11 Orte, an denen München sich anfühlt wie Italien

Zugegeben: Den Spruch, München sei die nördlichste Stadt Italiens, kann kaum eine*r mehr hören; es ist alleine schon geographischer Quatsch. Und typisch-italienische Handgestik, hupende Vespas und Nonnas, die mit Lockenwicklern vorm Haus sitzen, sucht man hier auch vergebens. Trotzdem: In Münchens Architektur stecken viele italienische Einflüsse und auch so manche Vertreter*innen des gelobten Landes von Pizza, Pasta und Amore haben sich hier niedergelassen. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, fühlen wir das la dolce vita alle so sehr, dass es manchmal doch den Anschein macht, man wäre jenseits des Brenners. Daher haben wir auch ganz einfach 11 super Adressen fürs Bella-Italia-Gefühl mitten in München gefunden.

Bar Centrale
© Bar Centrale

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Caffé trinken in der Bar Centrale

Wer die von außen unscheinbare Bar Centrale in der Ledererstraße betritt, wird lächelnd mit „ciao ragazze“ begrüßt, kippt traditionell den caffé am Tresen oder isst super leckere Pasta gefolgt von dem vielleicht besten Tiramisu der Stadt. Die Bar Centrale versprüht so viel authentisches Italienflair, dass man nach dem Aperol Spritz glücklich aus der Tür tritt und überrascht darüber ist, gar nicht im Urlaub gewesen zu sein. Das Hinterzimmer ist in 60er-Jahre-Charme gehüllt und am Tresen ist es so wuselig wie in jeder italienischen Bar. Mieten kann man den Laden übrigens auch!

  • Bar Centrale Ledererstraße 23, 80331 München
  • Montag – Mittwoch: 7.30–00.00 Uhr, Donnerstag – Freitag: 7.30-01.00 Uhr, Samstag: 8.30–01.00 Uhr, Sonntag: 9.30–16.30 Uhr
© Shutterstock

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Endlich Italienisch lernen im Istituto Italiano di Cultura

Wer sprachlich über das Bestellen des Limoncello im Italienurlaub hinauskommen möchte, dem sei zu einem Sprachkurs geraten. In München kann man sogar ziemlich lässig sagen, dass man dafür auf dem Weg ins „Istituto Italiano di Cultura“ sei – geht runter wie geschmolzene Salbeibutter auf Gnocchi. Das Institut hat nicht nur Sprachkurse im Angebot, die von Muttersprachlern unterrichtet werden und die man zweimal jährlich mit Prüfung abschließen kann, sondern bietet auch eine Bibliothek randvoll gefüllt mit italienischen Zeitschriften und Büchern.

Käse
© Unsplash | Alice Donovan Rouse

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Sonnige Gefühle entwickeln im italienischen Feinkost Paradies Spina

Man sollte es sich immer gönnen, aber besonders an schlecht-Wetter-Tagen: La dolce Vita, ein bisschen sonnige Gefühle und diese Glückseligkeit, die sich schon beim Autobahnraststätten Geruch auf dem Weg zum Urlaub in Italien einstellt. Wo man das in München bekommt? In einem Gebäude am Rande der Stadt, in Schwabing-Freimann. Feinkost Spina steht da in verschlungener Schrift auf einem nicht sehr romantischen Neonschild vor einem unscheinbarem Block. Aber lasst euch nicht täuschen, denn in diesem Alptraum aus Beton bekommt ihr Italiens gesammelte Köstlichkeiten. Von 1.500 feinen Rotweinen, Prosecchi, Käse, Antipasti, über Meeresfrüchte, Panini und Dolci findet ihr dort alles, um euch das Urlaub in Italien Gefühl nach Hause zu holen.

Nymphenburger Schloss
© Shutterstock

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Gondelfahren auf dem Nymphenburger Kanal

Warum nicht mal durch die Parkanlage des Nymphenburger Schlosses spazieren gehen als die immer gleichen Wege im Viertel ablaufen? Mit geschichtlichem Wissen kann man dann auch noch gut glänzen, denn wir verraten euch was: Der italienische Beiname des Schlossparks lautet „Borgo della ninfe“, er kam im 19. Jahrhundert auf. Die Anlage wurde nach Art italienischer Landvillen konzipiert, Vorbild war ein Jagdschloss aus dem wunderschönen Piemont, einer Region im Nordwesten Italiens. Auf dem ganzen Gelände gibt es Kopien italienischer Statuen und die Eingangsfassade der Magdalenenklause spielt auf italienische Ruinen an – aber genug Geschichtsunterricht. Übrigens: Im Sommer werden bei schönem Wetter Gondelfahrten auf dem Mittelkanal angeboten: Klein-Venedig lässt grüßen!

Giovanni Rana Pasta
© Lilly Brosowsky

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Familiär speisen in den besten Trattorien

Trattorien sind familiär geführte Gaststätten, in die man im Italienurlaub nach mehreren verwinkelten Gassen zufällig stolpert und den Abend seines Lebens hat. Solche tollen Restaurants gibt es auch in München, drei sind besonders ans Herz gelegt: Die La Fattoria in der Au, wo trotz der kleinen Karte die Auswahl schwer fällt und man nur Flaschenweine bestellen kann, die vom Besitzer persönlich zum Essen ausgesucht werden. Teuer wird es trotzdem nicht. Auf der anderen Seite der Isar, im Dreimühlenviertel, findet sich das kleine Quattro Tavoli, das wirklich einen Besuch wert ist. Die Kellner*innen sind extrem freundlich und aufmerksam, auf eine Karte wird verzichtet, stattdessen werden die Tagesgerichte am Tisch vorgetragen. Und ein Geheimtipp aus Neuhausen: Die Trattoria Anni 60 in der Blutenburgstraße, mit ihrer unaufgeregten Gaststätteneinrichtung: Viel Frisches aus dem Meer landet hier auf den Tellern, Orecchiette, die apulische Nudelsorte, gibt es ebenfalls. Es wird gerne auch mal ein Gericht kreiert, das nicht auf der Karte steht.

Josephsplatz Maxvorstadt
© Ida Heinzel

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Sitzen, schauen & chillen am Josephsplatz

Der Josephsplatz in Schwabing ist einer der wohl schönsten Plätze Münchens. Ruhig liegt er zwischen dem ganzen Trubel und strahlt mit seiner gelben St. Joseph Kirche mit der Sonne um die Wette. Zu den Füßen der Kirche kann man wunderbar sitzen, einen Aperol trinken, die Ruhe genießen und Menschen bei ihrem Leben zuschauen. Noch dazu strahlt dieser Platz einen extremen italian Flair aus, wie wir es sonst fast nur aus Florenz kennen. Nur mit ein bisschen weniger "Mamma mia" Geschrei.

© Städtische Galerie im Lenbachhaus München

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Siesta machen im Innenhof des Lenbachhauses

Sonntagsklassiker: Im Lenbachhaus Kunst gucken und danach noch für Kaffee & Kuchen ins dazugehörige Ella einkehren. Wer jedoch die Luisenstraße in Richtung Königsplatz entlangläuft, kommt an dem wunderschönen Garten der Villa Franz von Lenbachs vorbei, die sich für einen Abstecher lohnt – da sitzen meist völlig entspannte Menschen am Brunnen oder auf den Bänken, lesen Zeitung und trinken Kaffee. Der tolle Garten ist an die italienische Renaissance angelehnt, die Prachtvilla eh schon bezaubernd. Einfach durchs Atrium des Museums gehen, rein in den Garten, Buch aufschlagen und genießen – denn wer hat die Siesta am besten drauf? Eben.

© Eataly

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Im Eataly italienische Köstlichkeiten schlemmen

Das Eataly in der Schrannenhalle ist eine Institution in Sachen mediterraner Lebensqualität – eben ein richtiger Alleskönner. In der Schrannenhalle gibt es eine riesige Auswahl italienischer Köstlichkeiten und der Außenbereich ist mit seinen großen Holztischen und der prallen Nachmittagssonne fast zu jeder Tageszeit ein perfekter Sommerplatz. Und auch in der verglasten Halle mit hoher Decke erreichen euch dutzende Sonnenstrahlen. Stichwort Alleskönner: Im Eataly könnt ihr italienische Feinkost einkaufen, sie vor Ort selbst schnabulieren oder auch in verschiedenen Kursen das la dolce vita lernen.

© Dominik Schelzke

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Einkaufen wie in Italien bei Superissimo

Ach, wie gerne würden wir uns manchmal nach Italien beamen. Zack, und schon Bologna. Weil das nicht so leicht ist, reden wir uns lieber ein, die nördlichste Stadt Italiens zu sein oder begeben uns auf die Suche nach kleinen Ablegern in unserer wunderschönen Stadt. Letztens sind wir dabei aber mal sowas von fündig geworden: An der Brudermühlstraße in Sendling gibt es einen neuen Supermarkt, den "issimo – supermercato italiano", kurz Superissimo. Nur echt mit leicht trashigem italienischen Streifen an den Fenstern. Dahinter verbirgt sich alles, was wir bei unseren Einkäufen im Urlaub so lieben. Bunte Paste, frisches Obst und Gemüse, italienische Verkäufer*innen, allerlei süße Teilchen – sowohl von der Theke als auch von Barilla – und italienisches Bier. Unser absolutes Highlight: Neben der Gemüsetheke findet ihr an der Wand einen kleinen Holzverschlag, aus dem man das flüssige Gold Italiens selbst zapfen kann. Vino Frizzante, Weiß- und Rotwein zum Abfüllen! Zack, und schon Bologna!

Oper Max-Josephs-Platz
© Nina Vogl

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Italienische Architektur gucken in der Altstadt

Wenn man von der U-Bahn-Haltestelle "Universität" in Richtung Odeonsplatz fährt, bekommt man das geballte Italiengefühl eines breiten Corsos. Man steuert auf die imposante Feldherrnhalle zu, die nach dem Vorbild einer Loggia in Florenz erbaut ist, die danebenstehende Theatinerkirche war die erste Kirche nördlich der Alpen im Stil italienischen Spätbarocks. Wer dann noch zum Max-Josephs-Platz flaniert, sich auf den Stufen der Oper niederlässt und einfach das Treiben beobachtet, ganz so, wie man das im Italienurlaub immer macht, der murmelt dann vielleicht doch ganz leise vor sich hin, dass München die nördlichste Stadt Italiens ist. Linkerhand macht das Kuffler mit seiner Terrasse unter den hohen Arkaden vor allem in der Abendsonne das italienische Urlaubsfeeling perfekt.

© Nina Vogl

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Gelato essen in Traditionseisdielen

Der feine Unterschied zwischen herkömmlichem Eis und Gelato? Zweiteres ist leckerer, es ist aber auch vier bis sechs Grad wärmer als Speiseeis. Außerdem ist es cremiger, da die Basis nicht Wasser, sondern Milch ist – mal abgesehen von einem fruchtigen Sorbet, das auch für Veganer geeignet ist. Richtig gutes Gelato bekommt man in München in den Traditionseisdielen der Stadt, beispielsweise in der Gelateria Adria in der Maxvorstadt, bei Sarcletti am Rotkreuzplatz und der Eisdiele Riviera in Giesing. Aber auch bei jüngeren Institutionen wie dem True&12 am Gasteig, dem del fiore am Gärtnerplatz oder dem Ballabeni lässt sich cremigstes Gelato prima schlemmen.

Wer es lieber bayerisch möchte:

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