11 Orte, an denen München sich anfühlt wie Italien

Zugegeben: Den Spruch, München sei die nördlichste Stadt Italiens, kann kaum einer mehr hören; es ist alleine schon geographischer Quatsch und typisch-italienische Handgestik, hupende Vespas und Nonnas, die mit Lockenwicklern vorm Haus sitzen, sucht man hier vergebens. Trotzdem: In Münchens Architektur stecken viele italienische Einflüsse und auch so manche Vertreter des gelobten Landes von Pizza, Pasta und Amore haben sich hier niedergelassen – 11 super Adressen fürs Bella-Italia-Gefühl mitten in München.

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Mittagessen

© Bar Centrale Caffé trinken in der Bar Centrale

Wer die von außen unscheinbare Bar Centrale in der Ledererstraße betritt, wird lächelnd mit „ciao ragazze“ begrüßt, kippt traditionell den caffé am Tresen oder isst super leckere Pasta gefolgt von dem vielleicht besten Tiramisu der Stadt. Die Bar Centrale versprüht so viel authentisches Italienflair, dass man nach dem Aperol Spritz glücklich aus der Tür tritt und überrascht darüber ist, gar nicht im Urlaub gewesen zu sein. Das Hinterzimmer ist in 60er-Jahre-Charme gehüll und am Tresen ist es so wuselig wie in jeder italienischen Bar. Mieten kann man den Laden übrigens auch!

2

© Shutterstock Endlich Italienisch lernen im Istituto Italiano di Cultura

Wer sprachlich über das Bestellen des Limoncello im Italienurlaub hinauskommen möchte, dem sei zu einem Sprachkurs geraten. In München kann man sogar ziemlich lässig sagen, dass man dafür auf dem Weg ins „Istituto Italiano di Cultura“ sei – geht runter wie geschmolzene Salbeibutter auf Gnocchi. Das Institut hat nicht nur Sprachkurse im Angebot, die von Muttersprachlern unterrichtet werden und die man zweimal jährlich mit Prüfung abschließen kann, sondern bietet auch eine Bibliothek randvoll gefüllt mit italienischen Zeitschriften und Büchern.

3

© Anika Landsteiner Italienischen Wein trinken im VON&ZU

Ein Café in einer Weinhandlung: Auf den ersten Blick werden für die Genießer unter uns alle Träume wahr. An warmen Tagen lässt es sich draußen total gemütlich auf der Badewannencouch sitzen. Da schmeckt der Espresso aus der 70 Jahre alten La San Marco-Maschine gleich viel besser. Zum Abend hin ein eiskalter Weißwein aus der Toskana, der perfekt zur leckeren Käseplatte mit Feigensenf und frischem Weißbrot passt. Um die Dekadenz feierlich abzurunden, vielleicht noch ein bisschen feinster Parmaschinken obendrauf? Die Atmosphäre ist lässig, die Gäste unterschiedlich, und die vielen Antiquitäten, die Betreiber von Schirnding sammelt, runden das alles wunderbar ab – salute!

4

© Shutterstock Gondelfahren auf dem Nymphenburger Kanal

Warum nicht mal durch die Parkanlage des Nymphenburger Schlosses spazieren gehen als die immer gleichen Wege im Viertel ablaufen? Mit geschichtlichem Wissen kann man dann auch noch gut glänzen, denn wir verraten euch was: Der italienische Beiname des Schlossparks lautet „Borgo della ninfe“, er kam im 19. Jahrhundert auf. Die Anlage wurde nach Art italienischer Landvillen konzipiert, Vorbild war ein Jagdschloss aus dem wunderschönen Piemont, einer Region im Nordwesten Italiens. Auf dem ganzen Gelände gibt es Kopien italienischer Statuen und die Eingangsfassade der Magdalenenklause spielt auf italienische Ruinen an – aber genug Geschichtsunterricht. Übrigens: Im Sommer werden bei schönem Wetter Gondelfahrten auf dem Mittelkanal angeboten; Klein-Venedig lässt grüßen.

5

© Anja Schauberger Familiär speisen in den besten Trattorien

Trattorien sind familiär geführte Gaststätten, in die man im Italienurlaub nach mehreren verwinkelten Gassen zufällig stolpert und den Abend seines Lebens hat. Solche tollen Restaurants gibt es auch in München, drei sind besonders ans Herz gelegt: Die La Fattoria in der Au, wo trotz der kleinen Karte die Auswahl schwer fällt und man nur Flaschenweine bestellen kann, die vom Besitzer persönlich zum Essen ausgesucht werden. Teuer wird es trotzdem nicht. Auf der anderen Seite der Isar, im Dreimühlenviertel, findet sich das kleine Quattro Tavoli, das wirklich einen Besuch wert ist. Die Kellner sind extrem freundlich und aufmerksam, auf eine Karte wird verzichtet, stattdessen werden die Tagesgerichte am Tisch vorgetragen. Samstags spielt hier beim „Aperitivo Italiano“ ab 18 Uhr sogar ein DJ. Und ein Geheimtipp aus Neuhausen: Die Trattoria Anni 60 in der Blutenburgstraße, mit ihrer unaufgeregten Gaststätteneinrichtung. Viel Frisches aus dem Meer landet hier auf den Tellern, Orecchiette, die apulische Nudelsorte, gibt es ebenfalls. Es wird gerne auch mal ein Gericht kreiert, das nicht auf der Karte steht.

6
Scoo Me

© Scoo Me Auf der Vespa durch die Stadt cruisen*

Mal abgesehen von der Geschmacksexplosion eines guten, italienischen Essens – was gehört ebenfalls dazu, um das Urlaubsfeeling perfekt zu machen? Genau, der Wind in den Haaren, wenn man auf einer Vespa um die Piazza düst. Wem der Kauf zu teuer ist, der kann sich auch einfach mal einen Roller mieten – das geht problemlos mit der App von scoo.me und funktioniert ähnlich wie gängige Carsharing-Dienste. Einfach anmelden (kostenpflichtig) und losfahren: Die erste halbe Stunde kostet 3,60 Euro, Studenten zahlen allerdings nur 2,40 Euro. Ab einer halben Stunde kostet jede weitere Minute 0,18 Euro. Die beste Strecke: Durch’s Lehel, an der Isar entlang, oder ohne Umwege zur nächsten Eisdiele.

*Dieser Tipp wurde von Scoo Me gesponsert.

7

© Städtische Galerie im Lenbachhaus München Siesta machen im Innenhof des Lenbachhauses

Sonntagsklassiker: Im Lenbachhaus Kunst gucken und danach noch für Kaffee & Kuchen ins dazugehörige Ella einkehren. Wer jedoch die Luisenstraße in Richtung Königsplatz entlangläuft, kommt an dem wunderschönen Garten der Villa Franz von Lenbachs vorbei, die sich für einen Abstecher lohnt – da sitzen meist völlig entspannte Menschen am Brunnen oder auf den Bänken, lesen Zeitung und trinken Kaffee. Der tolle Garten ist an die italienische Renaissance angelehnt, die Prachtvilla eh schon bezaubernd. Einfach durchs Atrium des Museums gehen, rein in den Garten, Buch aufschlagen und genießen – denn wer hat die Siesta am besten drauf? Eben.

8
Eataly

© Verena Borell Im Pop-Up Restaurant italienische Köstlichkeiten schlemmen

Das Eataly in der Schrannenhalle ist eine Institution in Sachen mediterraner Lebensqualität – eben ein richtiger Alleskönner. Dieses Jahr wechselt im Rahmen des „Temporary Restaurant Konzepts“ alle zwei Monate der Koch, ein anderer reist an und stellt die Schmankerl seiner heimatlichen Küstenregion vor. Außerdem gibt es in der Schrannenhalle eine riesige Auswahl italienischer Köstlichkeiten und der Außenbereich ist mit seinen großen Holztischen und der prallen Nachmittagssonne fast zu jeder Tageszeit ein perfekter Sommerplatz. Stichwort Alleskönner: Einen italienischen Sonntagsbrunch und eine Kochschule werden ebenfalls angeboten.

9
Cafe La Vespa

© Cafe La Vespa Roller shoppen im Café La Vespa

Zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz versteckt sich das Cafe La Vespa mit seinem schönen Hinterhof. Hier kann man nicht nur die Sonne genießen und hervorragend italienisch zu Mittag essen, sondern auch gleich eine Vespa shoppen – mindestens 50 gibt es immer zur Auswahl, die blank geputzt im Hof stehen und auf einen neuen Besitzer warten. Öfter mal vorbeischauen lohnt sich also. Leider hat das La Vespa nur unter der Woche zwischen 11.30 und 15.00 Uhr auf.

10

© Nina Vogl Italienische Architektur gucken in der Altstadt

Wenn man von der U-Bahn-Haltestelle Universität in Richtung Odeonsplatz fährt, bekommt man das geballte Italiengefühl eines breiten Corsos. Man steuert auf die imposante Feldherrnhalle zu, die nach dem Vorbild einer Loggia in Florenz erbaut ist, die danebenstehende Theatinerkirche war die erste Kirche nördlich der Alpen im Stil italienischen Spätbarocks. Wer dann noch zum Max-Josephs-Platz flaniert, sich auf den Stufen der Oper niederlässt und einfach das Treiben beobachtet, ganz so, wie man das im Italienurlaub immer macht, der murmelt dann vielleicht doch ganz leise vor sich hin, dass München die nördlichste Stadt Italiens ist. Linkerhand macht das Kuffler mit seiner Terrasse unter den hohen Arkaden vor allem in der Abendsonne das italienische Urlaubsfeeling perfekt.

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© Nina Vogl Gelato essen in Traditionseisdielen

Der feine Unterschied zwischen herkömmlichen Eis und Gelato? Zweites ist leckerer, es ist aber auch vier bis sechs Grad wärmer als Speiseeis, außerdem ist es cremiger, da die Basis nicht Wasser, sondern Milch ist. Mal abgesehen von einem fruchtigen Sorbet, das auch für Veganer geeignet ist. Richtig gutes Gelato bekommt man in München in den Traditionseisdielen der Stadt, beispielsweise in der Gelateria Adria in der Maxvorstadt, bei Sarcletti am Rotkreuzplatz und der Eisdiele Riviera in Giesing. Aber auch bei jüngeren Institutionen wie dem True&12 am Gasteig, dem del fiore am Gärtnerplatz oder dem Ballabeni in der Türkenstraße lässt sich cremigstes Gelato prima schlemmen.

Titelbild: © Allie Caulfield | Flickr unter CC BY 2.0

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