gerne sein Brot. Unter dem Namen Bäckerliesl verkauft die 80-jährige Elisabeth schon seit immer frische Backwaren am Viktualienmarkt. Was viele nicht wissen: Der Stand gehört zur Brotmanufaktur. Das Rezept für die Brezen ist ein altes Familienrezept von Großtante Maria Schmidt und kommt gänzlich ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe aus. Und genauso schmeckt die Breze auch. Herrlich urig, kauig und resch. Die Dame vor mir am Standl sagt „die Brezen sind eine Sensation“.

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Chocolatte breze

© Chocolatte Konditorei & Bäckerei Chocolatte Bäckerei & Konditorei

Das Chocolatte ist eine dieser Bäckereien, in denen es so herrlich nach Bäcker riecht und allerlei Backwaren gibt, denen man die Handarbeit des Bäckers ansieht. Hier gibt es nicht unnötig viel Auswahl, dafür werden alle Produkte vom Chef selbst hergestellt. Man sieht, dass es keine Industrieware ist und vor allem schmeckt man das auch. Hier gibt es die perfekten Brezen – mal sind sie krumm, mal dick, mal resch und mal klein – auf jeden Fall immer lecker. Manchmal gibt's sogar eine geschenkt, mit dem Hinweis „Die sind heute so klein, da kriegen's zwei“.  Am Wochenende etwas Zeit mitbringen, da es oft lange Schlangen bis auf die Straße gibt. Lecker!

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Hofpfisterei Breze

© Anja Schauberger Hofpfisterei

Die Pfister-Brezen, wie sie liebvoll genannt werden, beweisen wieder einmal mehr wie lecker Öko eigentlich schmeckt. Insbesondere Liebhaber der kräftigen Kruste kommen hier voll auf ihre Kosten. Rein optisch sind die Brezen eher dunkel und matt, was an der Lauge liegt – dem Geschmack aber keinen Abbruch tut. Die Krume ist manchmal etwas spröde, dafür hat diese Breze die perfekte Salzmenge. Außerdem kann man den Obatzda in den Filialen gleich dazu kaufen und seine Breze den cremigen Käse tauchen #brotzeitatitsbest. Zusatz Info: In der Happy-Hour, also in der letzten Verkaufsstunde, kostet die Breze übrigens nur 46 Cent. Cheers!

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Breze

© Bäckerei Gattinger Traditionelle Backkunst bei der Bäckerei Gattinger

Die Bäckerei Gattinger, besser bekannt auch als der Breznsepp von der Wiesn, steht für traditionelle und handwerkliche Backkunst und das bereits in dritter Generation. Gebacken wird in der Backstube im Herzen Münchens wie zu Großmutters Zeiten. Qualität und Frische, die man schmeckt. Gleichmäßige Farbe, feinporige Krume und einen zarten Biss, zu dem die krossen Ärmchen einen tollen Kontrast bilden. Die handgemachten Brezen spielen ganz oben mit. Unbedingt probieren.

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© Harald's Brotladen Selbstgebackenes Brot und beste Croissants bei Harald's Brotladen

Der kleine Laden im Herzen von Untergiesing backt sein Brot selbst. Von außen eher unscheinbar, innen sehr klein – aber es gibt alles was man sich von einer gscheiden Bäckerei wünscht. Buttercroissants, leckere Semmeln, Bagels und für mittags immer was Belegtes. Aber nun zu dem Star hinter der Theke. Die Brezen sind hier ziemlich gut. Sogar so gut, dass sich so manch Schwabinger in die Winterstraße verirrt. Übrigens schenkt man sich bei Harald den Filterkaffee selbst sein. Wäre der Laden im Glockenbach, wäre er garantiert ein Hype.

  • Harald's Brotladen Untergiesing
  • Winterstraße 15, 81543 München
  • Montag – Freitag: 06.00–17.30 Uhr, Samstag: 06.30–12.30 Uhr, Sonntag: 07.00–12.00 Uhr
  • Breze: 55 Cent, 3 Brezen: 1,50 Euro, 5 Brezen: 2,40 Euro
  • Mehr Info
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Breze

© Julia Heinz Schnittlauch- und Leberkäs-Brezen bei Brezelina

„Liebevoll für dich gemacht“ ist das Motto dieses wahrgeworden Brezen-Himmels. Allein der Duft der stets frischgebackenen Brezen öffnet jedes (Himmels-) Tor. Hier bekommt man des Bayern liebstes Gebäck nicht nur pur oder mit Butter, sondern in sage und schreibe zehn (!) verschiedenen Varianten. Mit Leberkäse oder herzhaftem Emmentaler belegt, die Radieserl-Breze, oder die Schnittlauch-Breze, die übrigens nirgends so gut schmeckt wie hier. Die klassische Breze duftet herrlich nach Hefe und ist wunderbar teigig. So kann man sie getrost auch noch am nächsten Morgen genießen, sollte man sie mal im Turnbeutel vergessen. Mit einem Lächeln über die Theke gereicht und in der eigens kreierten Tüte mit den süßen Pünktchen ist die Breze selbst kurz vor Ladenschluss immer warm und frisch. Herrlich! Mein Tipp: Unbedingt die Honig-Senf-Breze probieren.

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Breze

© Nina Vogl Rischart

Wenn es um des Bayern liebstes Gebäck geht, darf der Rischart natürlich nicht fehlen. Weiß. Blau. Eh klar. Und überhaupt. Tradition ist hier nicht nur eine Floskel. Gebacken wird nach einem Münchner Original Rezept – mit viel Liebe und einer guten Portion Erfahrung. Eine gute Breze darf nicht teigig sein, verrät mir Martina sondern schön resch. Salz gehört unbedingt dazu – nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Rischart-Breze kennt die Worte Tiefkühl und Aufback nur vom Hörensagen. Täglich wird siebenmal in der Backstube in der Buttermelcherstraße gebacken und noch warm in die Filialen ausgeliefert. Die Brezen kann man sich übrigens per Deliveroo liefern lassen. #cool

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Breze

© Julia Heinz Kastanienbraune Brezen schlemmen in der Bäckerei Zöttl

Die Zöttl Breze hat eine lange Familientradition. Gebacken wird heute wie auch damals in der Backstube in Sendling. Täglich ab 2 Uhr in der Früh werden Teiglinge geknetet und Brezen geschlungen. „Jede ein bisschen anders, aber alle handgemacht und in bester Zöttl-Qualität“, erzählt mir Enrico. Die kastanienbraune Breze mit ausgeprägter Krustenrösche und geschlossenem Bauch kommt optisch eher matt daher, hat aber ein sagenhaftes Innenleben. Nicht zu teigig, nicht zu kross und selbst an den sonst eher dünnen Ärmchen hat man hier ordentlich was zum Kauen. Eine wunderbare Breze mit nicht zu viel Salz. Handwerk, das nach mehr schmeckt.

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