11 Orte zum Gruseln in München

Ihr habt die Kunstblut-Tube aus der Verkleidungskiste gekramt, höhlt mittlerweile den dritten Kürbis aus und euer Halloween-Outfit liegt schon seit Wochen bereit? Dann ist das hier der perfekte Guide für euch. Denn auch wenn die Halloween-Zeit wieder vorbei ist, könnt ihr euch an diesen Plätzen in München ganz ohne Kunstblut und Gummimaske ein bisschen gruseln. Wir haben 11 Orte rausgesucht, an denen es früher spukte und euch heute noch nicht so ganz geheuer ist!

1

© Bayreuth2009 | Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 Das dicke Gespenst vom Maxtor

Gegenüber der 089 Bar, auf der anderen Seite des Maximilianplatzes steht das Maxtor. Der Legende nach spukt hier ein dickes Gespenst. Wie ein Schatten verfolgt er Fußgänger, die nachts am Maxtor unterwegs sind – bis zu ihrer Haustür. Abschütteln lässt es sich nicht. Wenn das Opfer glaubt sein mysteriöser Verfolger endlich abgehängt zu haben, tauche er plötzlich aus einem Hauseingang wieder auf. Er wird als besonders dicker Mann beschrieben und habe ein bleiches Gesicht. Besonders häufig wurde der Geist im 19. Jahrhundert gesichtet. Seitdem hält sich die Gruselgeschichte hartnäckig. Und wahrscheinlich kann sich jetzt selbst der überzeugteste Realist, sollte er demnächst nachts am Maxtor unterwegs sein, einem zusätzlichen Blick über die Schulter nicht verkneifen.

2

© Anika Landsteiner Der alte Nordfriedhof

Grabsteine ragen schief aus der Erde hervor, verfallene Steinkreuze werden von Efeu überwuchert, abgebrochene Steinfiguren zieren Grabtafeln, deren Inschrift man nur noch schwer entziffern kann. Nein, hier springen nicht gleich die Zombies aus Michael Jacksons Thriller Video hinter den Bäumen hervor – dieser ehemalige Friedhof befindet sich mitten in der Maxvorstadt. Er stammt aus dem 19. Jahrhundert. Heute ist der Bestattungsbetrieb eingestellt und das Friedhofsgelände zu einem beliebten Park für Anwohner geworden. Tagsüber trifft man hier Spaziergänger, Jogger und spielende Kinder. Manch einer macht sogar Picknick zwischen den Grabsteinen. Eine eigenartige, idyllische Atmosphäre wohnt dem Friedhofsgelände inne. Nachts kann man sich aber definitiv gemütlichere Orte vorstellen.

3

© Pexels Hexen in der Maximilianstraße

Wo heute Luxus, unbezahlbare Klamotten und noch unbezahlbarere Autos zu sehen sind, soll früher ein zwielichtiger Platz gewesen sein. Im Falkenturm, gegenüber vom Nationaltheater (heute gibt es noch die Falkenturmstraße) sollen Hexen gefangen gehalten und gefoltert worden sein. Die letzte Hexe war der Legende nach Theresia Kaiser. Ein Hofangestellter soll sie angeklagt haben. In der vorletzten Nacht vor der Hinrichtung soll der Teufel in Gestalt einer Fledermaus zu ihr ins Verlies geflogen sein. Am nächsten Morgen fand man sie ohne Hemd besinnungslos und nackt auf dem Boden. Ihr Ankläger wurde am selben Tag gefunden, erhängt in seinem Haus. Aus unerklärlichen Gründen trug er das Hemd der Gefangenen.

4

© Pirat_Michi | Flickr CC BY-SA 2.0 Der verlassene Geisterbahnhof Olympiastadion

Ein leerer Tunnel und überwucherte Gleise, ein abgesplitterter Schriftzug im 70er-Jahre-Design verweist auf den Fahrkartenverkauf. Wer an der Haltestelle Olympiastadion auf seine S-Bahn wartet, wird lange stehen. Züge halten nämlich keine mehr zwischen den verfallenen Mauern des Geisterbahnhofs. Er wurde für die Olympischen Sommerspiele 1972 errichtet, nach den Spielen nur noch wenig genutzt und 1988 dann geschlossen. Seitdem ist der Geisterbahnhof sich selbst und der Natur überlassen. Wer die bizarre Schönheit des Verfalls einmal auf sich wirken lassen möchte, sollte den verlassenen Gemäuern einen Besuch abstatten, solange sie noch unberührt dort stehen. Bei Tageslicht gibt es allerlei Graffiti zu betrachten, nachts wirken die Mauern aus vergangenen Zeiten ziemlich unheimlich.

5

© Matthias Ripp | Flickr CC BY-SA 2.0 Graf Dracula in Berg am Laim

Ihr fühlt euch sicher, Vampire gibt es nicht? Und wenn doch, dann höchstens in Transsilvanien, aber nicht hier. Da trügt der Schein: Graf Dracula selbst streckte nämlich seine blutrünstigen Finger bis nach München aus. Im ursprünglich ersten Kapitel von Bram Stokers Roman „Dracula“ verirrt sich der Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker, der auf Reisen in München übernachtete, nachts auf einen Friedhof im Münchener Osten, ungefähr dort, wo heute Berg am Laim ist. Hier begegnen ihm mysteriöse bleiche Gestalten. Diesmal kommt er noch unbeschadet davon. Am nächsten Tag steigt er in den Zug Richtung Transsilvanien. An der Stelle beginnt der Roman. Das erste Kapitel in München wurde allerdings gestrichen und später als die Kurzgeschichte „Draculas Gast“ veröffentlicht.

6
11 Orte, an denen München aussieht wie Harry Potter

© Paul Hermans | Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 Die schwarze Frau in der Residenz

Eine schwarz gekleidete, verschleierte Geisterfrau soll durch die Gemäuer der Residenz, dem ehemaligen Stadtschloss der Wittelsbacher zwischen Odeonsplatz und Englischen Garten, gleiten. Wie ein Fluch verfolgt sie die bayerische Adelsfamilie. Immer wenn sie gesehen wird, stirbt kurz darauf ein Familienmitglied. Seit Jahrhunderten ist dieser Fluch ungebrochen. Man sah sie vor dem Tod von Ludwig II., dem Märchenkönig. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie gesehen, gleich mehrere Wittelsbacher starben im selben Jahr. 1969 erschien sie Prinz Adalbert von Bayern in einem Traum, kurz danach verunglückte sein Sohn bei einem Flugzeugabsturz.

7

© Pixabay | kalhh Geisterstunde an der Ramersdorfer Kirche

Wenn man München Richtung Süden verlässt und bei Ramersdorf auf die A8 nach Salzburg auffährt, kommt man an der Ramersdorfer Kirche vorbei. Früher befand sich um sie herum eine weitläufige Heide. Wenn die Kirchturmuhr in besonders finsteren Nächten zu Mitternacht zwölf schlug, sollen schaurige Gestalten aus den umliegenden Friedhöfen hervorgekrochen sein. Der Sage nach kamen die Toten eine Stunde lang auf der Heide zusammen, hielten Gericht und köpften den Verurteilten. Bis die Glocke am Kirchturm ein Uhr schlug. Die Heide ist mittlerweile zugebaut und Henker und Gespenster vermutlich verschwunden, aber das Läuten zur Geisterstunde aus dem Ramersdorfer Kirchturm ist noch jede Nacht zu hören.

8

© User:Mattes | Wikimedia Commons Der Jungfernturm an der Stadtmauer

Zwischen Odeonsplatz und Maximilianplatz verläuft die Jungfernturmstraße. Früher war hier einer der düstersten Orte Münchens, der Jungfernturm. Ein unheimliches Gefängnis, das nie ein Gefangener lebend verlassen haben soll. Schreckliche Geschichten ranken sich um den Turm, an den heute eine kleine Tafel an der alten Stadtmauer erinnert. Namensgebend soll die Eiserne Jungfrau gewesen sein, die den Gefangen im Turm den Tod brachte. Mit einer Jungfrau hatte sie wenig zu tun. Es handelte sich um ein Foltergerät, das aussah wie ein Sarg. Die Innenseite war mit Messerspitzen gespickt. Wenn sich der Deckel schloss, bohrten sich die Messer durch den Körper und der Gefangene kam qualvoll zu Tode. Nach außen drangen nur die Schreie der Gequälten – manche behaupten, in windigen Nächten kann man sie noch hören.

9

© Oliver Raupach | Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5 Der Teufelstritt in der Frauenkirche

Gleich am Eingang der Münchner Frauenkirche erkennt man in einer Fliese des Kirchenbodens den Abdruck einer Fußsohle. Als hätte jemand mit gewaltiger Kraft in den Boden gestampft. Der Teufel persönlich soll den Tritt hinterlassen haben. Der Sage nach versprach der Baumeister des Doms dem Teufel, die Kirche werde ohne Fenster gebaut. Der Dom war gerade fertig, da schlich sich der neugierige Teufel in das Gotteshaus. An der Stelle, wo heute der Fußabdruck ist, fing er laut an zu lachen. Im ganzen Bau waren keine Fenster zu sehen. Vor Freude stampfte er in den Boden. Als er aber einen weiteren Schritt machte, kamen plötzlich zahlreiche Fenster hinter den Säulen zum Vorschein. Er begriff, dass ihn der Baumeister ausgetrickst hatte. Im Zorn versuchte er den Bau mit einem kräftigen Sturm zu zerstören. Noch heute weht um den Frauendom herum stets ein kühler Wind.

10

© Pexels Das verschwundene Dorf bei Berg am Laim

Zwischen Berg am Laim und Riem soll es einmal ein merkwürdiges Dorf gegeben haben – Pachem oder Bachheim war der Name. In alten Urkunden des 14. und 15. Jahrhunderts ist die Existenz auch tatsächlich belegt. Lange gab es diesen Ort aber nicht, denn eines Tages soll das ganze Dorf plötzlich und komplett verschwunden sein. Vom Erdboden verschluckt, so die Sage. Wer später an windstillen Tagen über die Felder lief, soll Kirchturmglocken, Wagenfahren, Peitschenknallen unter der Erde gehört haben.

11

© J. Patrick Fischer | Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 Die Geisterfrau im Ebersberger Forst

Im Ebersberger Forst, einem Wald nicht weit von München entfernt, steht eine kleine unscheinbare Kapelle am Rand der Landstraße – die Hubertuskapelle. Wer nachts an ihr vorbeifährt, sollte Ausschau halten nach Mitfahrern am Straßenrand. Der Legende nach soll hier der Geist einer verstorbenen Frau erscheinen. Wer sie einsteigen lässt, komme glimpflich davon, wer aber weiterfährt, bei dem tauche sie plötzlich auf der Rückbank auf und greife ins Lenkrad. Sie soll in den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein. Der Unfallverursacher habe die sterbende Frau im Gebüsch versteckt und zurückgelassen. Seither findet die Untote keine Ruhe und sucht bis heute nachts nach dem Täter.

Sags deinen Freunden:

Entdecke die besten Restaurants, Bars und Plätze in deiner Nähe.

Zur neuen Karte!