11 richtig gute Wirtshäuser in München

Als vor einigen Jahren das Rauchverbot für Gaststätten kam, sagten viele schon den Untergang der Münchner Wirtshäuser hervor. Die Leute würden nicht mehr kommen, die Gemütlichkeit ginge verloren, wenn die Gäste für jede Zigarette vor die Türe müssten. Wie wir alle gemerkt haben, ist das zum Glück nicht passiert. Und auch, wenn derzeit gefühlt an jeder Ecke Münchens neue stylische Restaurants aufmachen – die traditionellen Wirtshäuser sind fester Bestandteil unserer Gastro-Kultur und nicht wegzudenken. Diese Liste der schönsten Gaststätten wäre sicher noch endlos fortzuführen, dennoch haben wir für euch mal 11 unserer liebsten Wirtshäuser in München zusammengestellt:

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Wirtshäuser München

© Nina Vogl Fraunhofer

Wenn ein Wirtshaus seinen eigenen Wikipedia-Eintrag hat, weißt du, es muss eine Institution sein. Beim Fraunhofer in der gleichnamigen Fraunhoferstraße ist das garantiert der Fall, denn das gibt es bereits seit 1775. Es begann alles mit dem Einzug in eine Bäckerei – heut fließt Getreide hier in flüssiger Form. Das barocke Innere des Traditionshauses hat sogar den Krieg recht gut überstanden. Das Fraunhofer ist nicht nur ein Wirtshaus, es ist auch ein Kulturzentrum. Daher gibt es regelmäßig Lesungen und Kabarett. Und im Keller – da befindet sich das Werkstattkino für mehr bzw. eher weniger bekannte Filmstreifen. Ein Kino war es allerdings nicht immer, sondern ehemals eine Kegelbahn.

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Wirtshäuser München

© Wirtshaus Schlachthof Kulinarik und Kabarett im Wirtshaus zum Schlachthof

Zu den traditionellen Wirtshäusern in München gehört auch das Wirtshaus zum Schlachthof. Weit über die Grenzen Münchens hinaus wurde es spätestens in den 80er Jahren bekannt durch solche bayerische Prominenz wie Otti Fischer. Und auch heute noch ist das Wirtshaus durch sein Kabarett ein kultureller Dreh- und Angelpunkt mitten im Viertel. Das kulinarische Angebot wird dadurch natürlich nicht zur Nebensache. Dazu gehören alle Klassiker, die man sich von einem bayerischen Lokal halt so wünscht. Vom Schweinsbraten bis zum Schnitzel. Vorsicht bei den Öffnungszeiten – die sind hier recht verzwickt. Dienstag und Sonntag ist komplett geschlossen.

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Wirtshäuser München

© Roberto La Pietra Weißwürste essen in der Gaststätte Großmarkthalle

Und wo wir schon mal beim Schlachthof sind, ist auch die Großmarkthalle nicht weit. Die hat nämlich ebenfalls eine traditionelle Wirtschaft mit langer Geschichte. Das Besondere hier: In Sachen Öffnungszeiten orientiert sich das Gasthaus an den Frühaufstehern. Sie macht nämlich schon um sieben auf und dafür um 17 Uhr bereits zu. Am Samstag ist das Wirtshaus sogar schon um 13 Uhr geschlossen. Die Weißwürst stammen aus eigener Produktion – und auch sonst kommt hier alles auf den Tisch, was man von den Metzgern am Schlachthof so bekommt – sogar solche Sachen, die viele noch aus der Kindheit kennen, wie Milzwurst oder Wollwürste. Nix für Vegetarier also!

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Eltern

© Wirtshaus in der Au Die größten Knödel der Stadt essen im Wirtshaus in der Au

Das Wirtshaus in der gleichnamigen Au fällt allein schon durch das imposante Gründerzeit-Gebäude auf, in dem es sich befindet. In dem kehrte seinerzeit kein Geringerer ein als einer der bekanntesten und beliebtesten Münchner: Karl Valentin. Als der sich hier seinen Schweinsbraten schmecken ließ, gehörte das Lokal noch der Wagner Brauerei. Heute hat Paulaner hier das Sagen. Auf der Speisekarte gibt’s Klassiker ebenso wie modern interpretierte Küche aus Bayern. Und: Nach eigenen Angaben kommen im Wirtshaus in der Au die größten Knödel der Stadt auf den Tisch. Wer’s musikalisch mag, der sollte den Jazz Brunch am Sonntag nicht verpassen.

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Wirtshäuser München

© Giesinger Bräustüberl Giesinger Bräustüberl

Eine Zeit, bevor die Micro-Breweries in München aus dem Boden sprossen, machte das Giesinger Bräu bereits von sich Reden. Die stellen auch mein Lieblingsbier her. Und direkt nebenan befindet sich mit dem Bräustüberl ein kleines, aber feines Gasthaus. Das erklärte Ziel vom Team: die Brau- und Wirtshauskultur wieder fest im Viertel verankern und die Generationen buchstäblich an einen Tisch zu bringen. Das Beste: Bei einer zünftigen Brotzeit haben die Gäste direkten Blick auf die Bierproduktion. Näher dran am liebsten Getränk der Münchner kann man doch praktisch nicht sein.

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Wirtshäuser München

© Schinken-Peter Günstig Mittag essen im Biergarten vom Schinkenpeter

Wer im Sommer gern draußen isst, für den ist der Schinkenpeter – ebenfalls in Giesing – bestimmt was. Da sitzt man nämlich bis spätabends gemütlich unter Kastanienbäumen und freut sich, dass man in München wohnt. Drinnen präsentiert sich das Wirtshaus rustikal. Die Karte bietet eine Riesenauswahl: Verschiedene Arten von Schnitzel gehören ebenso dazu wie Brotzeitbrettl. Für Veggies gibt es Kasspatzn oder Semmelknödel mit Schwammerl. Unter den süßen Sachen ist der Kaiserschmarrn aus dem Pfanderl mein persönlicher Favorit. Mittags gibt es jeden Tag günstige Gerichte für 5,90 Euro. Allerdings sind die dann weniger bayerisch, also zum Beispiel Mailänder Schnitzel oder Pasta Emiliana.

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Wirtshäuser München

© Zum Straubinger Schlemmen wie ein Tourist im Straubinger

Die größte Dichte an Wirtshäusern gibt es natürlich in der Innenstadt. Das wissen aber auch die Touristen. Von den Gaststätten im Zentrum ist mir der Straubinger – liebevoll von vielen Straubi genannt – die liebste. Da führe ich auch gerne Freunde hin, die in München zu Besuch sind und sich was Traditionelles wünschen. Das Gericht, auf das ich mich hier am meisten freue: Das Straubi-Schnitzel – denn das ist nicht nur gut, sondern auch noch riesig. Sehr gern mag ich auch die Schlachtplatte – da kommen Ente, Braten und Würstl in einer großen Bratreine in die Mitte vom Tisch, so dass alle gemeinsam schön davon essen können. Wer noch Lust auf was Süßes hat, der nimmt zum Beispiel Apfelkücherl.

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Wirtshäuser München

© Roberto La Pietra Großwirt

Eher zu den Geheimtipps in München zählt sicherlich der Großwirt in Neuhausen. Kennen tu ich das Lokal, weil ich hier um die Ecke arbeite und dort oft zu Mittag esse. Vor ein paar Jahren fristete das Lokal ein recht tristes Dasein. Dann wurde es modernisiert, ohne das Alte unter den Teppich zu kehren. Davon zeugen zum Beispiel die Schwarzweißbilder mit Motiven aus der Vergangenheit an den Wänden. Das Essen ist qualitativ sehr hochwertig und ebenso schmackhaft. Je nach Wochentag stehen verschiedene Tagesangebote auf der Karte. Samstags gibt es zum Beispiel Haxn. Am Wochenende könnt ihr beim Großwirt auch super brunchen.

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Frühling München

© Nina Vogl Biergarteln in der Waldwirtschaft Großhesselohe

Ausflugscharakter hat die legendäre Waldwirtschaft in Großhesselohe. Die sollte eigentlich jeder kennen, der in München wohnt und ein Fahrrad hat. Auf dem Weg die Isar runter, ist der Stopp in der „Wawi“ für viele wahrscheinlich der heimliche Hauptgrund, sich mal auf seinen Sattel zu schwingen. Im Sommer ist die Waldwirtschaft natürlich noch ein viel besseres Ausflugsziel, weil dann der Jazz-Biergarten lockt. Zu den Gerichten in der WaWi gehören Gutsente, Schnitzel oder ein Ochsentopf vom Rind aus eigener Zucht. Wer es eher fleischlos mag, für den gibt es Kasspatzn und Tagliatelle mit Pesto. Als Nachspeise wären doch Marillen-Eisknödel, Apfelkücherl oder Kaiserschmarrn was.

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Mittagessen

© Klinglwirt Bayrische Bio-Gerichte im Klinglwirt

In Haidhausen kehren viele Bewohner mit Vorliebe beim Klinglwirt ein. Der zeigt nämlich, dass sich bayerische Traditionsgerichte und Bio-Qualität nicht ausschließen müssen. Entsprechend bezieht das Lokal sein Lamm-, Rind- und Schweinefleisch vom Herrmannsdorfer. Auf eine mehr als 100-jährige Tradition schaut der Klinglwirt ebenfalls zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier zum Beispiel Bücher aus der Bayerischen Staatsbibliothek untergebracht, um sie vor dem Bombenhagel zu schützen. Die schwierigste Zeit machte das Lokal aber Ende der 80er durch – da entschied man sich nämlich zum großen Bedauern vieler Gäste zur Schließung. Rund ein Viertel Jahrhundert später machte es wieder auf – der Neustart war dann mit dem erwähnten Bio-Schwenk verbunden.

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Wirtshäuser München

© Wirtshaus am Bavariapark Wiesnfeeling im Wirtshaus am Bavariapark

Auch, wenn man manchmal fast einen anderen Eindruck hat: Wiesn ist leider nur zwei Wochen im Jahr. Wer an den anderen 50 Wochen Sehnsucht nach dem Oktoberfest hat, der begibt sich mit dem Wirtshaus am Bavariapark zumindest in unmittelbare Nähe der Theresienwiese. Mit Blick auf den Platz vor dem Münchner Verkehrsmuseum kann man sich hier Brotzeitbrettl, Suppen, Schweinsbraten und Schnitzel schmecken lassen – alles eben, was das Münchner Herz begehrt und dazu ein Augustiner Bier! Wer ein bisschen mehr Budget hat, nimmt zum Beispiel den Zander oder das Rib Eye Steak.

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